Bahn erneuert jetzt ihren Mittelbahnsteig

Von: Jürgen Lange und Annika Kasties
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Pünktlich hat die Deutsche Bahn mit der Erneuerung des Mittelbahnsteigs begonnen. Als erster Schritt werden die Fundamente für die provisorische Überführung eingemessen und angelegt. Im Oktober sollen Bahnsteig und neue Überführung fertiggestellt sein. Foto: J. Lange

Stolberg. Pünktlich wie die Eisenbahn hat eben die Deutsche Bahn Netz mit ihrem Part zur Sanierung des Stolberger Hauptbahnhofes begonnen. „Ganz konkret in der Nacht zum Montag“, sagt ein DB-Sprecher. Denn gearbeitet wird am Stolberger Hauptbahnhof bei laufendem Bahnbetrieb tags und nachts.

Für Bahn-Freunde, Fotografen und Historiker bieten die kommenden Wochen vielfältige Gelegenheiten, die Veränderungen am Stolberger Hauptbahnhof zu verfolgen und zu dokumentieren.

Vorbereitende Arbeiten hat es zwar schon seit vergangenen Oktober gegeben, als Streckentrenner in die Oberleitung eingebaut wurden, um einzelne elektrische Abschnitte für die Arbeiten abschalten zu können. Aber so richtig los geht es auf dem Mittelbahnsteig der DB erst jetzt.

Die kommunalen Kollegen auf dem Gelände des P+R-Platzes seit dem Spatenstich im Oktober bereits Gelände gut gemacht. Sie arbeiten mit Hochdruck an den Fundamenten für das neue Parkhaus. 377 Stellplätze soll das P+R-Gelände direkt am Gleis 44, dem Bahnsteig der Euregiobahn in Richtung Steinbachshochwald und Herzogenrath, vorweisen können. „Ende Mai soll das Parkhaus in Betrieb gehen“, sagt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm.

Das dient dann gleich auch als südlicher Eckpunkt, um barrierefrei auf den mittleren Bahnsteig an der Hauptstrecke zwischen Aachen und Lüttich gelangen zu können. „Skywalk“ wird die Überführung genannt, die von der DB gebaut und mittels Aufzügen von allen Etagen des Parkhauses und der Bahnsteigkante an der Straßenseite sowie auf dem Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 1 und 2 zu erreichen sein wird. Bis das möglich wird, wird es wohl noch Oktober werden.

Denn zunächst errichten die für die DB tätigen Unternehmen einen provisorischen Personenübergang, der noch nicht barrierefrei nutzbar sein wird. Derzeit laufen die Vermessungsarbeiten für die Fundamente der Überführung, die in Fahrtrichtung Aachen gesehen hinter dem Unterstand erstellt werden. Auf der Bahnhofsseite wird der provisorische Zugang zwischen Gleis 44 und dem Parkhaus münden.

Ende Januar soll mit dem Einheben des Fußweges die Überbrückung der Oberleitungen und Gleise abgeschlossen werden. Parallel dazu soll mit dem Abbau des DB PlusPunkt und dem Rückbau der Bahnsteigausstattung begonnen werden.

Während der zweiten Bauphase im Februar und März soll nicht nur die von Reisenden ungeliebte Unterführung zwischen den Gleisen 1/2 und 43 zurückgebaut und mit der Gründung für die neue Überführung begonnen werden, sondern der Mittelbahnsteig wird auch auf zeitgemäße Maße gebracht, die auf die Anforderungen des ab Dezember 2018 verkehrenden Rhein-Ruhr-Expresses RRX ausgelegt ist.

Die Nettolänge des bestehenden Mittelbahnsteigs beträgt insgesamt 284 Meter mit einer Höhe von 38 Zentimeter. Um die Barrierefreiheit herzustellen, muss erhöht die DB den Bahnsteig auf 76 Zentimeter auf einer Länge von 220 Meter. Derzeit beträgt die von Zügen nutzbare Länge 215 Meter.

Im Vergleich dazu hat die EVS das gegenüberliegende Gleis 43 bereits auf 230 Meter Länge barrierefrei ausgebaut. Die DB nimmt sich zuerst Gleis 2 in Richtung Köln vor, während der dritten Bauphase erfolgt von März bis Mai die Erneuerung an Gleis 1 in Richtung Aachen.

Spannend wird es in Stolberg auch während der vierten Bauphase zugehen, wenn ab Juni die Stützen und die Treppe der neuen Überführung im Mittelbahnsteig und an dem neuen Parkhaus gebaut werden. Direkt im Anschluss erfolgt die Montage des Stahlüberbaus der Überführung über die Gleise. Parallel dazu soll der DB PlusPunkt wieder aufgebaut. Danach sollen die Arbeiten am Treppenturm auf dem Bahnhofsvorplatz abgeschlossen werden.

Während der fünften Bauphase im September und Oktober ist vorgesehen, Aufzüge und Maschinentechnik zu installieren. Mit der Inbetriebnahme kann der Rückbau der provisorischen Überführung erfolgen und Restarbeiten erledigt werden.

Da der Mittelbahnsteig nicht von der Straße aus erreichbar ist, können die Arbeiten nur vom Gleis aus erfolgen. Dies bedingt die Umleitung von Zügen vom gewohnten Haltegleis auf die alternativen Bahnsteigen in Stolberg. „Der Zugverkehr bleibt aber während der Bauarbeiten bestehen“, betont der Bahnsprecher: „Die Wegeführung zu den wechselseitigen Zughalten wird ausgeschildert“.

Für ihre Baustelleneinrichtung und für den Bauzug hat die DB Flächen angemietet im Gütergleisfächer der EVS.

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