Bastinsweiher: Bei der Bepflanzung soll nachgeholfen werden

Von: Jürgen Lange
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Wo heute fast nur noch Kies rund um den Bastinsweiher zu finden ist, war auch als Riegel zum Wasser ein zwei Meter breiter Saum aus blühenden Stauden geplant. Aber nach der Eröffnung wurden die noch jungen Pflanzen niedergetrampelt. Sie sollen nun nachgepflanzt werden. Foto: J. Lange
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So sollte es am Bastinsweiher eigentlich aussehen. Foto: J. Lange

Stolberg. Es sollten blühende Landschaften werden. Ein kleines Meer aus Stauden und Gräsern, die zu jeder Jahreszeit mit ihren bunten Blütenständen und Blattwedeln nicht nur für Augenfreude sorgen sollte. Gut zwei Meter breit sollten sie die sanfte Uferböschung des Stolberger Malecón zwischen der Promenade an der Rathausstraße und dem Wasserspiegel des Bastinsweihers säumen. Und so auch das Wasser greifbar nah, aber doch noch in sicherer Ferne halten.

Doch heute sind es nur ein paar Blumen und Gräser, die sich zwischen den gelblichen Kieselsteinen in die Höhe schrauben und für ein paar Tupfer Grün oder Violett zwischen dem noch recht klaren Wasser des Weihers und der weißen Betonsteineinfassung sorgen. Dabei wurden im Frühjahr reichlich Blut-Weiderich, Sumpfschwertlilien, Kerzenknöterich, Himmelsleiter, Trollblumen, Sumpf­dotterblumen und Co. im „Ufergarten“ rund um den alten Mühlenteich gesetzt, dem im Rahmen des Entwicklungskonzeptes für die Talachse der Innenstadt eine neue Form gegeben wurde. Doch sie hatten kaum eine Chance zum Anwachsen.

Die heißen Temperaturen in den Wochen nach der Eröffnung sorgten für einen Ansturm von Besuchern. Das neue Zentrum von Frankental wurde und wird immer noch gut angenommen von den Stolbergern. Doch nicht alle hielten sich an die Spielregeln. Vor allem Kinder und Jugendliche waren in der Hitze des Frühsommers kaum in Zaum zu halten. Jenseits von Bänken und Wegen suchten sie allerorten den Weg direkt zum Wasser.

Was ihnen in die Quere kam, wurde niedergewälzt. Blühende Landschaften wurden mit Füßen getreten. Nur wenige Stauden blieben verschont oder überlebten die Folgen der „Stampede“. Die Folge: Reichlich kahl wirken die Ufer des Weihers, aber auch in der weniger in Mitleidenschaft gezogenen „Flora“, dem Park neben dem Weiher, hat längst nicht alles, was gesetzt wurde, die Nutzung der ersten vier Monate überlebt.

Erinnerung an die Historie

„Was nun?“, fragt Adolf Konrads in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung nach. Denn so, wie es derzeit ist, könne es nicht belassen bleiben, meint der CDU-Politiker. Eine Zeit lang eher ratlos hatte sich in den vergangenen Wochen die Verwaltung bei Nachfragen unserer Zeitung gezeigt. Ob sich das Nachpflanzen lohne, angesichts der Gefahr, dass alles wieder nieder getrampelt werde, wenn es wieder wärmer wird? Am Mittwoch ist der Meinungsbildungsprozess aber abgeschlossen. „Ja, wir werden uns darum kümmern“, sagt Tobias Röhm in der Sitzung. Das Technische Betriebsamt wird wohl in Abstimmung mit dem Landschaftsgärtner nachpflanzen, was verschwunden ist, so der Technische Beigeordnete. Die blühenden Landschaften erhalten eine neue Chance.

Und einen Namen erhält bei dieser Gelegenheit die neue Fußgängerbrücke über den Bastinsweiher. Rolf Engels (SPD) und Günter Blaszczyk (CDU) geben die Richtung vor, der sich letztlich alle Ausschussmitglieder anschließen: Ellermühlensteg soll die kleine Brücke heißen, um an die große historische Entwicklung des Quartiers zu erinnern. Der heutige Bastinsweiher entspricht dem Stauteich der früheren Ellermühle.

Er wurde um 1580 als erster Stauweiher in Stolberg für die Mühlwerke der benachbarten Ellermühle angelegt. Diese war als Eisen- und Messingwerk eine der drei wirtschaftlichen Keimzellen Stolbergs. Seit dem 19. Jahrhundert trägt der Weiher, der auch heute noch vom Vichtbach gespeist wird, den Namen der Direktoren der benachbarten Sayette-Spinnerei: Bastin.

Einen alternativen Vorschlag aus der Liste der sechs aus dem Wettbewerb hervorgegangenen Namen gibt es dann aber doch noch: „Ich persönlich hätte Flora-Steg bevorzugt“, sagt Gabi Halili in Erinnerung an ihre Jugendzeiten, in denen sie „in der Flora sozialisiert“ wurde – wohl wie die meisten Gymnasiasten ihrer Generation, für die die Flora ein Treffpunkt zwischen dem damaligen Jungen- und Mädchengymnasium war. Aber mit dem Namen Ellermühlensteg kann auch die Ratsfrau der Linken gut leben.

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