Bastinsweiher und Sebastianusstraße: 1,77 Millionen Euro Mehrkosten

Von: Jürgen Lange
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Überraschungsei: Vor allem die Sanierung der Rathausstraße trägt mit belastetem Erdreich und unerwarteten Fundamenten zu den Mehrkosten von rund 926.000 Euro bei. Foto: J. Lange

Stolberg. Zwei Projekte – 1,77 Millionen Euro: Das ist die Summe der Mehrkosten der Umgestaltung des Bastinsweihers und der Verkehrssicherung auf der Sebastianusstraße. Bei dem städtischen Projekt werden die zusätzlichen Ausgaben vor allem mit den Überraschungen im Stolberger Boden begründet.

Auf der L236 sind sie mit zusätzlichen, aber auch gerne gesehenen Forderungen des Landesbetriebs Straßenbau begründet.

Der trägt mit 1,14 Millionen Euro auch die Masse der Gesamtkosten. 166 000 Euro zusätzlich zu ihrem Auftrag in Höhe von rund 290.000 Euro muss die Stadt übernehmen. Beim Bastinsweiher sieht es etwas anders aus. Im März konnte der Technische Beigeordnete noch argumentieren, dass trotz der Mehrkosten von gut 554.00 Euro vor allem beim Umbau der Rathausstraße der finanzielle Aufwand sich noch unterhalb des Rahmens der Landesförderung bewege.

Mittlerweile bleibt Tobias Röhm nur noch die Hoffnung, an anderer Stelle des Projektes Talachse Innenstadt so viel Geld einsparen zu können, dass die Zusatzkosten für die Stadt minimiert werden. Denn innerhalb des auf sechs Jahre angelegten Gesamtkonzeptes sei es möglich, durch Einsparungen an anderer Stelle Mehrkosten aufzufangen. Davon kommen am Bastinsweiher jetzt weitere 371.000 Euro hinzu.

Vergeben wurde das Projekt mit 2,727 Millionen Euro; heute lautet die Schlussrechnung über 3,65 Millionen Euro. Das bedeutet insgesamt 926.000 Euro Mehrkosten.

Bereits im März war der Mehraufwand durch ein Ingenieurbüro hochgerechnet worden – offensichtlich nicht hoch genug. Denn in zahlreichen Details mussten weitere zusätzliche Leistungen erbracht werden. Sie resultieren laut Röhm „nicht aus neuen Themen“, sondern aus „weiteren Massenmehrungen“ bereits vorgestellter Positionen.

Immer wieder belastete Erde

Alte Stollen und Fundamente sowie ein nicht ausreichend standfester Boden begründeten im März noch die Masse der Zusatzkosten. Aber der Boden erwies sich als noch weniger standhaft und umfangreicher belastet als im Frühjahr prognostiziert. Das bedeutete weitere 89.500 Euro Mehrkosten für Verdichtung und Entsorgung.

Der vorhandene Asphalt war dagegen dicker als gedacht. Mehrkosten 30.200 Euro. Abbruch und Entsorgung weiterer Fundamente von alten Teichläufen summieren sich auf 34.350 Euro. Weitere Servicearbeiten an Asphaltdecken – zum Teil per Hand statt mit Maschinen – zur Aufrechterhaltung der Erreichbarkeit per Pkw und Bus summieren sich auf 23.700 Euro. Der nicht geplante Einbau eines „Stopfens“, um den Teich auch einmal ohne Pumpen ablassen zu können, bedeutete weitere 20.550 Euro. Erneuerung oder Ersatz maroder oder unerwarteter Kanalleitungen verteuern den Auftrag um weitere 16.500 Euro. Hinzu kommen noch diverse „Kleinigkeiten“.

Hatte der Beigeordnete vor einem halben Jahr noch 19.250 Euro Luft, so wird nun die 80-prozentige Summe der förderfähigen Kosten um 352.190 Euro überschritten. Um die erwartete Rechnung begleichen zu können, stellte der Stadtrat ohne große Diskussionen 371.000 Euro überplanmäßig bereit, die dadurch gedeckt werden können, dass sich der für dieses Jahr geplante und etatisierte Neubau der Heinrich-Heimes-Brücke verschiebt. Dieser Posten hielt ebenfalls her, um die 116.000 Euro städtische Mehrkosten an der Sebastianusstraße zu decken.

„Unseren Forderungen gefolgt“

Anders stellt sich die Lage auf der Sebastianusstraße dar. Nachdem die großen Ausbaupläne gescheitert waren, sollten nur punktuell Haltestellen um- und Querungshilfen in die Landesstraße eingebaut werden. Da die meisten dieser Arbeiten in den Bürgersteigen, für die die Stadt zuständig ist, entfielen, übernahm diese auch die Federführung unter der Prämisse, die Arbeiten in der Landesstraße mit dem Landesbetrieb abzurechnen.

Mit einem Aufwand von rund 290.000 Euro konnte der Auftrag sogar günstiger als erwartet – die Kalkulation rangierte bei 325.000 Euro – an den Mann gebracht werden. Aber aus der angedachten „Bikini-Operation“ wurde zunächst ein umfangreicherer Eingriff, weil der Landesbetrieb bei der Umsetzung eine umfangreichere Wiederherstellung des in Angriff genommenen Straßenraums einforderte´ als zunächst gedacht.

Hinzu kamen sowohl in Höhe der Kirche umfangreiche Überraschungen unter der Erde, wie Bunkerfundamente, Versorgungsleitungen oder nicht ausreichend tragfähiger Boden, die zusätzliche Kosten verursachten. Bereits im März stimmte der Bauausschuss deshalb einer Steigerung um 500.000 auf knapp 790.000 Euro zu.

Im Rahmen der weiteren Arbeiten ist der Landesbetrieb „dankbarerweise den Forderungen der Stadt“ gefolgt, so Röhm weiter. Die Straßenbaubehörde des Landes ließ weitere Schadstellen der nicht mehr sonderlich guten Fahrbahn der Landesstraße in einem Aufwasch mit ausbessern. „Aus punktuellen Maßnahmen wurde ein Vollausbau im Bereich der Bushaltestellen“, sagt Röhm.

Aufgrund der vermehrten Leistungen an der Fahrbahn war die Stadt mit ihren Nebenanlagen mit im Boot – besonders im Rehgrund, wo Entwässerung erstellt, Stützwände gesetzt und Gehwege erneuert worden. Auch zwei neue – noch nicht montierte – Wartehäuschen sind eingerechnet in die Mehrkosten.

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