Stolberg - Ausschreibung für Müllabfuhr erst in zwei Jahren

Ausschreibung für Müllabfuhr erst in zwei Jahren

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Eine Vertragsverlängerung bietet den kleinen Tonnen zwei weitere Jahre Uberlebensgarantie.

Stolberg. Alleine die politische Debatte um die europaweite Neuausschreibung der Abfallentsorgung in der Kupferstadt vor gut einem halben Jahrzehnt hatte fast ein Jahr gedauert. Eine Diskussion, die sich in diesem Jahr noch nicht wiederholen wird, wenn es nach dem Willen der Verwaltung geht.

Denn sie schlägt dem Stadtrat vor, auf eine in diesem Jahr mögliche Neuausschreibung zu verzichten und von der vereinbarten Verlängerungsoption von zwei Jahren Gebrauch zu machen. Dann bleibt das Einsammeln des Restmülls sowie das Betreiben des Recyclinghofes bis zum 31.Dezember 2013 in der Hand der Unternehmergemeinschaften Veolia/Braun sowie Haas/Schönmackers. Sie bzw. ihre Rechtsvorgänger waren aus der europaweiten Ausschreibung 2006 als wirtschaftlichste Anbieter hervorgegangen.

Diese „günstigen Preise für weitere zwei Jahre sichern”, ist ein Argument der Verwaltung, dem Bauausschuss auf seiner nicht öffentlichen Sitzung am 13.April eine Vertragsverlängerung vorzuschlagen. Ein weiteres ist die zufrieden stellende Vertragsausführung, nachdem es anfängliche Startprobleme insbesondere beim Recyclinghof gegeben hatte - vor allem weil sich die Stolberger an den komfortableren Wertstoffhof der Vorgänger-Firma Koch in der Steinfurt gewöhnt hatten. Angesichts der mittlerweile ebenfalls guten Erfahrungen mit dem Recyclinghof an der Hasencleverstraße hält die Verwaltung den aktuellen Vorschlag der Grünen, einen zweiten Anlieferungshof in Mausbach einzurichten, für überflüssig.

Drittes Argument zugunsten einer Vertragsverlängerung ist die erforderliche eruopaweite Ausschreibung, „die mit hohen Kosten und Personalaufwand verbunden” ist und aus Sicht des Fachamtes „keine günstigeren Angebotspreise jedoch erneute Anlaufschwierigkeiten” durch ein möglicherweise neu zu beauftragendes Unternehmen „mit entsprechenden Bürgerbeschwerden” führen könnte.

Eine zukünftige Alternative böte ein Beitritt zum Zweckverband RegioEntsorgung, der bereits die Altpapierentsorgung leistet. Damit wäre aber eine Abschaffung der in Stolberg weit verbreiteten 35-l- und 40-l-Tonnen verbunden. Ein Schreckgespenst, das alle (Ausschreibungs-)Jahre wieder für Wirbel sorgt.

Zuletzt 2005 hatten sich CDU und SPD vehement für die Beibehaltung der beliebten kleinen Ringtonnen eingesetzt, während Grüne, FDP und UWG für ein Wiegesystem plädiert hatten, bei dem die tatsächlich produzierte Müllmenge dem Haushalt in Rechnung gestellt wird. Aber auch dies wäre mit einer Abschaffung der kleinen Tonnen einhergegangen - und die lieben die Stolberger nun einmal.
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