AWO ist erste Wahl für den Donnerberg

Von: Michael Grobusch
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Teilflächen des Spielplatzes
Teilflächen des Spielplatzes an der Josefstraße sollen für den Neubau einer dreigruppigen Kindertagesstätte genutzt werden. Als Träger schlägt die Stadtverwaltung die Arbeiterwohlfahrt vor. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das letzte große Puzzleteil fehlt noch, um das Gesamtbild zu komplettieren: Damit der Betreuungsbedarf für Kinder ab dem ersten Lebensjahr auch auf dem Donnerberg in Zukunft gedeckt werden kann, soll eine neue, drei-gruppige Kindertagesstätte in dem Stadtteil gebaut werden.

Den aus ihrer Sicht geeigneten Standort hatte die Verwaltung mit dem Spielplatz an der Josefstraße bereits vor der Jahreswende benannt, den potenziellen Träger wird sie dem zuständigen Jugendhilfeausschuss nun am 23. Februar vorstellen: die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Aachen-Land.

Für die Mitglieder des Gremiums dürfte es zu einem Déjà-Vu-Erlebnis kommen, denn schon einmal hatte Fachbereichsleiter Willi Seyffarth für die AWO als freien Träger einer Kita plädiert. Das hatte in der Politik für Diskussionen und unter den zwei engeren Kandidaten zu einem regelrechten Wettbewerb geführt, an dessen Ende die Caritas Lebenswelten wegen des (geringfügig) besseren Angebotes die Nase vorn hatte. In der Konsequenz hat sie Ende 2011 mit dem Bau einer Einrichtung am Obersteinfeld begonnen, deren Eröffnung für August vorgesehen ist.

Im zweiten Anlauf soll nun auch die Arbeiterwohlfahrt zum Zuge kommen - auf dem Donnerberg. Alternativen nennt die Verwaltung nicht, sie verweist stattdessen darauf, „dass die Arbeiterwohlfahrt besonders Gewähr bietet, den Auswahlkriterien Rechnung zu tragen”. Das sind explizit die Erfahrungen im Bereich des wirtschaftlichen Betriebes von Tageseinrichtungen - die AWO verweist in ihren Referenzen auf 69 Trägerschaften im Bezirk Mittelrhein - und die „fachliche Qualität und überzeugende pädagogische Konzeption”, wie es Willi Seyffarth formuliert.

50 Plätze in drei Gruppen soll die neue Kita bieten, 28 für Drei- bis Sechsjährige und 22 für Kinder unter drei Jahren. Damit will die Stadt der Erfüllung des ab 2013 geltenden Rechtsanspruches ein bedeutendes Stück näherkommen. „Der Zeitplan ist natürlich ambitioniert. Wir hoffen aber dennoch, dass die neue Einrichtung zum Kindergartenjahr 2013/14 den Betrieb aufnehmen kann”, ist der städtische Abteilungsleiter Josef Offergeld zuversichtlich, auch wenn die eigentlichen Verhandlungen und Detailplanungen erst beginnen können, wenn der Jugendhilfeausschuss der Verwaltung dazu den Auftrag erteilt hat.

Unabhängig von den noch genau zu benennenden Zahlen ist aber Willi Seyffarth sicher, dass das vorgeschlagene Modell „aus fachlicher und wirtschaftlicher Sicht” das günstigste sein wird. „Insbesondere angesichts der Kosten im investiven Bereich ist eine Lösung mit einem Bauträger in Kombination mit der Übernahme des Betriebes durch einen freien Träger zu favorisieren”, betont der Fachbereichsleiter.

Verbunden werden sollen mit dem Neubau weitere Veränderungen an Kindertagesstätten in der Atsch und auf dem Donnerberg. In der katholischen Kita St. Sebastianus sind zwei zusätzliche Gruppen vorgesehen, in der Kita Mozart-straße werden durch eine Gruppenumwandlung zusätzliche Kapazitäten für Kleinkinder geschaffen. „Damit werden im Gesamtsozialraum der innerstädtischen Achse genügend U 3-Plätze zur Verfügung stehen”, stellt Josef Offergeld fest. Die Kindertagesstätte Höhenstraße wird im Gegenzug von drei auf zwei Gruppen reduziert, um die vom Landschaftsverband Rheinland geforderten Gruppennebenräume einrichten zu können. Statt 70 Kinder werden dann zukünftig nur noch 25 Kinder in der ehemals kirchlichen Einrichtung Platz finden - davon sechs Kinder im Alter von zwei Jahren.

So soll es also aussehen, das erwähnte Gesamtbild, das beim städtischen Abteilungsleiter Wohlbefinden auslöst: „Aus heutiger Sicht haben wir bei der U 3-Betreuung noch kleine Handlungsspielräume. Die Erfüllung des Rechtsanspruches sehe ich deshalb nicht gefährdet.”

Zahlen und Zeiten zu der neuen Kindertagesstätte

Die geplante Struktur der neuen Kindertagesstätte an der Josefstraße sieht zwei Gruppen mit je sechs Zwei- und 14 Drei- bis Sechsjährigen vor. Hinzu kommt eine Gruppe mit zehn Kindern im Alter bis zwei Jahre.

Betreuungsmöglichkeiten sollen zwischen 7 und 16 Uhr geboten werden, der Anteil der Ganztagsbetreuung wird vom Jugendamt mit 50 Prozent angesetzt.

In der Kita werden zehn Personen beschäftigt, davon sieben ganztags.

Der Bedarf für die Gebäudefläche beträgt rund 450 Quadratmeter, die rückwärtig gelegene Außenfläche umfasst 1400 Quadratmeter. Vom derzeitigen Spielplatz an der Ecke Josefstraße/Erikaweg würden somit etwa 600 Quadratmeter erhalten bleiben, was die Verwaltung für „vertretbar” hält.

12.000 Euro veranschlagt die Stadt, um die bauplanerischen Voraussetzung zur Umsetzung der Maßnahme zu schaffen. Die Höhe des Investitionszuschusses für die Ersteinrichtung der Kita sowie der kommunalen Anteile an den Betriebskosten und den Mietpauschalen können laut Willi Seyffarth derzeit noch nicht beziffert werden.

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