Ausnahme-Schriftstellerin trifft auf Ausnahme-Musiker

Von: Toni Dörflinger
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Einfühlsame Darbietung: Herib
Einfühlsame Darbietung: Heribert Leuchter unterstützte Sylvie Schenk beim Vortrag aus ihrem Buches am Saxofon. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Der junge Dermatologe Victor und seine Freundin Klara geraten in ein Geflecht von Liebe, Eifersucht und Einsamkeit. Neben Victor und Klara sind auch die hübsche Afrikanerin Moira, die einen Dokumentarfilm über die Haut vorbereitet, und das alternde Arzt-Ehepaar Gert und Henriette Gerlach an der Auseinandersetzung beteiligt.

Diese Kurzfassung, die dem Buch „Der Gesang der Haut” entnommen wurde, spielte jetzt in der Stadtbücherei eine Rolle, als die Bücherei mit einer musikalisch untermalten Lesung ihre Veranstaltungsreihe zum 100-jährigen Jubiläum fortsetzte. Vorgetragen wurden die Passagen von der seit 1979 in Stolberg lebende Deutsch-Französin Sylvie Schenk, die auch Autorin des Werkes „Der Gesang der Haut ist”.

Psychologie und Leidenschaft

Die 68-jährige Schriftstellerin, die anfänglich im Lehrerberuf tätig war und sich Anfang der 1990er Jahre dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen zuwandte, baute im Verlaufe der Lesung einen Bogen auf, der von Psychologie und Leidenschaft gekennzeichnet war.

Dabei gelang es der Stolbergerin die zahlreichen Zuhörer mit den Höhenpunkten ihres Buches vertraut zu machen und somit die Bruchstellen und Eigenarten ihrer Protagonisten schonungslos offen zu legen. Eine wesentliche Rolle spielte bei der Lesung auch der Aachener Bandleader und Komponist Heribert Leuchter. Der 58-jährige Jazzmusiker, der unter anderem das „Heribert Leuchter Trio” leitet und im In- und Ausland zahlreiche Preise einheimsen konnte, versah die von Schenk gelesenen Buchpassagen mit der passenden Hintergrundmusik.

Schumann und Brahms

Dabei setzte Leuchter Improvisationen ein, die sich unter anderem an den Werken von Robert Schumann und Johannes Brahms orientierten und auf dem Sopran- und dem Baritonsaxofon vorgetragen wurden. Die im Wechsel gespielten Stücke waren von dem großen Einfühlungsvermögen des Künstlers gekennzeichnet, der immer dann zum Einsatz kam, wenn die von Schenk gelesenen Buchabschnitte geradezu nach einer Akzentuierung verlangten. Abgeschlossen wurde der literarisch-musikalische Vortrag indem Leuchter seine Instrumente zur Seite legte und mit Schenk in einen Dialog eintrat. Dabei lasen beide die Textstücke des Buches im Wechsel.

Sylvie Schenks neues Werk

Das Buch „Gesang der Haut” von Sylvie Schenk kostet 19,90 Euro, hat 240 Seiten und ist unter der ISBN-Nummer 978-3-85452-674-2 im örtlichen Buchhandel erhältlich.
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