Aufwertung des Stadtbildes: Kupferrot oder Gelbmessing?

Von: -jül-
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Sitzbank, Laterne, Abfalleimer, Geländer könnten mit Kupfer beschichtet werden. Als erster wagt SPD-Parteichef Patrick Haas den Vorstoß für ein Modellprojekt auf dem Platz in der Enkerei. Foto: J. Lange

Stolberg. Kupferstadt nennt sich Stolberg – eine werbewirksame Bezeichnung, die vor allem dem prosperierenden Tourismus als Markenzeichen dient. Nur ist wenig im Stadtbild offensichtlich zu erkennen, was an das Markenzeichen Kupferstadt erinnert.

Drum haben Marketing-Fachleute und Touristiker der Stadt immer wieder geraten, das Thema Kupfer präsent zu machen – auch als Farbe der Stadtmöblierung. Kupferfarbe an Laternen, Geländer, Mülleimern, Aschenbechern und Bänken schaffe Identität, sorge für ein einheitliches Bild – Stichwort Corporate Identity – und entwickele Außenwirkung. Gehört haben Verwaltung und Politik die Ratschläge schon oft; alleine es fehlte das Handeln.

Als erster Ratsherr hat jetzt Patrick Haas die Initiative ergriffen – eine konkrete in mehrerlei Hinsicht. Auf dem Platz der Enkerei soll „in Absprache mit dem Arbeitskreis Tourismus eine Sitzbank, eine Straßenlampe und ein Mülleimer mit Kupfer beschichtet werden“, formuliert der Vorsitzende der Stolberger SPD in einem Antrag an den Stadtrat bewusst.

Denn es gibt einen kleinen Glaubenskrieg in der Kupferstadt. Denn die heißt eigentlich nur so, weil sie weltweitführend in der Messingproduktion war, und dieses Metall wurde ehedem Gelbkupfer genannt. Entsprechend differenziert wird für einen rötlicheren oder gelblicheren Farbton plädiert, da verlaufen die Grenzen fließend zwischen Puristen und Ignoranten, Ingenieuren und Historikern, Marketing- und Reiseexperten.

Damit eben die Idee der Beschichtung nicht zwischen die Mühlen gerät, bittet Haas um eine salomonische Entscheidung des Arbeitskreises Tourismus, die dann am besten auch für das weitere Stadtgebiet Bestand haben solle, wenn das Modellprojekt Enkerei­straße auf die erwartete Begeisterung stößt.

Eine Beschichtung des Stadtmobiliars, so der stellvertretende Vorsitzende seiner Fraktion weiter, biete zudem den Vorteil, dass es nicht mehr regelmäßig lackiert werden müssten und abweisend für Graffiti werde.

Haas selbst und Sascha Kessel, ein Freund aus Stolberger Schulzeiten, bieten der Stadt an, die Kosten für das Modellprojekt auf dem Platz der Enkerei zu übernehmen. Mittlerweile hat Kessel ein spezielles Beschichtungsverfahren für seine in Landgraaf ansässiges Unternehmen Innocoating Europe BV entwickelt, mit welchem jedes Metall auf jeden festen Untergrund langlebig aufgetragen werden kann und somit auch kostenreduzierend zur Unterhaltung beitrage.

Der Hauptausschuss wird über den weiteren Weg des Vorstoßes beraten.

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