Stolberg - Ausstellung zu 100 Jahre Sportabzeichen

Ausstellung zu 100 Jahre Sportabzeichen

Von: oha
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Kai Hilger (3.v.l.) vom Sport- und Olympiamuseum erläuterte die Exponate in den Vitrinen den Interessenten von der Sparkasse, Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers (r.) sowie Sascha Schaffrath und Klaus Wohnaut(v.l.). Zur Schau beigetragen hat Karl Biernat. Foto: O. Hansen

Stolberg. Das Deutsche Sportabzeichen feiert Jubiläum – seit 100 Jahren wird die Auszeichnung inzwischen an engagierte Freizeitsportler verliehen. Anlass für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die wechselhafte Geschichte des „Fitnessordens“ im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren. Die Exponate sind derzeit in der Stolberger Geschäftsstelle (Rathausstraße) der Sparkasse Aachen zu sehen.

Das Deutsche Sport- und Olympiamuseum hat die einzelnen Ausstellungsstücke im Auftrag des DOSB zusammengetragen. Eine große Hilfe war dabei Uwe Kasten aus Eschweiler, der sogar ein Sportabzeichen aus dem Jahr 1913 beisteuern konnte.

Die Ausstellung beginnt denn auch mit den Ursprüngen des Deutschen Sportabzeichens, das nach schwedischem Vorbild 1913 von Carl Diem in Deutschland etabliert wurde. Seinerzeit schafften es in Deutschland lediglich vier Sportler, die strengen Anforderungen des Abzeichens zu erfüllen.

Die weitere Entwicklung in der Zeit des Ersten Weltkrieges ist ebenso Thema der Schau wie die Instrumentalisierung der Auszeichnung unter den Nationalsozialisten.

Aufstieg nur mit Abzeichen

Die Exponate in den Vitrinen der Schau sowie die Erläuterungen auf Bannern zeigen die unterschiedliche Entwicklung des Sportabzeichens in Westdeutschland und der früheren DDR auf. Im Osten war der berufliche Aufstieg eng mit dem Ablegen des Sportabzeichens verbunden. Wer was werden wollte, musste das Abzeichen gleich mehrfach erwerben.

Fotos der Ausstellung legen dar, dass man das Abzeichen gleich nach dem Krieg nur unter erschwerten Bedingungen ablegen konnte. Die meisten Sportstätten waren zerstört. Da wurde die Laufprüfung dann schon einmal barfuß und auf Straßenasphalt absolviert.

Auch prominente Politiker wie Ex-Bundespräsident Horst Köhler haben das Sportabzeichen erworben. Ein Foto zeigt ihn beim Lauftraining. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist zu sehen, wie er beim Weitsprung die Marke von 4,41 Metern schafft. Norbert Blüm wird beim Training für das fünfte Goldene Sportabzeichen gezeigt.

Zum 100-jährigen Jubiläum wurde das Deutsche Sportabzeichen einer grundlegenden Reform unterzogen. Der Akzent liegt nun auf der Förderung der vier motorischen Grundfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Geprüft werden die Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Geräteturnen und Radfahren.

Hinzu kam die Einführung der Leistungsstufen Bronze, Silber und Gold. Die Anforderungen für Bronze sind für Menschen mit geringerer Fitness gedacht, Gold erfordert ein hohes Trainingspensum. Kinder können das Abzeichen nun ab sechs Jahren erwerben, im Seniorenbereich gibt es die neuen Altersklassen 80 bis 84, 85 bis 89 und 90+.

Zur Eröffnung der Ausstellung hob Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers hervor, dass die Sparkasse das Sportabzeichen seit Jahren unterstützt. Unter den Schulen der Städteregion mit den meisten abgelegten Sportabzeichen in Relation zur Schülerzahl, werden in diesem Jahr 9200 Euro ausgelobt. Das Spendengeld soll zur Anschaffung von Sportgeräten oder Trikots dienen. Abgabeschluss zur Meldung seitens der Schule ist der 15. Januar 2014.

Karl Biernat, ein Ideengeber der Ausstellung, befürchtete gestern allerdings, dass der neue Modus zum Erwerb des Sportabzeichens so manche Schule überfordern könnte. „Die Anforderungen sind komplizierter geworden, der Aufwand größer. In Eschweiler haben sich die ersten Lehrer schon beschwert.“

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