Aus einem alten Markt wird eine Senioren-WG

Von: Jürgen Lange
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Ende des vergangenen Jahrtausends sicherte dass Ladenlokal die Nahversorgung der Liester. Nun soll eine Senioren-WG entstehen. Foto: J. Lange

Stolberg-Liester. Die blühenden Zeiten liegen lange zurück. Als Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern am heutigen Geschwister-Scholl-Platz aus dem Heideboden gestampft wird, ist die Liester so etwas wie die Boomtown Stolbergs.

Entlang des im typischen Stil seiner Zeit gestalteten Platzes entsteht eine kleine Geschäftspassage: Die legendäre Tanzgaststätte „Heuwagen“, Imbiss und Zoohandlung zählen zu den ersten Ladenlokalen neben dem für seine Zeit gar nicht kleinen Supermarkt mit der Adresse Ardennenstraße 37. Dieser in der Bauleitplanung abgesicherte Standort sollte die Nahversorgung des neuen Wohngebietes sicherstellen.

Er gehört mit im Laufe der Zeit wechselnden Kaufleuten zur Spar-Handelskette. Doch die gut 260 Quadratmeter reichten nach einigen Jahren nicht mehr aus, um bei den expandierenden Verkaufsflächen der Mitbewerber mithalten zu können. Dieter und Philomene Welter trennten sich als letzte selbstständigen Kaufleute 1995 von ihrer Filiale auf der Liester.

Als Nachfolger zog die Drogeriemarktkette Schlecker in das Ladenlokal. Aber schon ein halbes Jahr vor der großen Pleite war an der Ardennenstraße am 7. Dezember 2011 Schluss.

Seitdem liegt das Ladenlokal brach. Immer wieder wird es Opfer von Vandalismus. Der Bewuchs hat die Sicht auf die frühere Schaufensterfront stark eingeschränkt. Das 70er-Jahre-Plaster ist so holprig, dass man bei jedem Schritt aufpassen muss, nicht zu stolpern. Die früher vom Supermarkt als Lager genutzten Kellerräume dienen heute den Stolberger Modelleisenbahnern als „Bahnhof“ für ihre H0-Anlage. Ideen zu einer Nachfolgenutzung scheiterten stets vor einer Realisierung. Nun gibt es eine völlig neue Entwicklung.

Eine Senioren-Wohngemeinschaft soll in dem Ladenlokal entstehen. Auf seiner Sitzung am 7. Juni soll der Ausschuss für Stadtentwicklung über die positive Stellungnahme der Verwaltung zu dem vorliegenden Bauantrag befinden. Das Gremium wird mit der Angelegenheit befasst, weil eine Befreiung von dem 1969 rechtsverbindlichen Bebauungsplans erteilt werden soll. Und der sieht an dieser Stelle die Festsetzung „Laden“ in dem allgemeinen Wohngebiet vor. Eine entsprechende Nutzungsänderung muss her, soll die barrierefreie WG möglich werden.

Die Sicherung der Nahversorgung hat längst andere Formen angenommen. Das städtische Einzelhandelskonzept beschreibt als Versorgungszentrum Münsterbusch unter anderem mit den Edeka- und Netto-Standorten, und durch die neue Lidl-Filiale gilt auch die Nahversorgung der Liester als gesichert.

Nun soll das Ladenlokal umgebaut werden: Zehn Wohn-/Schlafräume und fünf Bäder – jeweils ein Bad für zwei Zimmer – sowie eine Gemeinschaftsküche nebst Aufenthaltsraum sollen geschaffen werden. Die Verwaltung sieht keine planungsrechtlichen Hindernisse.

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