Stolberg - Ausstellung: Zwölf Meter Zeitgeschichte in Schwarz-weiß

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Ausstellung: Zwölf Meter Zeitgeschichte in Schwarz-weiß

Von: oha
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Paul Zysk hat eine gleichermaßen informative wie lebendige Ausstellung zusammengestellt. Foto O. Hansen Foto: Hansen
Paul Zysks
Paul Zysk hat eine gleichermaßen informative wie lebendige Ausstellung zusammengestellt. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die Kriegsjahre hat Paul Zysk am eigenen Leib als Kind miterlebt. Seine Cousine hat seinerzeit immer wieder Situationen mit ihrer Kamera in Fotos festgehalten. So sind beeindruckende Dokumente entstanden, die Zysk jetzt im Rahmen einer Ausstellung für die Stolberger Burg zusammengestellt hat.

„Ich bin in Ostpreußen geboren“, erinnert sich Paul Zysk. „Vor dem Zweiten Weltkrieg sind wir dann nach Marienheide ins Bergische Land gezogen.“ Der Vater habe geahnt, dass der Krieg bevorstehe und gehofft, so zumindest nicht im umkämpften Grenzgebiet wohnen zu müssen. „Trotzdem ist er gleich nach Ausbruch des Krieges als junger Mann von 29 Jahren zu den Soldaten eingezogen worden.“ Sechs Jahre fehlte er seiner Familie, musste teilweise auch an der russischen Front kämpfen.

Paul Zysk war acht Jahre alt, als sich der Ring der späteren Siegermächte immer enger um die deutsche Wehrmacht zog. Viele deutsche Soldaten tauchten auf ihrem Rückzug in Marienheide auf. „Ich habe bei ihnen in der Scheune geschlafen“, erinnert sich Zysk. Keine einfache Zeit sowohl für die Kämpfer als auch für die verbliebenen Einwohner im Ort.

Die Cousine hielt vieles auf ihren Schwarz-Weiß-Fotos fest. Paul Zysk, heute 78 Jahre alt, stellte daraus eine besonders informative wie lebendige Ausstellung zusammen. „Die Fotos ergeben aneinandergereiht eine Strecke von zwölf Metern“, erzählt Zysk. Er hat die Bilder auf festen Holzplatten angebracht, jeweils 120 Zentimeter hoch und 80 Zentimeter breit.

Die Fotos auf den 16 Platten sind jeweils mit passenden erläuternden Texten versehen. Etwa die Bilder von überfüllten Flüchtlingszügen. Zysk: „Viele Familien wurden damals getrennt, weil sie nicht alle einen Platz in den Zügen fanden. Das Wiedersehen erfolgte oft viel später, und auch nur mit Hilfe von Suchdiensten.“ Manche Bilder zeigen, wie Kinder auf Bänken Platz nehmen mussten, die auf dem Zugdach montiert waren.

Seine Ausstellung war schon an etlichen Schulen zu sehen. Aktuell wird sie am kommenden Wochenende in der Stolberger Torburg zu sehen ein. Geöffnet ist die Schau samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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