Aus der Eigentümerin wird die Mieterin

Von: Michael Grobusch
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Der Kunsthof bleibt in Vicht, der Eigentümer aber hat gewechselt: Der Stolberger Unternehmer Frieder Flamm hat das Objekt an der Eifelstraße gekauft. Foto: M. Grobusch

Stolberg-Vicht. Der Nebel lichtet sich, erkennbar wird ein klares Bild: Der Europäische Kunsthof in Vicht steht nicht mehr zum Verkauf - denn er ist bereits verkauft worden. Galeristin Angelika Kühnen hat am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, dass dies so ist und der damit verbundene Rollentausch bereits vollzogen wurde.

Die Galeristin, die seit 16 Jahren an der Eifelstraße lebt, arbeitet und ausstellt, ist nicht mehr Eigentümerin, sondern Mieterin und nutzt als solche nur noch einen Teil des großzügigen Anwesens.

Erworben hat das Objekt der Stolberger Unternehmer Frieder Flamm - für 840.000 Euro. Flamm hat nach dem Kauf umfangreiche Sanierungsarbeiten in Auftrag gegeben, investiert in einem ersten Schritt rund 200.000 Euro in Fußböden, Decken, den Dachstuhl sowie eine neue Heizungsanlage und will die großen Ausstellungshallen in Zukunft nutzen, um seine Sammlung von Oldtimern und modernen Sportfahrzeugen unterzubringen.

Damit ist auch der Inhalt des „kleinen, privaten Museums” benannt, das Kühnen in der vergangenen Woche angekündigt hatte, ohne allerdings ins Detail gehen zu wollen. Öffentlich zugänglich sein wird die Sammlung, darauf hat Frieder Flamm ausdrücklich hingewiesen, jedoch nicht sein.

„Ich kann mich über eine solch glückliche Fügung nur freuen”, stellt Angelika Kühnen fest. Ihr liege es am Herzen, Sammlungen, Künstler und Interessenten zusammenzuführen. „Was ich privat mache, ist in diesem Zusammenhang doch völlig uninteressant.” Im vergangenen Sommer hatte Kühnen zuletzt gegenüber unserer Redaktion angekündigt, sich verkleinern und eine Alternative für das 2426 Quadratmeter große Grundstück und die 1212 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche suchen zu wollen. Das ist nun nicht mehr erforderlich.

Vertrag für zwei Jahre

Zunächst für zwei Jahre gilt der mit dem neuen Eigentümer abgeschlossene Mietvertrag, der Kühnen die Nutzung des Wohnhauses an der Straße sowie der am Vichtbach gelegenen, hinteren Ausstellungsräume zusichert. „Ich hätte auch einen Vertrag über zehn Jahre abschließen können, doch ich werde auch nicht jünger und wollte mich nicht für einen solch langen Zeitraum binden”, betont Kühnen mit Blick auf die relativ kurze Laufzeit. Zugleich verweist sie darauf, dass sie trotz der Einschränkungen immer noch „eine der größten Kunstgalerien in der Region Aachen” betreibe.

Die soll nach aktuellem Stand ihrer Planungen auch über die zwei jetzt vertraglich fixierten Jahre hinaus in Vicht beheimatet bleiben. „Es steht nicht mehr zur Disposition, mich zu verändern.” Inwieweit diese Planung vom neuen Besitzer durchkreuzt werden könnten, bleibt abzuwarten.

„Wir wollen die kommenden zwei Jahre nutzen, um uns besser kennen zu lernen”, erklärt Frieder Flamm, der derzeit nicht plant, den Kunsthof selber zu Wohnzwecken zu nutzen. Eine mögliche andere Verwendung bleibt indes eine Option. Zunächst aber gilt: Der Europäische Kunsthof bleibt in Vicht. Und mit ihm Angelika Kühnen.
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