Bald Windräder auf Breiniger Wiesen?

Von: Heike Eisenmenger
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Die „Witzbolde”, die auf diesem Grundstück zwischen Breinig und Kornelimünster mit einem Golfplatz liebäugelten, lagen falsch: Hier sollen zwei Windräder errichtet werden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Breinig. Die Pläne für den geplanten Bau der beiden Windräder in Breinig hat Helmut Conrads bereits fertig in der Schublade liegen. „Zuerst muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Das ist das, was Grundvoraussetzung für alles Weitere ist”, betont der Geschäftsmann.

Der Standort für den möglichen Bau eines Windrades muss als Sondergebiet entsprechend ausgewiesen sein. Diese sogenannten Vorranggebiete müssen vorab geprüft werden.

Auf dem Areal zwischen Breinig und Kornelimünster will der 62-jährigen Steinbruchbesitzer zwei moderne, leistungsfähige Windräder aufstellen, die die 100-Meter-Marke aber nicht überschreiten sollen. Aktuell ist dort Wiesenlandschaft.

Zum Teil ist Helmut Conrads Besitzer des Grundstücks, zu weiteren Teilen gehört es zwei Landwirten. Das Areal liegt in unmittelbarer Nähe des Steinbruchs.

Betriebe sind „Stromfresser”

Ungeachtet dessen, dass regenerative Energien eine attraktive Investition darstellen, liegt es auf der Hand, dass es für den Unternehmer Sinn ergibt, in eine eigene Stromproduktion zu investieren. Die Betriebe in den Steinbrüchen in Breinig und Gressenich verbrauchen jährlich Strom in Höhe von 250.000 Euro, rechnet Conrads vor. „Das Windrad speist zwar den Strom, den es produziert, ins öffentliche Netz, aber rein faktisch würden wir uns mit den beiden Windrädern selbst versorgen”, erklärt der Breiniger.

Grüne und SPD haben ganz im Sinne der Marschrichtung auf Bundesebene bereits eine Änderung des Flächennutzungsplans gestellt. Ziel ist es, regenerative Energien zu fördern, was sich auch in attraktiven Vergütungen bemerkbar macht.

„Um den Flächennutzungsplan ändern zu können, müssen die infrage kommenden Standorte überprüft werden, ob sie die Grundvoraussetzungen erfüllen”, erläutert Andreas Pickhardt, als Amtsleiter zuständig für Wirtschaftsförderung, Kultur und Events sowie Tourismus der Stadt Stolberg. Dazu Conrads: „Es muss beispielsweise ein Abstand zur nächsten Bebauung gewährleistet sein, der das 2,5-Fache der Länge betragen muss, die das Windrad vom Boden bis zur Nabe misst.”

Conrads hat sich in der Planung entschlossen, zwei Windkraftanlagen zu bauen, die kurz unter der 100-Meter-Marke enden. Ab 100 Metern sind die gesetzlichen Vorschriften deutlich verschärft, andererseits wird es mit jedem Meter in die Höhe windiger.

Relevant für die Experten ist bei der Auswahl der Flächen, wie weit der nächste Anschluss zum Stromnetz entfernt ist und ob die Windkraftanlagen mit großen Fahrzeugen erreichbar sind. Die geografischen Begebenheiten und das zu erwartende Durchschnittswindaufkommen sind gleichfalls Punkte, die in die Betrachtung einfließen.

Gutachten frühestens 2012

Diese „groben” Gutachten sind Aufgabe der Stadt. Für diesen Zweck sei auch Geld im Haushalt vorgesehen, sagt Amtsleiter Pickhardt. „Wir können aber frühestens nächstes Jahr an die Gelder und mit den Gutachten starten”, ergänzt er.

Erfüllen die potenziellen Standorte die Grundvoraussetzungen, wird der Investor in die Tasche greifen müssen, denn nun werden detaillierte Gutachten in Bezug auf die Tierwelt, Emissionswerte und ähnliches gefordert. Die Behörde, die die Anlage genehmigt, ist die Städteregion, denn Windräder sind Anlagen, die dem Bundesimmissionsschutzgesetz unterliegen.

Investor Schmitz rechnet damit, dass es noch zwei, drei Jahre dauern wird, bis die Grundvoraussetzungen für den Bau geschaffen sind.
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