Stolberg-Vicht - Auflösung des Bilderrätsels führt ins Vichttal

Auflösung des Bilderrätsels führt ins Vichttal

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg-Vicht. Neben dem Messinggewerbe war auch das Eisengewerbe mehr als 300 Jahre lang im Vichttal ansässig. Schwerpunkt des Eisengewerbes waren die seit 1972 zu Stolberg gehörenden Orte Vicht und Zweifall.

In Vicht an der Straße Müns- terau liegt auch der „Neuenhammer“, der im späten 17. Jahrhundert errichtet wurde. Erbauer der unmittelbar an der Vicht liegenden, aus Bruchstein bestehenden, weitläufigen Hofanlage war die Reitmeisterfamilie Hoesch. Die Hoeschs besaßen im Vichttal zahlreiche Produktionsstätten der Eisenherstellung: unter anderem auch den benachbarten Platenhammer und den in Zweifall liegenden Junkershammer.

Herzstück des Neuenhammers sind die 1963 vom Landschaftsverband Rheinland restaurierten „Frischöfen“. Die aus Bruchstein errichteten kegelförmigen Bauten waren Bestandteil einer so genannten Frühschmiede. In den Frischöfen wurde das Roheisen erhitzt - gefrischt - um es durch das Schmiedeverfahren zu Stahl verarbeiten zu können. Angetrieben wurde der Schmiedehammer von einem Wasserrad. Lieferant für das Roheisen war unter anderem der ebenfalls den Hoeschs gehörende Junkershammer in Zweifall, der dafür eine Schmelzhütte besaß.

Die Produktpalette des Neuenhammers war vielfältig und umfangreich. Schließlich gehörten zu den dort hergestellten Produkten unter anderem Hufeisen, Platten für Herde und Öfen, Mauerhaken und -anker sowie Wagenachsen und -reifen, Pfannen, Schaufeln und Werkzeuge.

Produktionseinstellung

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte auf dem Neuenhammer die Produktionseinstellung. Seitdem wird die seit 1989 unter Denkmalschutz stehende Hofanlage ausschließlich nur noch für das Wohnen genutzt. Neben den beiden bis heute erhaltenen Frischöfen ist das 1682 erbaute dortige Reitmeisterhaus eine historische Besonderheit.

Schließlich besitzt das prächtige Gebäude im Obergeschoss noch die ursprünglichen Kreuzstockfenster. Zu den Bewohnern und Eigentümern des alten Reitmeisterhauses hat bis vor einigen Jahren auch die Familie Prym gehört. Der Neuenhammer liegt etwas abseits der Straße.

Nur über eine Brücke gelangt man in den Innenhof der denkmalgeschützten weitläufigen Anlage. Dort liegen dann rechts vom Eingang – dem Torgebäude – auch die ebenfalls in die Denkmalliste der Stadt Stolberg eingetragenen Frischöfen.

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