Stolberg - Bachs Werk eindrucksvoll wiedergegeben

Bachs Werk eindrucksvoll wiedergegeben

Von: Toni Dörflinger
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Meisterhaftes Orgelspiel: Gotthard Gerber aus Iserlohn spielte in der Finkenbergkirche Werke von Johann Sebastian Bach und seinen Wegbegleitern. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Von Bach verfasste oder von Bach beeinflusste Werke standen am Sonntagnachmittag auf dem Programm der Aufführung, die die von Kantor Gunter Antensteiner organisierte Reihe „Internationaler Konzertzyklus auf dem Finkenberg” abschloss.

Gespielt wurde die Orgel der Finkenbergkirche von Kirchenmusikdirektor Gotthard Gerber aus Iserlohn. Gerber, der in Thüringen geboren wurde und auf eine internationale Konzerttätigkeit zurück blicken kann, verstand es, den Werken, die sich rund um das Leben und Wirken von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) drehten, auf virtuose Art und Weise Leben einzuhauchen. Sein meisterliches Spiel gab den Bach-Werken Format und Größe.

Werk von Georg Böhm

Das Konzert begann mit der Choralbearbeitung „Nun bitten wir den heiligen Geist” von Dietrich Buxtehude. Buxtehude war Bachs Lehrmeister und hat das Schaffen des genialen Musikers nicht unwesentlich mit geprägt. Das von Gerber sacht und leise gespielte Stück war die passende Überleitung zu dem kraftvoll in Szene gesetzten „Vater unser im Himmelreich” von Georg Böhm. Bach hat Böhm sehr geschätzt.

In dem Notenbuch der Anna Maria Bach, in dem Bachs Ehefrau besonders geliebte Stücke aufbewahrte, ist ein Menuett von Georg Böhm (1661-1733) aufbewahrt. Danach wurde Bach selbst Referenz erwiesen. Besonders eindrucksvoll und markant spielte Gotthard Gerber das Stück „Kunst der Fuge” von Bach. Denn in dem Moment, als man eine Fortführung der Tonfolgen erwartete, brach Gerber das Orgelspiel plötzlich ab. Richtig und nachvollziehbar: Denn Bach hat dieses Werk wegen seiner Erblindung und dem nachfolgenden Tod nicht zu Ende bringen können.

Demnach wird Bachs Schlussfuge in der Musikliteratur als die Unvollendete bezeichnet. Bachs Tradition verpflichtet fühlt sich auch Lothar Knepper, der 1968 als Auftragskomposition das „Palindrom” schrieb. Dieses Werk führte Gotthard Gerber nicht nur mit großem Erfolg in Dänemark und den USA auf, sondern präsentierte es auch am Sonntag eindrucksvoll den Besuchern in der Finkenbergkirche.

Luthers „Abendsegen”

Das Konzert endete mit dem „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen”, das ebenfalls Knepper komponiert hat. Eine dazwischen liegende Konzertpause nutzte Pfarrerin Elke Gericke, um den „Abendsegen” von Martin Luther vorzutragen. Ein weiteres kirchenmusikalisches Konzert findet am Sonntag, 22. November, in der katholischen Pfarrkirche St. Lucia statt. Dann führt die evangelische Kantorei Werke von Haydn, Mozart und Mendelssohn auf.
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