Stolberg - Bäume weichen neuem Bett des Münsterbachs

Bäume weichen neuem Bett des Münsterbachs

Von: Jürgen Lange
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Gerodet ist der erst vor gut 1
Gerodet ist der erst vor gut 15 Jahren aufgeforstete Wald im Naturschutzgebiet der Hamm. Dort gräbt der Wasserverband Eifel-Rur dem Münsterbach ein neues Foto: J. Lange

Stolberg. Es war nicht der Biber, der ganze Arbeit im Naturschutzgebiet in der Hamm geleistet hat. Dort steht kaum noch ein Baum. Das gesamte Gelände zwischen dem Münsterbach und der Hammstraße ist gerodet. Bis hin zum Verbindungsweg an der Nepomukmühle vorbei zum Kohlbusch zieht sich die Spur der Waldarbeiter.

Dabei ist das Gelände erst vor gut 15 Jahren durch das Stolberger Forstamt aufgeforstet und naturnah gestaltet worden. Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für die Verlegung einer Gaspipeline war das Areal eigens angekauft worden.

Zuvor hatte ein privater Grundbesitzer dort den alten Fichtenbestand geerntet. Stolberg erntete nicht nur Ökopunkte, sondern auch der junge Naturbestand entwickelte sich prächtig. Sogar der Biber wurde hier heimisch.

Der ist aber in der nächsten Zeit erst einmal in seiner Ruhe gestört. Denn dem Münsterbach wird in dem Naturschutzgebiet ein neues, zweites Bett gegraben und das umliegende Gelände als Überschwemmungsfläche ausgeprägt.

Der Wasserverband Eifel-Rur setzt in diesem Jahr die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz im Münsterbachtal um. Dazu zählt neben der Errichtung einer neuen Brücke in der Spinnereistraße und Verbesserungen für die Anwohner der unteren Schneidmühle vor allem die Neugestaltung des Bachbettes.

Im Fall eines Hochwassers soll dem Münsterbach mehr Platz geboten werden, damit Anlieger von seinen Wassermassen verschont bleiben. Insbesondere der alte Arm, der südöstlich den Atscher Gewerbepark umfließt, soll entlastet werden.

Die alten Wehre, die einst für die Textilproduktion erforderlich waren, werden umgebaut. Breiter und leistungsstärker wird das neue Bett ausgestaltet, das der Münsterbach bei Hochwasser sogar verlassen soll, um seine Kraft in der Breite des Tales zu verlieren. Gleichzeitig wird das Areal naturnah neu gestaltet.

Umfangreiche Analysen

Bei umfangreichen Voruntersuchungen hatte der Wasserverband alternative Möglichkeiten zum Hochwasserschutz ausgelotet. Ein Aufbruch der vorhandenen Wehre, eine Veränderung des Hauptwasserabflusses und die Schaffung von Überschwemmungsräumen kristallisierten sich als einzig wirksame Möglichkeiten heraus. Mit rund 800 000 Euro werden die Kosten für die Hochwasserschutzmaßnahme kalkuliert.

Nachdem ein Förderantrag des Wasserverbandes Eifel-Rur positiv beschieden ist, stehen derzeit Details der Vergabe und Zeitplanung auf der Agenda. Im Sommer sollen die eigentlichen Arbeiten in der Hamm beginnen.

Die Rodung des bestehenden Baumbestandes im Naturschutzgebiet wurde mit Blick auf die Schutzzeiten für brütende Vögel vorgezogen. Bis zur Fertigstellung des neuen Talprofils werden auch die vielen Naturfreunde bei ihren Wanderungen durch die Hamm mit Einschränkungen und schmutzigen Schuhen rechnen müssen - bis die pure Natur ins Münsterbachtal zurückkehrt.
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