Banken in der Kupferstadt: Servicezeit am Bankschalter schrumpft

Von: Jürgen Lange
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In der Geschäftsstelle Atsch hat die VR-Bank die eingeschränkten Servicezeiten getestet. Zum 15. März folgen in Stolberg die Filialen Donnerberg und Gressenich dem Vorbild. Foto: J. Lange

Stolberg. Schwindende Margen angesichts eines anhaltenden Rekordtiefs bei den Zinssätzen, ein zunehmender Trend hin zum Online-Banking: Auch in Stolberg kommen die Geldinstitute nicht daran vorbei, sich den veränderten Bedingungen zu stellen und ihre Angebote an die Kunden anzupassen.

Das aktuelle Beispiel dafür bietet die VR-Bank Regio Aachen mit Sitz in Würselen, die in ihrer heutigen Form durch die 2004 erfolgte Fusion mit der Volksbank Stolberg-Eschweiler entstanden ist.

„Wir ziehen uns nicht aus der Fläche zurück“, betont Unternehmenssprecher Hans-Josef Kaulen. Gleichwohl müssen sich die Kunden auf einige Veränderungen einstellen. Zumindest was einzelne Geschäftsstellen anbelangt. Bei deren Leistungen unterscheidet die VR-Bank fein säuberlich zwischen den Service- und den Beratungsangeboten.

Die individuelle Betreuung der Kunden durch eine intensive Beratung gilt weiterhin als wichtiges Standbein des regional verankerten Instituts mit 26 Geschäftsstellen zwischen Übach-Palenberg, Verlautenheide, Langerwehe und Breinig.

„Das Beratungsangebot bleibt erhalten“, so Kaulen weiter: „Auch in den Geschäftsstellen, in denen wir die Servicezeiten neu ausrichten.“ Das ist bereits in den Filialen Atsch und Verlautenheide der Fall, und das wird ab 15. März in Stolberg auch für die Filialen Donnerberg und Gressenich sowie in Weisweiler, Broich­weiden, Linden-Neusen und Broicher Siedlung gelten: Die Zeiten, an denen sich die Türen für das klassische Schaltergeschäft öffnen, werden eingeschränkt.

In Gressenich und auf dem Donnerberg wird der öffentliche Service montags, mittwochs und freitags an den Vormittagen sowie dienstags und donnerstags an den Nachmittagen, in Atsch dienstags und donnerstags vormittags sowie montags, mittwochs und freitags nachmittags zu den gewöhnten Öffnungszeiten angeboten.

Damit ändert sich in der Regel allerdings nichts an den Arbeitszeiten der Kundenberater. Sie stehen für persönliche oder telefonische Dienste nach Terminabsprache auch dann wie gewohnt zur Verfügung, wenn die Pforten zum Schalter geschlossen bleiben.

„Wir haben in diesen Filialen eine deutlich rückläufige Nachfrage nach konventionellen Serviceangeboten registriert“, begründet Kaulen die Neuausrichtung, die bereits seit einigen Monaten in Atsch und Verlautenheide getestet worden sei.

Gleichzeitig mit der Neuausrichtung in den neun Filialen weitet die VR-Bank ihr telefonisches Serviceangebot aus. Das so genannte Kunden-Service-Team werde nun auch über die Mittagszeit unter seiner Hotline erreichbar sein. Eine breite Palette von Bankgeschäften sei auf diesem Wege bequem zu erledigen. Zudem seien auch unverändert die technischen Serviceangebote in den Filialen, wie Geldautomat oder Auszugsdrucker, zu den üblichen Zeiten nutzbar. Und die Möglichkeiten des Online-Bankings stünden rund um die Uhr zur Verfügung.

Vorreiter Sparkasse Aachen

Mit dieser Neuausrichtung folgt die VR-Bank Regio Aachen einer Linie, die das zweite in der Fläche präsente Geldinstitut seit einigen Jahren verfolgt. Bereits 2013 hat die Sparkasse Aachen ihre Geschäftszeiten angepasst, in dem Mitarbeiter montags und donnerstags in den Geschäftsstellen nach Absprache für individuelle Beratungen zur Verfügung stehen. In einigen Fällen betreut ein Mitarbeiter-Team zwei Geschäftsstellen, so dass es zu unterschiedlichen Schalterzeiten kommt. In Stolberg bieten die Filialen in Vicht und Zweifall solch eingeschränkte Servicezeiten, während eine individuelle Beratung nach Absprache auch darüber hinaus möglich ist.

„Die Erfahrungen zeigen, dass unsere Kunden mit diesem Modell gut zurechtkommen“, sagt Erich Timmermanns. „Aktuell stehen für Stolberg keine weiteren Veränderungen an“, erklärt der Pressesprecher. Allerdings würden die Entwicklungen vor Ort kontinuierlich beobachtet, um auf Veränderungen am Markt rechtzeitig reagieren zu können.

Deutsche Bank geht

Auf eine weitere Veränderung am Markt werden sich die Stolberger noch im ersten Halbjahr diesen Jahres einstellen müssen. Dann verlässt die Deutsche Bank die Kupferstadt, in der sie seit 1923 mit einer eigenen Geschäftsstelle – zuerst in der Rathausstraße 16, seit 2007 in der Rathausstraße 46-48 – präsent ist. „Über den genauen Termin ist noch nicht entschieden“, erklärte Unternehmenssprecher Hanswolf Hohn auf Anfrage. Die Betreuung der Kunden in Stolberg werde dann an der Trierer Straße mit den Angeboten der Filiale Brand gebündelt.

Damit verringert sich die Vielfalt der Stolberger „Wall Street“ einmal mehr: Nach der großen Bankenfusion 2008 übernahm auch in Stolberg die Commerzbank an der Rathausstraße die Filiale der Dresdner Bank und führte beide Standorte zunächst weiter. 2012 wurde dann die frühere Dresdner-Bank-Filiale am Bastinsweiher geschlossen.

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