Stolberg - Aus einfachen Stücken echte Holzhütten erbauen

Aus einfachen Stücken echte Holzhütten erbauen

Von: Tabea Weiss
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Aus dem geplanten Großprojekt Würfelhütte im Pfadfindergarten Buschmühle ist eine Art Holzzelt geworden, das stabil und beeindruckend ist. Foto: T. Weiss
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Beim Umgang mit scharfen Sägen und anderem Werkzeug, das gefährlich werden könnte, sind die Betreuer wie Michael Dobler zur Stelle.
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Noch ein letzter Nagel, und wieder ist ein Hüttendach fertig.

Stolberg. Es geht dem Holz an den Kragen – mit Hammer und Bohrmaschine werden im Pfadfinder-Garten Buschmühle aus einfachen Holzstücken bewohnbare Hütten gezaubert. Die Kinder sind total in ihrem Element: Mit Säge, Bohrmaschine und Lötkolben umgehen kann hier mittlerweile jeder.

Die 30 Kinder haben die Aufgabe, jeweils zu dritt eine eigene Hütte zu bauen, und das in nur fünf Tagen.

Für viele eine große Herausforderung, doch nicht für die 10- bis 14-jährigen Teilnehmer dieses Ferienangebotes. Diese Woche sollen die Kinder selbstständig arbeiten und sich ihren Problemen in den kleinen Gruppen stellen. Nur bei Benutzung von Lötkolben und anderen gefährlichen Baugeräten sind die Betreuer natürlich sofort an ihrer Seite. Immer sechs Kinder haben einen Ansprechpartner, der sie gerne unterstützt.

„,Baue deine eigene Hütte‘ wird dieses Jahr zum ersten Mal angeboten. Wir wollten ein Programm auf die Beine stellen, bei dem die Kids selber aktiv werden und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können“, erklärt Herman Moonen von der mobilen Jugendarbeit der Kupferstadt. Die Idee dazu sei entstanden, als er und seine Lebensgefährtin einen Spielplatz entdeckt hätten, der nur aus unterschiedlich gebauten Hütten bestand.

Der 33-Jährige ist sehr froh, dass die Firma Koch ihnen Holz für die Kinder zur Verfügung stellt und so der Bedarf gedeckt ist, und das geplante Programm ohne Probleme stattfinden kann. Nicht nur an Holz mangelt es nicht mehr, auch Werkzeugkisten mit Nägeln, Handschuhen, Schleifpapier und Holzleim, so wie Messstäbe und Handsägen sind ausreichend vorhanden, um den frisch gebackenen Handwerkern die Arbeit zu erleichtern.

Selbst wenn einige Hütten schon früher fertig seien sollten, steht Langweile nicht auf dem Programm, schließlich machen Möbel die Hütte erst richtig gemütlich – und selbst gebautes Mobiliar verleiht dem Ganzen noch mal ein wenig mehr Charme. Außerdem dürfen ja auch Warnschilder und Hausnamen nicht fehlen, also wird gelötet, was das Zeug hält.

Orte, natürlich innerhalb des Pfadfinder-Gartens, wie der „Futterplatz“ oder der Bach zum Erfrischen sowie die „Straßen“ werden mit einem selbst gelötetem Schild ausgestattet und erkennbar gemacht. „Die Kinder müssen natürlich nicht durchgehend von 9 bis 16 Uhr an ihren Hütten werkeln“, sagt Moonen. „Morgens gibt es immer erst eine Team-Besprechung mit den Kids, um den Tag ein bisschen zu planen und über den vergangenen Tag zu sprechen. Um 12 Uhr gibt es bei uns Mittagessen, und danach haben die Kinder bis 13.30 Uhr Pause“.

In dieser Zeit können sie die vorhandenen Fußballtore und den Tischkicker benutzen oder ein bisschen im Bach spielen und sich abkühlen. „Bis jetzt hatten wir bis auf einen Ausnahmetag immer gutes Wetter, und selbst als es geregnet hat, konnte die Kids nichts stoppen. An dem Tag haben sie sogar noch mehr Ehrgeiz gezeigt und tapferer gearbeitet als sonst, was uns sehr erstaunt hat“, bemerkt Marie Reimer, die mit Sabrina Löhr, Jorick Espeter, Dominik Hermanns und Michael Dobler die Kinder betreut. „Unsere Gruppe möchte die Hütte nach dem Projekt mitnehmen, da steckt so viel Arbeit drin, dass wir sie gar nicht zurücklassen wollen. Der Transport und die Unterbringung sind jetzt schon organisiert“, erzählt Mattias Cormann.

Der 10 Jahre alte Teilnehmer und seine Gruppe haben vor, ihre Hütte noch weiter auszubauen und noch mehr Schweißarbeit zu leisten – motiviert hat sie das Ferienangebot jetzt schon. Begeistert erzählen auch die anderen Gruppenmitglieder von der Entstehung der Hütte, denn eigentlich waren sie als zwei getrennte Gruppen eingeplant, doch die Kinder entschieden sich eine große Gemeinschaftsgruppe zu bilden.

„Dadurch, dass wir aus zwei Gruppen eine große gemacht haben, hatten wir zusammen mehr Holz für eine Hütte. Doch für unseren eigentlichen Plan hat das Holz trotzdem nicht gereicht, also ist aus unserer geplanten Würfelhütte eine Art Holzzelt geworden“, berichtet Linus Spilber.

„Wenn die Kinder so viel Arbeit rein stecken, kann ich verstehen, dass sie ihre Hütten mitnehmen wollen, und wenn sie eine Möglichkeit haben, sie zu transportieren, können sie das auch gerne tun“, beteuert Moonen. Daran merke er, dass es den Kindern Spaß macht, sich körperlich zu betätigen, und, soweit es möglich sei, werde die Stadt hoffentlich in Kooperation mit der mobilen Jugendarbeit, dem Pfadfinderstamm Stolberg und der Unterstützung der Firma Aurubis sich dafür einsetzen, solche Bauprojekte öfter zu anzubieten.

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