Ausstellung: Kleingetier und Märchenfiguren zu sehen

Von: mlo
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Piet Hodiamont, Heidi Theissen, Dr. Dirk Tölke und Sebastian Wenzler (Vierer-Gruppe rechts, Namen von links) bei der Eröffnung der Ausstellung, die noch bis zum 29. November andauern wird. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Knapp hundert interessierte Kunstliebhaber versammelten sich am Samstag im Museum Zinkhütterhof, um sich einen Überblick über die kleinteiligen Formenwelten von Heidi Theissen und Piet Hodiamont zu verschaffen.

In einer erfrischenden Laudatio beschrieb Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker und Dozent an der Akademie für Handwerksdesign, die Werke der beiden in der Euregio beheimateten Künstler. Dass deren Arbeiten inhaltlich und thematisch korrespondieren, sei eher selten, meinte Sebastian Wenzler bei seiner Begrüßung und wies gleichzeitig auf die sich anschließende Ausstellung mit Fotografien von Friedhelm Petrovitsch hin, der sich in den Wirken von Schmetterlingen und Drachen sowie textilen Schätzen chinesischer Bergvölker inspirieren ließ.

Goldener Anstrich

Die jetzigen Künstler haben den Blick für das Liebenswerte und Besondere in der Natur nicht verloren, sondern ihre Fundstücke aus der Natur und dem Alltag weiter entwickelt. Bei Heidi Theissen erhalten die Objekte meist einen goldenen Anstrich und stehen teilweise altarhaft in einer staubsicheren Vitrine und die wiederum auf einem weißen Sockel. Die Naturbilder regen Denkvorgänge an und bilden somit einen Gegensatz zur Künstlichkeit des modernen Lebens.

Reale Geschöpfe

Das Kleingetier (Pirol, Rötelmaus, Gottesanbeterin, Wachtelkönig) ist keinem Symbol, keiner Märchenfigur oder einem Mythus zugeordnet wie es frühere Arbeit mit Schafen oder Bären zeigten, sondern es handelt sich hier um reale Geschöpfe. Die gebürtige Vichterin, die ihren Vater, Maler und Anstreicher Johann Wenzler, in den 1960er Jahren in seinen Mußestunden früh morgens auf die Pirsch begleitete, hat die stundenlangen Beobachtungen im Wald für ihre spätere künstlerische Laufbahn zu Nutzen gewusst. Sie hat die romantisch angehauchte Natur so zur Kenntnis genommen wie sie war und nicht wie sie in Zoos, Gehegen, in bäuerlichem Umfeld und künstlich angelegten Biotops vorgeführt wird.

Die farbigen und großformatigen Bilder von Piet Hodiamont dagegen sind strenger und malerisch komplizierter, aber auch naturgetreu. Tiere sind für ihn kleine Persönlichkeiten und nichts Lästiges. Die Unterholz-Szenerie in den Rundfeldern (durch das Auge betrachtet) wie auch der Blick auf den Adler am blauen Himmel betonen die Leichtigkeit und Freiheit. Die Haltung des Schauenden verändert sich beim Betrachten der Bilder und er weiß, dass die „Ehrfurcht vor dem Leben“ wie es Albert Schweitzer einmal formuliert hat, nicht nur den Menschen gilt, sondern allem Lebendigem und Spannendem in der Natur.

Die Welt des Piet Hodiamont erstreckte sich aber nicht nur auf die Malerei. Auch in der Musik sieht er ein großes Betätigungsfeld. Gekonnt spielte er auf dem Saxofon, auf einem selbst gebastelten Octapad und sang seine Eigenkompositionen, eine Synthese von erdigen Tönen mit Klangelementen aus dem keltischen und spanisch mazedonischen Raum. Ein Laufbild-Projektor produzierte derweil schwarz-weiße Naturbilder im dunklen Saal des MZHs, so dass der stimmungsvolle Abend zum Träumen, Meditieren und gar zum Tanzen einlud. Die sehr sehenswerte Ausstellung mit den kleinteiligen Lebewesen dauert bis zum 29. November 2015. Die Öffnungszeiten sind: Di.-Fr. 14-17 Uhr, Sa. 14-18 Uhr und So. 10-18 Uhr.

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