Autor, Musiker und Germanist Christoph Leuchter lockt 130 Menschen

Von: Dirk Müller
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Christoph Leuchter begeistert 130 Gäste mit einer musikalischen Lesung aus seinem neuen Roman „Amelies Abschiede“ im Museum Zinkhütter Hof. Foto: D. Müller

Stolberg. Dass das Museum Zinkhütter Hof in Kooperation mit der „Bücherstube am Rathaus“ eine Autorenlesung in der Kupferstadt veranstaltet, mag nichts Ungewöhnliches sein – dass aber gut 130 Menschen dann dem Ruf der Literatur folgen hingegen schon eher. So ist es geschehen, als Christoph Leuchter aus seinem zweiten Roman „Amelies Abschiede – Eine Lügengeschichte“, erschienen im renommierten Steidl-Verlag, las.

Leuchter lebt in Würselen, unterrichtet unter anderem an der RWTH in Aachen, hatte aber auch in Stolberg ein „Heimspiel“, da der Autor, Musiker und Germanist den Kirchenchor von St.-Hermann-Josef auf der Liester leitet.

Doch nicht nur die vielseitige wie sympathische Person Christoph Leuchter, sondern auch „Amelies Abschiede“, ein von der Kritik gelobtes Buch, lockte die Gäste in den Multifunktionssaal des Zinkhütter Hofs.

„Ich habe selten so einen gut durchkomponierten, spannenden Roman gelesen“, sagte Buchhändler Wolfgang Krüpe bei der Begrüßung und sprach damit den Besuchern, die das Werk bereits kannten, gemessen am anschließenden Beifall scheinbar aus der Seele. Anders als bei der zuvor erfolgten Premierenlesung in Hamburg präsentierte Leuchter in der Kupferstadt keine ausgewählten Passagen, las stattdessen den Beginn des Buches vor.

Amelie liegt im Krankenhaus und ihre Gedanken wie „je länger ich darüber nachdenke, desto schwieriger erscheint der Anfang, und die Angst vor dem Ende wächst“ fesselten die Gäste der Lesung. Leuchter ließ die Besucher teilhaben an den Erinnerungen der Protagonistin, die zum Beispiel an die Beerdigung ihres Vaters denkt, bei der ein weiß gekleidetes Blumenmädchen für Irritationen sorgte.

Beim anschließenden Beerdigungscafé löste „Plauderton die Friedhofstille ab“, und „an der Theke drehte ein Kellner die Musik lauter“ war eins der passenden Stichworte für Harald Claßen, die Lesung virtuos zu bereichern.

Der begnadete Musiker aus den Reihen der „Christoph Leuchter Band“ begeisterte das Publikum mit dem einfühlsamen Spiel seiner Klarinette und seines Sopran Saxofons, und auch Leuchter war nicht nur lesend zu hören, sondern erfreute die Gäste auch am Flügel.

Die hoch atmosphärische musikalische Lesung gelangte zu einem ihrer Höhepunkte, als der Autor seine Protagonistin Amelie die letzte gemeinsame Autofahrt mit ihrem verstorbenen Vater Revue passieren lässt. Ziel des Ausflugs ist ein Strandrestaurant an der niederländischen Küste, wo Amelie den bedeutungsvollen Satz „ich bin nicht dein Vater“ zu hören bekommt.

Ein Satz, der ihre literarische „Lügengeschichte“ und ein packendes Familiendrama nach sich zieht, das Leuchter in mehreren Schichten als einen Sog von Geschehnissen, Erinnerungen, Vorstellungen zwischen tatsächlich Erlebtem und Fantasie über fast 250 Seiten faszinierend beschreibt.

Ein Satz, mit dem der Autor am Ende der einstündigen Lesung viele neugierig gemachte Leser zurückließ, denen er allerdings ein charmantes Versprechen mit auf den Weg gab: „Beim nächsten Mal, wenn wir uns irgendwo treffen, lese ich Ihnen dann das ganze Buch vor“, verabschiedete Leuchter sich unter großem Applaus.

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