Stolberg - Ausreichend Plätze: Stolberg erreicht Betreuungsquote

Ausreichend Plätze: Stolberg erreicht Betreuungsquote

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Tagespflegepersonen erfreuen sich in Stolberg einer immer größeren Beliebtheit. 129 Plätze bieten sie im neuen Kindergartenjahr an und tragen damit wesentlich zur Erfüllung des U 3-Rechtsanspruches bei. Foto: eis

Stolberg. Am Freitag Mittag hat Willi Seyffarth die Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2013/14 an das Landesjugendamt geschickt. Mit einem sehr guten Gefühl, wie der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt Stolberg betont, denn: „Wir liegen mit unseren Planungen genau im Soll.“

Was in Zahlen bedeutet: Mit Inkrafttreten des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr zum 1. August wird die Kupferstadt eine Betreuungsquote für unter Dreijährige von 32,6 Prozent erreichen. Und damit den vom Land festgelegten Richtwert (32 Prozent) sogar knapp übertreffen. In der Summe stehen 446 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 1490 für über Dreijährige zur Verfügung.

Dass dies am Ende gelungen ist, liegt an der deutlichen Aufstockung von Tagespflegeplätzen. Deren Zahl wird von 98 auf 129 steigen, um einige Verzögerungen bei der Schaffung neuer Plätze in Kindertagesstätten kompensieren zu können. Dabei macht Seyffarth weniger die Tatsache eine Sorge, dass die neue dreigruppige Kita der Arbeiterwohlfahrt auf dem Donnerberg witterungsbedingt erst Anfang Oktober fertiggestellt werden kann. Schwerer wiegt da schon der Umstand, dass derzeit nicht absehbar ist, ob Bund und Land zusätzliche Mittel für den Ausbau überweisen werden.

„Wir setzen mit vielen anderen Kommunen darauf, dass dies der Fall sein wird“, verweist der Fachbereichsleiter auf eine Finanzierungslücke, die den städtischen Plan für die institutionelle Betreuung in Frage stellen könnte. Zwar hat das Land gerade erst in dieser Woche weitere 183 000 Euro zugesagt. Doch sie werden, so Willi Seyffarth, noch nicht einmal für die geplante Erweiterung der katholischen Kita St. Sebastianus in der Atsch ausreichen. Dort sollen 22 zusätzliche U 3-Plätze geschaffen werden. Weitere Maßnahmen sind in den städtischen Einrichtungen auf der Liester (zehn Plätze) und in der Mozartstraße (sechs) vorgesehen.

Um eine mögliche Differenz zwischen Angebot und Nachfrage ausgleichen zu können, wird die Tagespflege also gestärkt. Und sie wird damit mehr denn je „zur zweiten Säule der U 3-Betreuung“, wie Dr. Wolfgang Joußen betont. Der Soziologe begleitet die Stadt bei ihrer Kinder- und Jugendhilfeplanung und hat in den vergangenen Jahren eine deutlich steigende Akzeptanz der Tagespflege festgestellt.

Zunehmende Inanspruchnahme

Das wird auch in der zunehmenden Inanspruchnahme deutlich, vor allem durch Eltern von Kindern unter zwei Jahren. Allein die „Vermarktung“ des Angebotes und die Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten hält Joußen noch für verbesserungswürdig. „Wir bieten die Beratung in Zukunft dezentraler in den einzelnen Sozialräumen an.

Das wird den Zugang für die Eltern vereinfachen und Kitas und Tagespflege näher zusammenbringen“, ist Willi Seyffarth überzeugt. Wie sich der Bedarf an U 3-Plätzen weiterentwickeln wird, vermag er indes nicht zu sagen. Zwar stehen die Anmeldezahlen für das Kita-Jahr 2013/14 nun fest. Doch bleibt abzuwarten, wie viele Nachzügler sich ab dem 1. August auf den Rechtsanspruch berufen und einen Platz reklamieren werden. Dann wird sich auch zeigen, ob die Landesquote der tatsächlichen Nachfrage entspricht.

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