Autobahnanbindung: Stolberg wartet weiter auf Anschluss

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Trotz knapper Kassen kann die
Trotz knapper Kassen kann die Stadt einige Projekte vorantreiben: Dazu zählen 2013 die Sanierung der Aachener Straße, die Rhenaniastraße und die Werther bzw. Derichsbergerstraße. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Vor rund zwei Jahren hat das Verkehrskonzept „Stolberg West” bei Breinigern, Büsbachern und Münsterbuschern für ziemlich viel Wirbel gesorgt.

Von Ent- und anderweitiger Belastung war da die Rede, als es Prognosen für das (damals ferne) Jahr 2025 aufstellte. Die Anwohner wollten lieber kurzfristige, kleinere Lösungen als langfristige, große Pläne.

Seitdem ist es ruhig geworden um Tangenten, Umgehungsstraßen und entschärfte Ortsdurchfahrten, das Jahr 2025 ist jetzt nicht mehr ganz so weit weg und schon in weniger als drei Jahren muss ein neuer Landesstraßenbedarfsplan aufgestellt werden. Das Verkehrskonzept „West” allerdings ist längst wieder in den Schubladen gelandet und wenn nicht alles täuscht, wird es weder in fünf, zehn oder zwanzig Jahren eine Ortsumgehung für Breinig und seine Nachbarorte geben. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass man Verkehr nicht einfach irgendwo verdrängen kann, ohne dass andere Stadtteile darunter zu leiden hätten”, sagt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt.

Der Kampf um den Anschluss

Statt um Tangenten und Ortsumgehungen geht es den städtischen Planern zunächst wieder um den fehlenden Autobahnanschluss. Und dann könne von Entlastung ohnehin keine Rede mehr sein, meint der Fachbereichsleiter. „Wenn der Anschluss kommt, gibt es eher noch mehr Verkehr als weniger.”

Doch das dürfe ohnehin nicht das entscheidende Kriterium sein. „Wir leiden darunter, dass wir, auch wenn die nächsten Anschlüsse in Brand und Eschweiler vielleicht nur eine Viertelstunde entfernt sind, keinen eigenen haben.” Die geplante Autobahnzufahrt in Eilendorf wäre aus Stolberger Sicht ebenso „hilfreich” (Pickhardt) wie einer über Camp Astridin Eschweiler. Nur gibt es beim zweiten ein grundsätzliches Problem: Einem Anschluss an der Raststätte „Aachener Land” schiebt der Bund (bislang) einen Riegel vor, einen Anschluss zwischen Aachener Kreuz und Eschweiler-West kann es aufgrund der geringen Entfernung nicht geben. Was bleibt, ist Hoffnung. „Wir wären ja schon zufrieden, wenn wir an die Aachener Straße in Eschweiler so angeschlossen werden könnten, dass die Autobahnauf- und abfahrt in greifbarer Nähe ist”, sagt Andreas Pickhardt. Doch für einen „normalen” Straßenanschluss im Bereich Eschweiler-Röhe stellt sich die Nachbarkommune quer.

Was die L 238n angeht, „stehen wir an einem Punkt, wo wir vor einem Jahr schon waren”, sagt Pickhardt. Als sich im Frühjahr der nordrhein-westfälische Landtag auflöste und außerplanmäßig neu gewählt wurde, da rückten auch sämtliche Straßenbauvorhaben in den Hintergrund. „Wir sind einigermaßen zuversichtlich was den zweiten Bauabschnitt angeht. Ob der dritte aber überhaupt kommt, dass will ich im Moment nicht beurteilen.” Das Land müsse sparen, „da sind neue Straßen einfach schwer zu realisieren”, will Pickhardt beim Thema Umgehungsstraßen ohnehin nicht zu sehr ins Detail gehen. „Man muss einfach sagen: Der Infrastrukturausbau steht heutzutage hinten an, so blöd das auch klingt. Man kann froh sein, wenn Infrastruktur erhalten wird.”

Die Voraussetzungen für eine Kommune, die selbst kein Geld im Überfluss hat, werden dadurch nicht besser. Und doch sagt der Fachbereichsleiter: „Wir sind froh, dass wir trotz knapper Kassen einige Projekte vorantreiben können.”

Drei Sanierungen im Plan

Dazu zählen 2013 auf jeden Fall die Sanierung der Aachener Straße inklusive Bürgersteigen, die Rhenaniastraße, „soweit sie städtisches Gebiet betrifft”, und die Werther- bzw. Derichsbergerstraße.

Zusätzlich soll auf großen Ausfallstraßen (Büsbach, Atsch) der Verkehr „verträglicher” gestaltet werden, wie es Andreas Pickhardt ausdrückt. „Das heißt nicht, dass weniger Autos auf den Straßen fahren werden, sondern das wir mit Parkstreifen, ein bisschen Grün und Fußgängerüberwegen mehr für die Sicherheit machen und den Verkehr entzerren.”

Eine klare Meinung hat der Fachbereichsleiter auch zur Campus-Bahn, so sie denn tatsächlich realisiert wird: „Das wäre zu begrüßen, alles andere wäre ja provinziell.” Die gute und schnelle Busanbindung nach Aachen-Brand würde Stolberg zugute kommen, „verkehrstechnisch werden wir vom neuen Campus ansonsten kaum was merken.”

Viel Lob erhält das städteregionale Verkehrsmodell vom Stolberger Fachbereichsleiter, auch deshalb, „weil heutzutage Straßenprojekte ohne die enge Abstimmung mit den Nachbarkommunen kaum zu realisieren sind”. Das Beispiel Camp Astrid und der aus Stolberger Sicht gewünschte Autobahnanschluss zeigt aber auch, wie schwierig Planungen und Verhandlungen allein auf kommunaler Ebene sein können, von der Entscheidung auf Landes- und/oder Bundesebene einmal ganz abgesehen.

Und deshalb sagt Andreas Pickhardt: „Auch wenn es manchmal frustrierend ist: Wir können uns leider nicht aussuchen, wann was realisiert wird. Was uns bleibt, ist immer und immer wieder auf die Notwendigkeit von Projekten aufmerksam zu machen.”

Nachtigällchen: Großbaustelle für 2013 anvisiert

Drei in einem: Im besten Fall kommt auf die Stolberger im kommenden Jahr eine (Groß-)Baustelle zu, die sich gewaschen hat. Drei Baumaßnahmen in einer sollen nämlich 2013 im Bereich Nachtigällchen umgesetzt werden, hofft Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt.

Entwässerungsarbeiten stehen als erster Schritt auf jeden Fall an, zusätzlich soll die Brücke über der Vicht an der Kurt-Schumacher-Straße umfassend saniert werden. Gleichzeitig soll aus städtischer Sicht Kreisverkehr an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/Zweifaller Straße installiert werden. „Wir stehen auf der Prioritätenliste fast ganz oben”, sagt Pickhardt. „Es bietet sich an, alles in einem anzupacken.” Die Kurt-Schumacher-Straße für die etwa anderthalb Jahre dauernde Baumaßnahme gesperrt.

Die Finanzierung sei noch nicht abschließend geklärt, einen Vorfinanzierungsvertrag hat die Stadt aber ausgearbeitet. Eine Entscheidung soll Ende des Jahres fallen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert