Ausstellung mit Werken von Janet Brooks Gerloff eröffnet

Von: Dirk Müller
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Der „doppelte Kulturmorgen“ mit beeindruckender Kunst von Janet Brooks Gerloff und dem ansprechenden Konzert des ostbelgischen Vokalensembles „Carmina Viva“ im Museum Zinkhütter Hof zog mehr als 200 Interessierte an. Foto: D. Müller
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Die Ästhetik und der inhaltliche Ausdruck der Werke von Janet Brooks Gerloff fasziniert die Besucher.

Stolberg. Das Interesse an der Matinee-Veranstaltung ist groß gewesen: Mehr als 200 Menschen strömten am Sonntagvormittag in das Museum Zinkhütter Hof, um Kultur auf hohem Niveau und im Doppelpack zu erleben. Die Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Janet Brooks Gerloff und ein vorheriges Konzert des Vokalensembles „Carmina Viva“ hatten sie angelockt, und der frühe Weg in das Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte war mehr als lohnenswert.

Noch bevor das ansprechende Konzert des ostbelgischen Chores begann, galt der erste Applaus des Tages dem Galeristenpaar Christa und Karl-Heinz Oedekoven.

Museumsleiter Sebastian Wenzler dankte den beiden für die Organisation dieser Veranstaltung und ihrem „seit Jahren hingebungsvollen Engagement in Sachen Kunst in Stolberg“. Unter der Leitung von Rainer Hilger begeisterte anschließend „Carmina Viva“ mit spiritueller Chormusik aus aller Welt. Teils leidenschaftlich und temperamentvoll, teils andächtig und hoch atmosphärisch bot das gemischte Ensemble virtuos „Esto les digo“ von Kinley Lange, „Bogoroditse Djevo“ von Sergei Rachmaninoff und „Sure on this shining Night“ von Morten Lauridsen.

Der Chor glänzte mit Ola Gjeilos „Unicornis captivatur“ und Charles Villiers Stanfords „The blue Bird“ ebenso wie mit „The making of the Drum“ von Bob Chilcott, Eric Whitacres „Sleep“ und „Elijah Rock“ von Moses Hogan, das „Carmina Viva“ brillant intonierte.

Intensive Auseinandersetzung

Nach dem gut einstündigen Konzert standen die Werke von Janet Brooks Gerloff im Mittelpunkt des Interesses. Die 1947 in Kansas (USA) geborene Künstlerin siedelte 1972 nach Deutschland über. 1990 erhielt sie den Rheinischen Kunstpreis, im Jahre 2003 bezog sie ein neues Atelier in der Benediktinerabtei in Kornelimünster und im September 2008 verstarb Janet Brooks Gerloff. Ihr künstlerischer Nachlass wird nun von den Oedekovens verwaltet, die fast 40 Gemälde für die Ausstellung im Museum Zinkhütter Hof ausgewählt haben.

Darunter auch einige Selbstporträts, die die Künstlerin meist malend zeigen. Darauf lässt ihr nachdenklicher und konzentrierter Blick den Betrachter bereits erahnen, wie intensiv Brooks Gerloff sich geistig im Vorfeld mit den Themen ihrer Arbeiten auseinandergesetzt hat. Gemeinsamer Nenner ihrer Zyklen und Schaffensperioden ist immer der Mensch, seine konfliktreiche Geschichte, spannungsgeladene Gegenwart und ungewisse Zukunft. Brooks Gerloffs Bilderwelt ist bestimmt von Stimmungen, Gefühlen und menschlichen Konflikten, die sie mit betonter Zeichnung und zurückhaltender Farblichkeit ausdrückt.

Ihren persönlichen Stil aus der Kombination von Inhaltlichem und malerischer Ästhetik manifestierte sie in künstlerischen Zyklen zu literarischen, musikalischen und religiösen Themen. Die beeindruckende Ausstellung im Zinkhütter Hof präsentiert mehrere davon. So gibt es unter anderem ein Wiedersehen mit „Du Schatten“, einem Werk aus der Reihe „Ohne Anzuklopfen“ – Bilder zu Gedichten von Attila József, die 2005 an gleicher Stelle gezeigt wurden.

Die Bandbreite der aktuellen Schau reicht vom „Judaskuss“ aus dem Jahr 1983 bis zu 2000er Exponaten wie „Scarlati“, „Hiob“ oder „Frau in der Wüste“. Werke aus der „Hexenküche“, Brooks Gerloffs Zyklus zu Johann Wolfgang von Goethes „Faust“, sind ebenso zu sehen wie „Die Zeit wäre sowieso vergangen“, ein Bild aus der Sequenz, die an Samuel Becketts absurdes Theater „Warten auf Godot“ anlehnt.

Einen Vorgeschmack, wie sehenswert die Werke Brooks Gerloffs sind, können Kunstfreunde und Interessierte aufgrund einer Besonderheit der Schau bekommen: Parallel zur Ausstellung im Museum Zinkhütter Hof sind auch in der Steinweg-Galerie im Burg-Center großformatige Gemälde der Künstlerin zu sehen. Diese Werke können in den Schaufenstern am Willy-Brandt-Platz zu jeder Zeit betrachtet werden.

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