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Ausstellung „Denk mal!“: Subjektive Erinnerung als Basis

Von: mlo
Letzte Aktualisierung:
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Schülerinnen und Schüler der „Ritze“-Kunstkurse mit den Lehrerinnen Marlies Amian (2.v.r.) und Nina Sous (r.) zeigen ihre Werke bis zum 3. Juli im Museum Zinkhütter Hof. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. „Erinnerungen machen einen großen Teil der menschlichen Identität aus. Dabei braucht es manchmal nur ein Wort, einen Duft, ein Geräusch oder Bild, um Erinnerungen auszulösen“, erklärte Nina Sous bei der inhaltlichen Einführung in die Ausstellung „Denk mal! Subjektive und öffentliche Erinnerung“.

Mit diesem Thema haben sich die beiden Kunstkurse der Sekundarstufe II am Ritzefeld-Gymnasium auseinandergesetzt und zeigen nun im Museum Zinkhütter Hof ihre Arbeiten als Modell, Zeichnung oder Fotomontage.

„Wussten Sie, dass sich 70 Prozent der Erinnerungen auf das erste Lebensdrittel beziehen?“, fragte Kunstlehrerin Sous. Ausgangspunkt für sie und ihre Kollegin Marlies Amian seien die Künstler Christian Boltanski, Nikolaus Lang, Rebecca Horn und Ai Weiwei gewesen, die sich allesamt mit dem Thema Erinnerung beschäftigt haben.

Sie sammelten alte Fotografien, Geigen, Koffer, Taktstöcke, Metallhämmerchen oder andere persönliche Objekte, die sie in einen neuen Zusammenhang stellten, um dem Betrachter die Möglichkeit zu bieten, mythische Bilder zu assoziieren und kulturgeschichtliche und geistige Bezüge herzustellen.

Auch die Gegenstände, die bei den Ritzefeld-Schülern Erinnerungen auslösten, waren alltäglicher Natur. In einem ersten Arbeitsschritt galt es, sie malerisch und möglichst naturalistisch umzusetzen. Dann wurde überlegt, wie man sie für die Betrachter inszenieren kann.

Denn Sinneseindrücke werden vielschichtig verarbeitet, und jede Person interpretiert Gesehenes nach dem eigenen Erfahrungshorizont. Von dieser subjektiven Erinnerung ausgehend, beschäftigten sich die jungen Leute auch mit verschiedenen Denkmälern und stellten sich die Frage, was ein gutes Denkmal ausmache und wie anspruchsvoll oder wie abstrakt es sein dürfe.

Im Zinkhütter Hof können Denkmäler für Stolberg, für eine bedeutende Person oder für die „Quärrismännchen“ (Galminus und Co.) ebenso bestaunt werden wie Bildelemente aus Picassos Wandbild „Guernica“, die die Schüler Carolin Fischer, Tabea Lilian Marx, Yannik Breuer, Tobias Ohlenforst, Kira Sauer und Yassin Saddik in einen neuen, aktuellen Kontext setzten.

Pauline Halfmann hat sich Gedanken um das Gemälde „Die Blumenbinderin“ von Urgestalt Hacky Ritzerfeld gemacht. Nina Ortmanns hat den Firmen Prym und Dalli ein Denkmal gesetzt. Und ein Hingucker ist auch das Galmeiveilchen von Rashad Ismail. Die sehenswerte Ausstellung mit rund 50 Arbeiten ist bis zum 3. Juli zu sehen.

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