Ausstellung: Erinnerung ins Bild gesetzt

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Auch ein Werk der Schülerin Tabea Marx (Acryl auf Papier) wird in der Ausstellung im Zinkhütter Hof zu sehen sein.. Foto: N. Sous

Stolberg. „Denk mal! Subjektive und öffentliche Erinnerung“, unter diesem Namen werden demnächst die Werke aus dem Kunstunterricht der Sekundarstufe II (vor allem Arbeiten der zwei Q2-Grundkurse im Schuljahr 2016/17) des Stolberger Ritzefeld-Gymnasiums im Museum Zinkhütter Hof an der Cockerillstraße 90 in Stolberg gezeigt.

Die Schüler haben sich bei ihren Werken mit dem Thema „Erinnerung“ auseinandergesetzt und wurden dabei von ihren beiden Kunstlehrerinnen Marlies Amian und Nina Sous und von Museumspädagogin Petra Grüttemeier, die bei den Planungsschritten und beim Ausstellungskonzept beratend tätig war, unterstützt. Die Ausstellung wird am Freitag, 16. Juni, 17 Uhr eröffnet.

Einführende Worte sprechen der Museumsleiter, Sebastian Wenzler, sowie der Schulleiter des Ritzefeld-Gymnasiums, Ulrich Boddenberg. Die Bilder werden bis Sonntag, 2. Juli, zu den Öffnungszeiten des Museums von Dienstag bis Freitag, 14 bis 17 Uhr, Samstag, 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 10 bis 18 Uhr zu sehen sein. Die Objekte müssen wegen einiger Großveranstaltungen im Zinkhütter Hof teilweise schon vorher abgebaut werden.

Sammeln und konservieren

Ausgangspunkt der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten bildet die Auseinandersetzung mit dem französischen Künstler Christian Boltanski, aber auch anderen Künstlern wie Nikolaus Lang, Rebecca Horn und Ai Weiwei, die sich allesamt mit dem Thema „Erinnerung“, aber auch dem Sammeln bzw. dem Konservieren und Erzeugen von Erinnerung beschäftigen bzw. beschäftigt haben.

So suchten die Schüler selbst nach Gegenständen, die ganz persönliche Erinnerungen zu einer ihnen bekannten Person auslösten - alles im Grunde alltägliche Gegenstände, die vermutlich in Schubläden und Regalen vieler Haushalte zu finden sind, aber durch die persönlichen Geschichten einzigartig werden.

Herausgerissen

Die Schülerinnen und Schüler setzten diese zunächst malerisch und dabei möglichst naturalistisch um und inszenierten sie in einem zweiten Arbeitsschritt in einem Schaukasten. Diese Gegenstände wurden auf diese Weise aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgerissen und erlauben es dem Betrachter der Ausstellung, sich eine ganz eigene Geschichte zum Gegenstand zu machen, in eigenen Erinnerungen zu versinken.

Persönliche Geschichte

Die Schaukästen sind innerhalb der Ausstellung in einer gemeinsamen Installation der beiden Q2-Kurse zu sehen. Zu lesen sind auch zahlreiche Texte zu den Gegenständen, die jeweils die persönliche Geschichte der Schüler erzählen. Ob die Geschichten komplett wahrheitsgetreu, ausgedacht oder auch ein bisschen verändert wurden, ist dabei nebensächlich. Denn eine Sache ist auf jeden Fall unumstößlich: Erinnerungen sind nie objektiv, sie durchlaufen immer einen Prozess und werden kontinuierlich gefiltert und verändert.

Bewusst oder unbewusst. Von dieser subjektiven Erinnerung ausgehend beschäftigten sich die beiden Grundkurse mit verschiedenen Denkmälern: Was gibt es eigentlich für Denkmäler? Was macht ein gutes Denkmal aus? Wie wird Erinnerungsarbeit ausgelöst? Muss ein Denkmal stören, um seinem Zweck nachzukommen? Wie anspruchsvoll, wie abstrakt darf es sein? Wie kann ein Denkmal Erinnerung auslösen, ohne voyeuristisch zu sein? Wie sehr darf es provozieren? Diese Fragen beschäftigten die Schüler innerhalb dieses Themenkomplexes.

Dabei wurden zunächst verschiedene Denkmäler formal-ästhetisch untersucht und bewertet. Im Rahmen der praktischen Aufgabe gestalteten die beiden Kurse einen Entwurf für ein Denkmal in Stolberg zu einer bedeutenden Person, einem Ereignis oder zur Stolberger Geschichte. Dabei sollte ein geeigneter Standort in der Stadt, ein adäquater Darstellungsmodus sowie eine überzeugende Bildsprache gefunden werden.

Entstanden sind am Ende sehr vielfältige Arbeiten, die hier zum Teil als Modell, aber auch als Zeichnung bzw. als Fotomontage zu sehen sind. Zu nennen wäre hier etwa ein Denkmal für den Stolberger Künstler Hartmut Ritzerfeld oder auch für die „Quärrismännchen“.

Picasso ein Thema

Zu sehen sind darüber hinaus einige Hochdrucke aus dem vergangenen Schuljahr 2015/16, die sich mit dem vor 80 Jahren entstandenen Wandgemälde „Guernica“ von Pablo Picasso beschäftigen. Die Schüler lösten – nach einer Auseinandersetzung mit den Bildsymbolen, der Komposition und den historischen Hintergründen - ein Bildelement aus Picassos Wandbild „Guernica“ heraus und setzten dieses in einen neuen, aktuellen Kontext. Die Schülerarbeiten transportieren auf diese Weise die Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg mit ihren Bildzitaten in neue Zusammenhänge.

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