Aus schwarzer Halde wird Wohngebiet

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. Auf dem Plateau der Fettberghalde war 1972 ein Kamin der Zinkhütte Münsterbusch abgebildet. Unterhalb, am Fuß der Halde, war auf Fotos aus dieser Zeit oft ein Güterzug zu sehen, der in Richtung Oberstolberg unterwegs war. So präsentierte sich damals der hintere Bereich der Blaustraße.

Der Güterzug wurde von einer Dampflok gezogen, die seit Mitte der 1960er Jahre in Stolberg beheimatet war. Ursprünglich hatte die 1941 entstandene Lok im Norden Deutschland Verwendung gefunden. Zwei Jahre nach Entstehung der Fotos aus dem Jahr 1972, die im Stadtarchiv zu sehen sind, ist die betagte Lok ausgemustert und vier Jahre später in Duisburg verschrottet worden.

Szenerie beherrscht

Die Fettberghalde ist im 19. Jahrhundert entstanden. Sie war eine Deponie der Münsterbuscher Bleihütte, die kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges ihren Betrieb einstellte. Wenig später nach Entstehung des alten Fotos begann der Abbau der Fettberghalde. Ihr Material - Schlacke und Kesselasche - fand im niederländischen Deich- und Straßenbau Verwendung. Der Abbau der Halde, in den späten 1970er Jahren war er abgeschlossen, hat das dortige Bild verändert: Stolbergs „Schwarzer Berg“, der jahrzehntelang die Mühlener Szenerie beherrschte, hat längst der Anpflanzung von Grün und der Neuanlegung von Straßen Platz gemacht.

Beidseitig der Blaustraße ist auf alten Fotos eine Wohnbebauung abgelichtet, die in den 1920er Jahren abgeschlossen wurde. Den Anfang hatte man im späten 19. Jahrhundert mit dem rechts liegende Bau gemacht, dessen Erdgeschoss ursprünglich ein Geschäftslokal beherbergt hatte. Das Lokal lag mit seinem Eingang am „Weg zum Pümpchen“: Denn so wurde ursprünglich dieser Teil der heutigen Blaustraße genannt.

Heute Radweg

Als Blaustraße wurde damals nur die hinter dem Haus liegende Trasse genannt, die heute nur noch als Fuß- oder Radweg genutzt wird. Darum liegt bis heute der Eingangsbereich von Haus Blaustraße 14 an der Hinterfront des Gebäudes.

Als Pümpchen oder Pumpe wurde eine im 17. Jahrhundert entstandene Anlage bezeichnet, die für die Entwässerung des oberhalb in Münsterbusch liegenden Steinkohlenbergwerk zuständig war. Das Herzstück der Pumpenanlage, ein Gebäude, ist bis heute erhalten. Die links liegenden Gebäude sind in der Mitte der 1920er Jahre entstanden: ursprünglich eingeschossig ausgeführt, dienten sie einer Lebensmittelhandlung als Lager,- Büro- und Wohngebäude.

Seit den 1950er Jahren wird auch der links im Vordergrund liegende Bau für das Wohnen genutzt. Im Gegensatz zu früher prägt nicht mehr die Halde das Bild, sondern viel Grün.

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