Bahn fordert Kunden einiges an Geduld ab

Von: rpm/kol
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Nicht wie gewohnt fließen wird bald der Schienenverkehr zwischen Aachen und Eschweiler: Grund sind Arbeiten an den Oberleitungen, unter anderem im Stolberger Hauptbahnhof. Foto: K. Linden

Stolberg. Auch wenn die Bahn das Gegenteil behauptet: Dass der DB-Schienenverkehr seine Fahrgäste störungs- und verspätungsfrei von A nach B bringt, das würden wohl nur die wenigsten Bahnkunden unterschreiben. Viele sind Kummer gewohnt. Wers nicht ist, der muss es nun lernen.

Bis Ende Juni, so sagen Bahnsprecher voraus, wird es im Nahverkehr auf der Strecke Aachen-Stolberg-Eschweiler zu Beeinträchtigungen kommen, wie sie bisher kaum dagewesen sind. Den Mitarbeitern an den Beschwerdetelefonen der Bahn stehen heiße Monate bevor. Der Grund: Umfangreiche Bauarbeiten im Bereich des Stolberger Hauptbahnhofs sowie auf der Strecke zwischen Stolberg und Aachen-Rothe Erde.

Im Bahnhofsbereich erneuert die Euregio-Verkehrsschienennetz-Gmbh (EVS) die Oberleitungen: Um eine klare Schnittstelle bei Instandhaltungs- und Entstörungsarbeiten zu bekommen, muss das EVS-Netz von dem der Deutschen Bahn AG getrennt werden. Dies ist auch Voraussetzung für den noch für diesen Jahr geplanten Bau der Ringbahn Alsdorf-Stolberg.

55 neue Masten

„Hierfür müssen die bestehende Quertragwerke, die die Gleise 1 bis 104 in einer Gesamtbreite von maximal 60 Metern überspannen, aufgelöst und auf Einzelmastaufhängung umgebaut werden”, erläutert Christian Hartrampf, Technischer Geschäftsführer der EVS. Dazu müssen 55 neue Masten und Fundamente errichtet und rund zwölf Kilometer Oberleitung erneuert werden.

Bereits im Januar hat ein Spezialunternehmen mit den Arbeiten begonnen - bisher verliefen sie ohne größere Beeinträchtigungen des Verkehrs. Das wird in den kommenden Monaten bis Ende Juni anders sein. Rund vier Millionen Euro investiert EVS in das Projekt.

Wieviel die Bahn auf dem Abschnitt Stolberg - Aachen-Rothe Erde für neue Gleise ausgibt, wusste deren Sprecher Jürgen Kugelmann gestern gar nicht zu beziffern. Fakt ist: Allein in Richtung Aachen müssen 4341 Meter Gleise ersetzt und 7300 Schwellen erneuert werden. Dabei werden 5000 Kubikmeter Unterbau und 5300 Kubikmeter Schotter ausgetauscht und 4800 Kubikmeter Geotextil zur Verfestigung des Untergrunds eingebaut. In Gegenrichtung ist man bescheidener: 243 Meter neue Gleise erfordern 400 neue Schwellen, 800 Kubikmeter Unterbau, 600 Kubikmeter Schotter und 2200 Kubikmeter Geotextil.

„Die Beeinträchtigungen sind schon enorm”, weiß DB-regio-Sprecher Franz Werfens und meint damit vor allem den Nahverkehr.

Los geht es bereits an diesem Wochenende. In den Nächten von Samstag, 13., auf Sonntag, 14. März, und 14. März auf Montag, 15. März, jeweils von 0 bis 4.40 Uhr, ersetzen Busse zwischen Aachen Hbf und Eschweiler für alle Zuglinien den Zugverkehr.

Anschließend wird es immer wieder Zugausfälle, fehlende Anschlusszüge und Schienenersatzverkehre geben, und das nicht nur nachts und an den Wochenenden. „Die Arbeiten dauern bis Ende Juni. Da kommt auf unsere Nahverkehrskunden einiges zu”, sagt Jürgen Kugelmann, Sprecher Deutsche Bahn AG.

Keine Auswirkungen auf den Zugverkehr haben soll dagegen der von der EVS geplante Umbau des Stolberger Bahnhofsgebäudes. Wie berichtet, kauft die EVS den aus dem Jahr 1888 stammenden Bau von der Bahn, um dort die zentrale Leitstelle für ihr elektronisches Stellwerk zu errichten.

„Wir sind noch in den Kaufverhandlungen mit der DB Netz AG”, sagte am Mittwoch Christian Hartrampf, der sich aber zuversichtlich zeigte, diese soweit abschließen zu können, dass im Sommer diesen Jahres mit dem Umbau begonnen werden kann. „Die Arbeiten werden etwa ein Jahr in Anspruch nehmen”, so Hartrampf.
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