Bahnhof in der Rüst: Bedeutender Umschlagsort in der Region

Von: Jürgen Lange
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Markus Kessel dirigiert vom Auflieger aus Kannouh el Kadir im Gabelstapler. 2000 Tonnen Stahlträger für das neue Hochregallager, das Lidl für die eigene Speiseeisproduktion in Übach-Palenberg (kl. BIld) errichten lässt, werden in der Rüst umgeschlagen. Foto: J. Lange, M. Bienwald
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Markus Kessel dirigiert vom Auflieger aus Kannouh el Kadir im Gabelstapler. 2000 Tonnen Stahlträger für das neue Hochregallager, das Lidl für die eigene Speiseeisproduktion in Übach-Palenberg (kl. BIld) errichten lässt, werden in der Rüst umgeschlagen. Foto: J. Lange, M. Bienwald

Stolberg. Österreich, Stolberg, Übach-Palenberg: Der Umschlagsbahnhof in der Rüst ist Teil des Projekts „Euregio Rail Port“ der Kupferstadt.

Für Kannouh el Kadir ist es Millimeterarbeit wie gewohnt. Mit seinem Super-Gabelstapler rangiert er sicher und zügig durch den Umschlagbahnhof im Steinbruch Rüst wie gewohnt. Nur die Ladung ist derzeit ungewohnt. Normalerweise sorgt el Khadir dafür, dass die bis zu 25 Tonnen schweren Kupferbrammen für das Halbzeugwerk Schwermetall vom Zug auf den Lastwagen kommen.

Derzeit sorgt der Lebensmittelkonzern Lidl für eine Menge Abwechslung: Stolberg-Rüst ist der Endbahnhof für Stahlprofile, die für das neue Hochregallager der neuen Eisfabrik in Übach-Palenberg benötigt werden. Mit zwei Chargen Querträger oder einem Sattelschlepper voll Längsträger werden die Lastzüge beladen.

„2000 Tonnen werden über Stolberg in die Region ausgeliefert“, sagt Thomas Fürpeil. Aus dem österreichischen Krems stammen die Produkte. „Ein Schweizer Logistikkonzern hat bei uns angefragt, ob wir die Lieferungen, die per DB Cargo ankommen, umschlagen können“, sagt der Geschäftsfüher der Stolberger Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS). „Das können wir“, betont Fürpeil. Das Schwesterunternehmen VSW betreibt den Umschlagspunkt in der Rüst und leistet die logistische Unterstützung auf der Straße.

Immer wieder wird der Stolberger Hauptbahnhof oder eine seiner Außenstellen zu einer Drehscheibe für Güter aus der Region oder für die Region. Seit zwei Jahren erfolgt in der Rüst der Umschlag von jährlich 20.000 Tonnen Dünger für den Handel, der bis dato in Geilenkirchen angeliefert wurde. Auf dem Gelände des Hauptbahnhofs werden nahezu monatlich Holztransporte nach Österreich für die Schiene konfektioniert. Kupferlieferungen für Schwermetall, Erze für die Berzelius Bleihütte Binsfeldhammer, Rohstahl für Kerschgens, Material für das ESW-Röhrenwerk sowie die RWE rollen über Stolberger Schienen.

Darüber hinaus dienen die insgesamt 37 für Güterverkehr vorgehaltenen Gleise in drei Bezirken des Hauptbahnhofes auch als Zwischenstation für Güterwaggons mit anderen Zielen. Gut 1,5 Tonnen Güter werden derzeit in Stolberg zwischen Gleis und Straße umgeschlagen. In Zukunft sollen es wesentlich mehr sein.

„Euregio Rail Port“ nennt sich das Projekt, das die (wirtschafts-)politischen Akteure in der Innovationsregion Rheinisches Revier in untrennbarem Zusammenhang mit der als Folgenutzung am RWE-Kraftwerkstandort Weisweiler konzipierten Logistikzentrum sehen.

Das haben jüngste Analysen ergeben, die weiter konkretisiert werden sollen. Politische Entscheidungen dazu werden im Sommer erwartet. „Der Euregio Rail Port“ liegt unmittelbar an der Hauptstrecke zwischen Aachen und Köln und bietet Gewerbequartiere von 100 Hektar, inklusive der gut 20 Kilometer umfassenden Gleisanlagen, in mehreren Flächenmodulen im direkten Umfeld.

Dabei kommt dem Potenzial des so genannten „Filetstücks“ von Camp Astrid, den direkt an der Schiene gelegenen 7,5 Hektar, eine besondere Bedeutung zu. Dort, wo bis 1995 das 29. Logistikbataillon der Belgischen Streitkräfte Militärgüter von der Schiene auf die Straße umlud, besteht ausreichend Raum, um Ganzzüge logistisch betreuen zu können. Augenmerk wird zudem darauf gelegt, dass das Gleisnetz der EVS zukünftig nicht nur für den Personenverkehr weiter ausgebaut werden soll.

Mit dem Ringschluss zwischen Stolberg und Herzogenrath zum 12. Juni wird der projektierte Abzweig über Hoengen, Siersdorf nach Baesweiler ebenso wirtschaftlich interessant wie die Planungen einer Verlängerung über Breinig und Walheim hinaus inklusive der Streckenreaktivierung bis nach Eupen.

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