Bahnhöfe in der Kupferstadt: Höchste Eisenbahn in puncto Sauberkeit

Von: Sonja Essers
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Begutachtet und bewertet: Der Nahverkehr Rheinland (NVR) bewertet in seinem aktuellen Stationsbericht auch die Bahnhöfe in der Kupferstadt. Die Haltestelle in der Altstadt schnitt am besten ab. Dort herrschte am Dienstag allerdings ein Müllproblem. Foto: Sonja Essers
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Ein defekter Fahrstuhl an der Haltestelle Rathaus sorgte Dienstagmorgen für Ärger. Foto: Sonja Essers
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Der Hauptbahnhof wurde aufgrund der Baustelle nicht bewertet. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Am Bahnhof am Rathaus ist am Dienstag eine Menge los. Die Kupferstädter bevölkern allerdings nicht den Bahnsteig. Vielmehr hat sich vor einem der beiden Aufzüge ein Stau gebildet. Zwei Frauen mit Kinderwagen und Rollator warten darauf, dass der Fahrstuhl sie zur Straße An der Krone bringt – vergebens. Der Grund: Die Tür des Fahrstuhls schließt nicht richtig und so parkt er im Erdgeschoss.

Die Dame mit Kinderwagen tritt nach minutenlangem Warten schließlich den Rückweg in Richtung Von-Werner-Straße an. Die ältere Dame hingegen schnallt sich ihren Rollator unter den Arm und bewältigt die zahlreichen Stufen zu Fuß – bis ihr eine Passantin hilft.

„Dieser Aufzug ist öfter kaputt, als er heil ist“, sagt die Rentnerin, als sie nach einigen Minuten am Ziel angekommen ist. Am Bahnhof in der Altstadt gibt es zeitgleich ein anderes Problem: Dort warten die Fahrgäste zwischen leeren Plastikflaschen, Müll und jeder Menge Zigarettenkippen auf die nächsten Züge.

Sind die Stolberger Bahnhöfe allesamt verdreckt und nicht funktionstüchtig? Nein, ganz im Gegenteil! Der Nahverkehr Rheinland (NVR) hat in seinem aktuellen Stationsbericht herausgefunden, dass sich die Haltestellen in der Kupferstadt durchaus sehen lassen können.

Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen. Zwischen 86,61 und 90,13 Prozent erreichten die Bahnhöfe in der Kupferstadt. Der Mühlener Bahnhof und die Haltestelle am Rathaus verbesserten sich sogar im Vergleich zum Vorjahr. Verbessert werden kann dennoch eine Menge, wie ein Besuch der Stationen gestern Morgen zeigt.

Hauptbahnhof nicht bewertet

Bereits zum vierten Mal hat der NVR die Bahnhöfe im gesamten Verbundgebiet genauer unter die Lupe genommen (siehe Infobox). In Stolberg wurden die Haltestellen Altstadt, Mühlener Bahnhof, Rathaus und Schneidmühle nach den Kriterien Barrierefreiheit, Information, Komfort, Sauberkeit, Sicherheit, Vertrieb und dem Zustand des Bodens bewertet.

Der Stolberger Hauptbahnhof wurde aufgrund von Bauarbeiten nicht erfasst. Dort wird derzeit der Mittelbahnsteig an den Gleisen 1 und 2 erneuert und um 76 Zentimeter angehoben. So soll ein leichteres Ein- und Aussteigen ermöglicht werden. Eine Fußgängerbrücke und zwei Aufzüge sorgen derzeit dafür, dass die Fahrgäste die Gleisen erreichen. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten – laut Aushang – abgeschlossen sein.

Das Schlusslicht in der Kupferstadt ist der Mühlener Bahnhof. Die Haltestelle erreichte 86,61 Prozent. Bemängelt wurden dort die Sauberkeit des Gleisbetts, das Erscheinungsbild des Fahrkartenentwerters sowie der Zustand der Abfallbehälter. Gestern Morgen machte die Haltestelle jedoch einen sauberen Eindruck. Einziger Störfaktor: beschmierte Laternenpfähle.

Etwas besser schnitt die Haltestelle Schneidmühle (88,09 Prozent) im aktuellen Stationsbericht ab. Die Sauberkeit von Schildern, Wetterschutz, Grünanlagen und Gleisbett wurden bemängelt. Auch das Erscheinungsbild des Fahrkartenentwerters erntete Kritik. Von Müll wurde das Bild am Dienstagmorgen nicht geprägt. Die Schilder befanden sich in einem ordentlichen Zustand und auch die Grünanlagen waren sauber. Lediglich eine zerbrochene Glasflasche trübte den Gesamteindruck.

Müll in Gleis und Grün

Die Haltestelle in der Altstadt konnte die 90-Prozent-Marke fast knacken (89,24 Prozent). Die Sauberkeit des Wetterschutzes, des Gleisbettes sowie die Abfallbehälter und das Erscheinungsbild des Fahrkartenentwerters gerieten in die Kritik. Auch am Dienstag war die Haltestelle sehr verdreckt. Müll im Gleisbett, in der Grünanlage und am Wetterschutz dominierte das Erscheinungsbild.

Am besten schnitt in diesem Jahr die Haltestelle am Rathaus (90,13 Prozent) ab. Bemängelt wurden dort nicht nur die Sauberkeit der Vitrinen und des Gleisbettes, sondern auch Sauberkeit und Funktionalität der Aufzüge. Von Müll war gestern Morgen allerdings keine Spur. Die Haltestelle machte einen gepflegten Eindruck, die Scheiben der Vitrinen blitzen und eine Tafel mit Stolberger Sehenswürdigkeiten hieß die Fahrgäste in der Kupferstadt willkommen. Für Ärger bei den Kupferstädtern sorgte allerdings der defekte Aufzug.

Im Vergleich mit anderen Kommunen aus der Städteregion landete die Kupferstadt allerdings auf dem letzten Platz. Die fünf Haltestellen in Alsdorf fuhren Ergebnisse zwischen 85,16 (Poststraße) und 97,35 Prozent (Mariadorf) ein. In Eschweiler wurden sechs Stationen bewertet. Zwar schnitt der Hauptbahnhof am schlechtesten ab (72,08 Prozent), die restlichen Haltestellen fuhren Ergebnisse zwischen 91,03 (Talbahnhof) und 93,91 Prozent (Nothberg) ein.

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