Bastinsweiher gereinigt: Das Gewässer ist Stolbergs Müllkippe

Von: Ottmar Hansen
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Unter anderem ein Fahrrad und zig leere Flaschen fischten die städtischen Mitarbeiter aus dem Bastinsweiher.
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Bis zum Bauch im eiskalten Wasser versuchten die Männer gestern, die Springbrunnenanlage des Bastinsweihers zu reparieren. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die dünne Eisschicht auf dem Bastinsweiher macht die Arbeit im hüfthohen Wasser nicht gerade einfacher. Die Mitarbeiter der städtischen Abteilung Kanalbetrieb, die sich am Mittwochmittag in ihren Wathosen ins Wasser begeben, beginnen schon nach wenigen Minuten, vor Kälte zu bibbern. Aber der Auftrag ist klar: Der Springbrunnen in der Mitte des Weihers soll repariert werden.

Außerdem soll der Weiher bei dieser Gelegenheit wieder einmal vom gröbsten Unrat befreit werden. Sieben Düsen hat die Anlage, die für schöne Fontänen auf dem Wasser sorgen soll. Wieder einmal ist die Düse in der Mitte verstopft. Darunter leidet der Anblick des Springbrunnens beträchtlich. Die Mitarbeiter des Kanalbetriebes nutzen die Winterzeit, in der die Anlage abgestellt ist, um die defekte Düse in Augenschein zu nehmen und womöglich zu reparieren. Dazu wurde das Wasser des Weihers mehr als zu Hälfte abgelassen. So reicht der Wasserspiegel den Arbeitern in der Weihermitte gerade noch bis zur Hüfte. Normalerweise ist der Weiher dort bis zu 180 Zentimeter tief.

„Eigentlich müssten wir das Wasser einmal komplett ablassen, dann könnten wir den Weiher von Grund auf reinigen“, sagt Abteilungsleiter Karl-Heinz Weißhaupt. Aber der Weiher ist Lebensraum für Fische. „In dem Wasser sind schon Karpfen mit einer Größe von mehr als einem Meter gesehen worden“, so Weißhaupt. Außerdem tummeln sich Rotaugen und Goldfische in dem Wasser.

Aber auch wenn das Wasser nur halb abgelassen ist, kommt reichlich Unrat zum Vorschein. „Der Weiher ist offenbar Stolbergs Müllkippe Nummer eins. Das ist echt traurig“, bedauert Weißhaupt. Unzählige Flaschen, etliche Verkehrsschilder, Dosen, Teppiche, Kleidung, Einkaufswagen und ein Fahrrad fischen die Mitarbeiter der Stadt aus dem Wasser. Mit einem Schlauchboot befördern sie ihre „Beute“ ans Ufer, um den Müll später zur Kippe zu befördern.

Und dann geht es an die Reparatur des Springbrunnens. Mit Hilfe von Luftdruck, der von einem städtischen Fahrzeug über einen Schlauch bis zum Springbrunnen geleitet wird, versuchen die Männer, die mittlere Düse wieder frei zu „pusten“. Der Motor des kleinen Lkw wird hoch gefahren, um den Luftdruck zu erhöhen. Ob die Prozedur von Erfolg gekrönt ist, wird sich erst im Frühjahr zeigen. Dann, wenn der Springbrunnen wieder eingeschaltet wird. Bis dahin sind wohl auch die Enten zurück gekehrt, die wegen des unerwarteten Besuches in „ihrem“ Weiher geflüchtet sind.

Der Bastinsweiher wird von Vichtwasser gespeist, das aus dem Bach in den Weiher umgeleitet wird. Im Gegenzug wird ein Teil des Weiherwassers wieder in die Vicht geleitet. So wird verhindert, dass der Weiher wegen schlechter Wasserqualität im Sommer „umkippt“. Bleibt nur die Hoffnung, dass besagte Düse demnächst wieder funktioniert. Sonst ist eine Generalüberholung der Anlage fällig. Mit Trockenlegung des Gewässers.

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