Bahais feiern mit Gebet, Gesang und iranischen Speisen

Von: Toni Dörflinger
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Fröhlichkeit pur: Die Stolberger Bahai-Gemeinde hatte Glaubensfreunde aus der Region eingeladen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Iran eine neue Religion gegründet worden. Sie wird als Bahai bezeichnet und vereinigt Elemente des Christentums, des Islams und des Judentums.

Die Wurzeln der Religion liegen im schiitischen Islam und gehen auf das Wirken zweier Stiftergestalten zurück: Sayyid Ali Muhammad (1819-1850), genannt „der Bab” (Das Tor) und Mirza Husayn Ali Nuri (1817-1892), genannt „Baha´u´llah” (Herrlichkeit Gottes).

Die Entstehung dieser Religion wurde jetzt von der Stolberger Bahai-Gemeinde gefeiert.

Treffpunkt für Andacht und gemütliches Beisammensein war ein Privathaus an der Prämienstraße. An der Veranstaltung nahmen rund 20 Menschen teil, die aus der Region stammen und sieben unterschiedlichen Nationen angehören. Der 28-jährige Tim Halabi leitete die Veranstaltung und versah die Feier mit Gebeten, religiösen Zitaten und Liedern.

Die Lieder, die vom Frieden und der Allmacht des einen und einzigen Gottes handelten, wurden von der aus Goldcoast (Australien) stammenden 22-jährigen Grundschullehrerin und Musikerin Tahereh Etehad vorgetragen. Sie begleitete die Lieder nicht nur mit ihrer Gitarre, sondern setzte dazu auch ihre wohlklingende, melodische Stimme ein. Die Gebete und Zitate drehten sich um die Inhalte der Bahai-Religion, die die Einheit Gottes, der Religionen und der Menschheit betont sowie sich zu Frieden, Gleichheit von Mann und Frau und dem Einklang von Vernunft und Wissenschaft, bekennt.

Auch wenn die Bahai-Religion sich vom Christentum unterscheidet, erinnerten Form und Inhalte der Andacht ein wenig an die Gestaltung und an das Erscheinungsbild, das auch von der ökumenischen Taiz-Bewegung gepflegt wird. Nach der Andacht - deren Texte von religiöser Toleranz und der Liebe Gottes zu den Menschen geprägt waren - lud Gastgeberin Puran Khoshmashrab, die auch die Tante der jungen australischen Musikerin ist, zu einem Essen ein, dessen Speisenfolge iranisch gekennzeichnet war.

Demokratische Regeln

Geleitet wird die neunköpfige Stolberger Bahai-Gemeinde, deren Mitglieder 17 bis 78 Jahre alt sind, von Iradj Tehrani. Der 78-jährige Vorsitzende - die Bahai kennen kein Priestertum - muss sich Ende des Monats einer Wiederwahl stellen. Allerdings gilt die Wiederwahl noch nicht als sicher, da nach den demokratischen Spielregeln der Bahai jeder Versammlungsteilnehmer für das Vorsitzendenamt in Frage kommt.
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