Auftragsboom ist fort, doch die Zuversicht bleibt

Von: Michael Grobusch
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Das im vergangenen Jahr in Bet
Das im vergangenen Jahr in Betrieb genommene Hochregallager mit 1400 Speicherplätzen hat aus Sicht der Geschäftsführung wesentlich zur Stärkung des Standortes Stoloberg beigetragen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Es hat etwas von einem Déjà-Vu-Erlebnis. Oder wie es Leo Bergstein sagt: „Wir haben es wieder mit einer Zwei-Jahreshälften-Zeit zu tun.”

Die Achterbahnfahrt geht also weiter, doch der Leiter des Stolberger Metallwerkes behält die Ruhe. „Wir sind absolut im Plan und werden auch in diesem Jahr 22.000 Tonnen Kupfer und Kupferlegierungen produzieren.”

Das ist in erster Linie auf die ersten sechs „ganz starken” Monate zurückzuführen, in denen die flexiblen Zeitkonten der Mitarbeiter bis zum äußeren oberen Rand ausgereizt werden mussten, um durch Mehrarbeit die vielen Aufträge bewältigen zu können. Um die Produktionsspitzen abzufangen, wurden im Sommer sogar zehn Mitarbeiter befristet eingestellt - in Absprache mit dem Betriebsrat, wie Heinz Meuser betont.

Noch im Frühjahr hatte der Vorsitzende angesichts der hohen Belastung der Kollegen neue Jobs bei der Stolberger KME-Tochter gefordert. Angesichts der rückläufigen Nachfrage räumt aber auch er jetzt ein, dass die rund 250-köpfige Stammbelegschaft Priorität genieße. Wobei sich Geschäftsführer und Betriebsrat einig sind, dass deren Arbeitsplätze sicher sind, weil auch die ersten beiden Quartale 2012 eine hohe Nachfrage bringen werden.

„Europa sehen wir stabil, und in den Schwellenländern erwarten wir weitere enorme Wachstumspotenziale”, blickt Leo Bergstein nach vorne und stellt fest: „Wir fühlen uns gut aufgestellt.” Die derzeit spürbare Zurückhaltung bei den Kunden führt er im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurück: den Geschäftsjahresabschluss vieler großer Unternehmen zum 30. September, der mit einer Reduzierung der Lagerbestände verbunden ist. Und die weltweite Finanz- und Wirtschaftssituation.

„Die Verunsicherung ist in der Realwirtschaft angekommen. Es kann nicht geleugnet werden, dass die Krise der US-amerikanischen Wirtschaft und die Probleme in der Euro-Zone vor allem mit Griechenland ihre Wirkung zeigen.” Die „intelligenten Lösungen” innerhalb des Metallwerkes, und damit ist in erster Linie die Flexibilität der Belegschaft gemeint, seien aber ausreichend, um auf die aktuelle Lage zu reagieren. So werden derzeit die im ersten Halbjahr angesammelten Überstunden wieder abgebaut.

Gleichwohl arbeiten Geschäftsleitung und Betriebsrat gemeinsam daran, die Produktivität weiter zu steigern. „Wir müssen uns nicht nur dem externen Wettbewerb stellen, sondern auch der Konkurrenz im eigenen Konzern”, betont Bergstein mit Blick auf die anderen europäischen Produktionsstätten der KME-Gruppe. „Auf beiden Ebenen müssen wir ein absolut verlässlicher Partner sein.”

Verlässlichkeit ist auch ein bevorzugtes Stichwort für die Arbeitnehmervertretungen. Betriebsrat und IG Metall arbeiten nach Aussage von Heinz Meuser derzeit an einem Standortsicherungsvertrag. „Über diesen wollen wir noch vor dem Jahresende mit der Geschäftsleitung verhandeln”, kündigt Meuser an. Leo Bergstein zeigt sich in diesem Punkt sehr offen, auch wenn die letzte Entscheidung über die Unterzeichnung eines solchen Vertragswerkes in der Konzernzentrale in Osnabrück fallen würde. „Wir haben uns in Stolberg sehr gut entwickelt. Und diese Entwicklung wollen wir gemeinsam fortführen.”

Auf dem besten Weg zum „unfallfreien Werk”

Ende 2010 hatte das Stolberger Metallwerk ein Arbeitssicherheitsprogramm aufgelegt, dessen Ziel bereits im Titel formuliert ist: „Unfallfreies Werk”.

Zu den Maßnahmen gehört neben standardisierten Sicherheitsbegehungen und verbesserten persönlichen Schutzausrüstungen auch ein zwei- bis dreitägiges Training für jeden Mitarbeiter.

Die ersten Erfolge haben sich bereits eingestellt: „Von den letzten zwölf Monaten waren acht unfallfrei”, stellt Leo Bergstein zufrieden fest.

Weitere Bemühungen soll es trotzdem geben. So ist in der nächsten Stufe des Programms geplant, neben der Arbeitssicherheit auch die Themen Gesundheit und Umwelt stärker in den Fokus zu rücken. Die KME-Gruppe hat zur Unterstützung eine Gesundheitsmanagerin eingestellt, die die Mitarbeiter in den deutschen Werken betreuen und beraten wird.

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