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Banken gehen mit Kleingeld verschieden um

Von: Von Lukas Franzen
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Wer 1-Euro-Münzen in dieser Menge sammelt, rollt und bei der Bank abgibt, den dürfte die Gebühr der Sparkasse in Höhe von 4,50 Euro weniger schmerzen. Anders sieht es bei kleineren Beträgen aus. Foto: imago/Busse

Stolberg. „Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert“, lautet das Credo von Sparern für den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Finanzen. Muss dieses Motto nun umformuliert werden? Etwa in: „Wer Rot- und Goldgeld ehrt, bekommt einen geringeren Wert“?

Die Sparkasse Aachen gab jetzt bekannt, dass sie ab dem 15. Januar eine Gebühr von 4,50 Euro auf Münzgeld in größeren Mengen erheben wird. Während bis zu 50 Münzen weiterhin kostenlos eingezahlt werden können – auch Sparbücher von Kindern bleiben laut Angaben der Bank von der Regelung unberührt –, wird die Gebühr ab einer Menge von 51 Münzen fällig.

Das Institut begründet die Änderung mit einer neuen Bargeld-Prüfordnung der Deutschen Bundesbank, nach der Banken verpflichtet sind, neben Banknoten auch jede Münze auf ihre Echtheit und ihre so genannte Umlauffähigkeit zu prüfen. Pro Tag bearbeitete die Sparkasse Aachen Münzen mit einem Gesamtgewicht von rund drei Tonnen, heißt es in einer Pressemitteilung der Sparkasse. Die damit verbundene Logistik umfasse neben der Zeit- und Mengenplanung den Transport, das Aufbereiten, die Prüfungen und die Versicherung. Ein Teil der anfallenden Kosten solle durch die Kostenbeteiligung der Kunden gedeckt werden.

Doch ein Rechenbeispiel zeigt: Wer etwa 70 Münzen mit einem Durchschnittswert von 10 Cent einzahlen möchte – ein nicht unrealistischer Wert für Rot- und Goldgeld -, würde von seinen Euromünzen im Gesamtwert von 7 Euro abzüglich der Gebühr von 4,50 Euro lediglich 2,50 Euro auf seinem Konto wieder finden. Treibt man die Rechnung auf die Spitze (70 Münzen à einem Cent), würde ein Sparer sogar noch 3,80 Euro draufzahlen müssen – ein Minusgeschäft.

Erich Timmermanns, Sprecher der Sparkasse Aachen, sagt, dass sein Institut jedoch kulant mit der neuen Kostenbeteiligung umgehen werde. Das zeige schon die Regelung, dass Kinder den Inhalt ihrer Spardosen auch künftig kostenfrei auf ihr Sparkassenbuch einzahlen könnten. Auch Kunden, deren Münzgeld die Freimenge von 50 Stück im Einzelfall nur leicht überschreite, werde die Sparkasse nicht zur Kasse bitten. Der Wert des Münzgelds könne bei der Gebühr hingegen keine Rolle spielen. Denn: „Die Kostenbeteiligung orientiert sich am entstehenden Aufwand und steht nicht in Relation zum Wert.“

Und wie verfährt die Sparkasse mit Kunden, die die Regelung geschickt umgehen möchten, indem sie regelmäßig Münzen abgeben, die die Freimenge stets minimal unterschreiten? „Sollte ein Kunde wirklich jeden Tag genau 50 Münzen abgeben, werden wir das Gespräch mit ihm suchen“, so der Sparkassensprecher.

Ob auch die vier Privatbanken, die in Stolberg Filialen unterhalten, mit den Gebühren für Münzgeldeinzahlungen nachziehen werden, bleibt abzuwarten. Bisher fallen bei Deutscher Bank, Targobank, Post- und Commerzbank – unabhängig von der Menge – keinerlei Gebühren für Münzgeld an, wie die Geldinstitute auf Anfrage erklärten.

Unklar ist, wie die VR Bank in Zukunft mit dem Kleingeld ihrer Kunden umgehen wird. „Auch wir beschäftigen uns mit dem Thema Münzgeld“, erklärt Hans-Josef Kaulen von der Stolberger VR Bank auf Anfrage. Sicher sei aber: „Kleinsparer werden nicht betroffen sein.“ Die „typische Spardose“ werde somit nicht angetastet, sagt Kaulen, ohne dabei jedoch konkrete Mengen oder mögliche Gebühren zu nennen.

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