Stolberg - Aus für den „Hammermann“ in der Kupferstadt

Aus für den „Hammermann“ in der Kupferstadt

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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In der Nähe der Frankfurter Messe steht bereits eine Kopie des Hammermanns. Foto: imago/Rost

Stolberg. Der Hammer wird nicht kreisen in der Kupferstadt. Diese enttäuschende Mitteilung musste Dezernent Tobias Röhm jetzt den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umweltmachen. Der amerikanische Künstler, der die Skulptur „The Hammering Man“ entworfen hat, hat es abgelehnt, eine Kopie davon in Stolberg errichten zu lassen.

Die Erteilung der Lizenz des Künstlers wäre für das Projekt jedoch juristisch erforderlich gewesen. „Damit ist der Hammermann gestorben“, betonte Röhm im Ausschuss.

Die Enttäuschung ist besonders bei Professor Dr. Roland Fuchs aus Stolberg groß. Fuchs hätte das Projekt finanziert. Der Hammermann, die Silhouette eines Arbeiters mit einem Hammer in der rechten Hand, sollte an die Industriegeschichte Stolbergs erinnern. Die Statue sollte zunächst in der Nähe des Kreisverkehrs Nachtigällchen aufgestellt werden, später am neuen Standort an der Kreuzung Zweifaller Straße/Finkensiefstraße.

Der Hammermann sollte sich etwa drei Meter in die Höhe recken. Die Idee faszinierte zuletzt immer mehr Menschen in der Stadt Stolberg. Warum nicht auch einen Hammermann in der Kupferstadt aufstellen? Fuchs: „Der Hammermann ist ein Symbol für harte Arbeit.“ In New York oder Frankfurt kann die Statue schon besichtigt werden. Der Stolberger Kulturausschuss und auch der Verkehrsausschuss gaben denn auch prompt „Grünes Licht“ für das Projekt. Auch die benachbarten Dalli-Werke und die William Prym Holding hatten keine Bedenken gegen das Projekt geäußert.

Zumal weder den Unternehmen noch der Stadt irgendwelche Kosten entstanden wären. Professor Fuchs hätte Anfertigung und Aufstellung aus eigener Tasche finanziert. Den Hammering Man hat der amerikanische Künstler Jonathan Borofsky geschaffen. Die Silhouette bearbeitet ein symbolisches Werkstück, der Arm mit Hammer ist motorgetrieben und damit beweglich. Die erste Installation erfolgte 1979 in der Paula Copper Galery in New York. Inzwischen gibt es mehr als ein Dutzend Hammermänner weltweit, nur in Stolberg darf nun keine Kopie entstehen.

Ernüchternde Mail

Fuchs, zugleich Vorsitzender des Fördervereins des Museums in der Torburg, hatte Künstler Borofsky mehrfach angeschrieben. Und ihm in diesem Zusammenhang sogar eine Lizenzgebühr von 10.000 Dollar für ein Exponat in Stolberg geboten. Die Antwort des Künstlers, die Dr. Fuchs jetzt erreichte, war dann sehr ernüchternd.

Borofsky bedankt sich in seiner Antwort-Mail zwar zunächst artig für das Interesse an seinem Kunstwerk, kommt dann aber gleich im nächsten Satz zur Sache: „Er werde keinen weiteren Hammering Man in Deutschland zulassen. Weder für 10.000 noch für 100.000 Dollar!“

Die ablehnende Haltung ist für Dr. Fuchs nicht nachvollziehbar. Dennoch kann das Projekt ohne Zusage des Künstlers in der geplanten Form in Stolberg nicht realisiert werden.

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