Aufatmen in Mausbach: Strahlenverdacht nicht bestätigt

Von: Michael Grobusch
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Spezialkräfte der Feuerwehr kamen in Mausbach im Rahmen des städteregionalen Feuerschutzkonzeptes zum Einsatz. Foto: psm

Stolberg. Das kollektive Aufatmen gab es erst am späten Samstagabend: Dann stand schließlich fest, dass sich der Verdacht, den ein besorgter Bürger auf der Stolberger Polizeiwache geäußert hatte, nur sehr bedingt bestätigt hatte.

Mit der Aussage, dass auf dem Anhänger eines Lastwagens, der auf dem Gelände einer Spedition in der Mausbacher Industriestraße abgestellt war, radioaktiv belasteter Metallschrott befinden könnte, hatte der Mann einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst, an dessen Ende die Erkenntnis stand, die Pressesprecher Michael Konrads formulierte: Unsere Spezialisten haben minimal erhöhte Werte festgestellt. Von dem Lkw ist aber zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr ausgegangen.“

Zwei Häuser evakuiert

Weil das jedoch unmittelbar nach der Alarmierung der Wehr durch die Polizei nicht klar gewesen war, wurden vorsichtshalber zunächst zwei Häuser in dem kaum bewohnten Gewerbegebiet evakuiert. Zudem wurden die umliegenden Straßen gesperrt. „Das Gelände an sich ist so groß, dass die erforderlichen Sicherheitsabstände gegeben waren“, berichtet Konrads. Aufgrund der zu vermutenden Gefahrenlage griff das Feuerschutzkonzept der Städteregion.

Für einen solchen Fall ausgebildete Spezialkräfte der Feuerwehren Herzogenrath, Eschweiler, Simmerath und Monschau wurden samt der entsprechenden Gerätschaften in Mausbach zusammengezogen. Sie unterstützten die Stolberger Wache sowie den vierten Löschzug, also die Löschgruppen Mausbach, Vicht und Zweifall. Insgesamt waren 60 Kräfte im Einsatz, der von Stolbergs Feuerwehrchef Andreas Dovern geleitet wurde.

Für die Fachbereitschaft im Rahmen des städteregionalen Feuerschutzkonzeptes nahm der Chemiker Hartmut Prast aus Herzogenrath die Messungen zunächst auf dem Gelände und dann auf dem Lastwagen vor. Mit dem Resultat, dass lediglich bei dem Schrott auf der Ladefläche Werte festgestellt wurden, die minimal über der natürlichen Strahlenbelastung lagen.

Gegen 0.30 Uhr war die Arbeit beendet und die Spezialkräfte konnten abziehen. „Das war natürlich ein riesengroßer Einsatz. Aber unterm Strich ist es erfreulich festzustellen, dass von der Ladung keinerlei Gefahr ausgegangen ist“, resümierte Michael Konrads, der das gute Zusammenspiel der Wehrleute lobte. „Das hat hervorragend funktioniert. Die Zusammenarbeit war fachlich sehr gut und reibungslos. Das Feuerwehrschutzkonzept der Städteregion hat sich in der Praxis bestens bewährt.“

Ordnungsamt jetzt am Zug

Was nun mit dem Lastwagen in Mausbach und vor allem dessen Ladung passiert, wird die Stadt Stolberg entscheiden müssen. Voraussichtlich schon am Montag, so erklärte ein Sprecher im Aachener Präsidium auf Anfrage unserer Zeitung, wird die Polizei den vorläufig sichergestellten Fahrzeug freigeben. Dann sei das Ordnungsamt am Zuge.

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