Ausstellung „Face to Face“: Die Vielfalt macht den großen Reiz aus

Von: Dirk Müller
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Sehr unterschiedliche künstlerische Spielarten bietet die Wanderausstellung „Face to Face“, die derzeit in Stolberg Station macht. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Faszination der Ausstellung „Face to Face“ liegt in der Vielfalt der Kunst begründet – und der Kulturen. Die Wanderausstellung im Atelier der „Muschelkönigin“ Heidi Selheim zeigt 23 Exponate von elf Künstlerinnen aus vier Nationen beziehungsweise Kulturkreisen.

So kommen Abstraktes, Gegenständliches, Tradition und Moderne in diversen künstlerischen Spielarten in einer beeindruckenden Schau zusammen, die noch bis Mittwoch im Kupferhof Rose am Alter Markt zu sehen ist (siehe Infokasten). China, Neuseeland, Frankreich und Deutschland sind in Form von facettenreicher Kunst vertreten.

2. Preis Newcomer in modern Art

Organisatorin der Ausstellung ist Conny Linnhoefer, die selbst abstrakt malt und den zweiten Preis für „Newcomers in modern Art“ in Frankreich erhielt. Sie thematisiert in eindimensionaler Sichtweise die Veränderungen des Lebens.

In den vergangenen 25 Jahren hat sie als Fremdsprachenlehrerin in verschiedenen Schulen sowohl in Europa als auch in China unterrichtet und ist dabei mit vielen Künstlern in Kontakt gekommen. Und auch mit der Organisation „Morning Tears – Wir glauben an Kinder“. „Morning Tears ist eine internationale Hilfsorganisation für Kinder, deren Eltern in China im Gefängnis sind“, berichtet Linnhoefer.

Mit der Kunstausstellung „Face to Face“ unterstützt sie die Hilfsorganisation. Die Besucher der Schau können Hilfe für den guten Zweck und vielschichtigen Kunstgenuss vereinbaren und Werke betrachten, die äußerst selten in unserer Region zu sehen sind.

Etwa die Exponate von Jenny Gu (China). Gu hat in Australien Kunst studiert und arbeitet dort auch als unabhängige Kuratorin. Sie malt mit Acrylfarben modern und zugleich gegenständlich, für zwei der ausgestellten Werke hat sie die Leinwand in Fächerform gespannt.

Die Französin Isabelle Brion präsentiert abstrakte Gemälde mit Farb- und Formsprache, und Martina Reichelt arbeitet konzeptionell. Reichelt verbindet Malerei mit Fotografie, Videokunst und Tanzperformance. „Was vom Tanz bleibt“, also die Spuren, die ein Tänzer auf Oberflächen, die er berührt, hinterlässt, sind Thema der Werke, die am Alter Markt gezeigt werden.

Atmosphärische und anziehende Einblicke in ihre Druckgrafiken, Radierungen und Siebdrucke gewährt Uschi Krempel, und die Chinesischen Künstlerinnen Chenyi Xu und Jiajia Liu wählen beide moderne und doch völlig unterschiedliche Ansätze zu gesellschaftskritischen Aussagen. Liu und Xu sind dabei eigenständig wie originell, teils süffisant. Die neuseeländische Künstlerin Evelyn Kawiti ist eine Maori, und ihre Wasserfarbenmalerei setzt sich mit der Identität und der gesellschaftspolitischen Situation ihres Volkes auseinander.

„Absichtsloses Tun“

Marion Berg schafft Druckgrafiken und gibt sich dem „absichtslosen Tun in aller Konsequenz“ hin, arbeitet subjektiv und unterbewusst. Crucetta Chavand aus Frankreich gelingt es, Menschen und Landschaften brillant mit Ölfarben auf Leinwand zu bannen und mittels Licht und Farben Emotionen zu erzeugen. Eine besonders tiefe Formsprache gewinnt Betina Andres, indem sie das im 17. Jahrhundert entwickelte Verfahren der Monotypie anwendet.

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