Außergewöhnliche Ausstellungsorte bei der Museumsnacht

Von: Dirk Müller
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Der Kupferhof Rosental lockt wieder mit zahlreichen Ausstellern und Aktionen sowie stilvollem Ambiente. Foto: D. Müller
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Das neue Art-Department macht die Villa des Zinkhütter Hofs für die Öffentlichkeit zugänglich.

Stolberg. Die zehnte Museumsnacht in der Kupferstadt wirft ihre Schatten voraus, und am langen Abend des Samstags, 2. November, öffnen neben Museum Zinkhütter Hof, Burg, Kunsthandwerkerhof Rose und Museum in der Torburg auch zwei ganz besondere Kunst(h)orte, die sonst nicht zugänglich sind, ihre Pforten.

Seit dem ersten September steht die Villa auf dem Bernhard-Kuckelkorn-Platz des Museumsquartiers Zinkhütter Hof immer sonntags von 14 bis 18 Uhr offen und lädt in das neue Art-Department mit der Ausstellungsreihe „In Memoriam“ ein. Der Sonntag, 3. November, bildet die Ausnahme, und das Department bleibt geschlossen, weil die Villa am Vorabend ein Bestandteil der Museumsnacht sein wird.

Zu sehen sind dort rund 40 Originalwerke aus dem Nachlass des 1997 verstorbenen Stolberger Art-Direktors und Kunstmalers Hermann Koch, dessen Schaffen wohl fast alle Kupferstädter bereits mehrfach begegnet sind – ob bewusst oder unbewusst. Koch, geboren 1920, wurde in der Firma „Prym“ zum Lithographen ausgebildet, von 1957 bis 1985 leitete er die 20-köpfige Graphik- und Werbeabteilung bei Mäurer & Wirtz. Als Gestalter hat er so das Erscheinungsbild zahlreicher Produkte, darunter Weltmarken wie „Tabac original“ oder „Nonchalance“, maßgeblich geprägt.

Im Gegensatz zu den klaren Formen und Strukturen des Designers Koch ist seine Malerei sehr frei. Die exklusive und anregende Schau in der Villa des Zinkhütter Hofes zeigt in der Museumsnacht und an den Sonntagen noch bis zum 5. Januar 2014 facettenreiche Werke Kochs, die gut zur Hälfte nie zuvor in der Öffentlichkeit ausgestellt worden, sondern immer privat geblieben sind. Exotisch anmutende Frauenbilder von sinnlicher Erotik, Stolberger Motive, Stillleben, Porträts sowie Motive, die den Zeitgeist des Wirtschaftswunders widerspiegeln, locken also nicht nur in der Museumsnacht in das neue Kunst-Department der Villa des Zinkhütter Hofs.

Wer nicht gerade zu einer Hochzeit, einer Tagung oder ähnlichen Veranstaltungen eingeladen ist, der bleibt im Kupferhof Rosental meist außen vor. Anders in der Museumsnacht, bei der der im Jahre 1724 erbaute Kupferhof mit Kunst, Musik und mehr seit langem viele Gäste anzieht. Dies ist auch bei der zehnten Museumsnacht zu erwarten, zumal der ungewöhnliche und attraktive Ausstellungsort mit Premieren lockt.

Erstmals wird etwa der Innenhof belebt. „Rita Galmache wird dort live Glasperlen herstellen, und der Kunstschmied Jan Zimmermann verspricht Showeffekte“, beschreibt Petra Grüttemeier, Organisatorin der Museumsnacht. Zudem präsentiert Anette Grösgen Kunst aus Blei, Glas und Stein, Sebastian Stöcker sorgt mit seinem mobilen Steinofen für das leibliche Wohl der Besucher, und Lorenz Bernhard bereichert den Innenhof mit Schönem aus Metall und Stein.

Im Innern des altehrwürdigen Gemäuers zeigen Martina Schäfer „Pearls and more“, Monika Terstappen Kunstvolles aus Filz, es gibt einen Verkaufsstand zugunsten des Mukoviszidose-Vereins, und für die Gruppe „Kunst auf dem Weg“ öffnet sich erstmalig der rechte Flügel des Kupferhofes: Tina Sous und Katja Knospe zeigen Bilder und lassen alte „Vogelsang-Geschichten“ aufleben, Karin Lynen und Marion Kamphausen präsentieren ihre Malerei und Birgit Engelen Skulpturen.

Auch für Live-Unterhaltung ist gesorgt: Hubert vom Venn steuert um 19.15 und um 20.15 Uhr einen kabarettistischen Eifelmix bei, und zwei spezielle Duette erfreuen die Gäste musikalisch: Um 19.45 Uhr intonieren Sopranistin Natalie Stercken und Norbert Walter Peters (Laute) „Etliche lidlein vff die lauten“, und um 20.45 Uhr erinnern Martina Küpper und Franz Körfer als Duo „Voice‘n‘Piano“ an die deutschen Schlager der 20er Jahre.

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