Auf Kennenlern-Tour durch die Sozialräume

Von: Dirk Müller
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Der für Stolberg zuständige
Der für Stolberg zuständige Jugendstaatsanwalt Hanno Gläsker (3. v. l.) im Gespräch mit Schulleiter Jörg Klein, Sozialarbeiter Markus Storck, Jugendamtsleiter Willi Seyffarth (v. l.) sowie Winfried Priem und Martin Künzer (v. r.) von der Jugendgerichtshilfe. Foto: D. Müller

Stolberg. Seit Beginn dieses Jahres werden jugendliche Straftäter in der Städteregion nicht mehr alphabetisch mittels ihres Familiennamens einem Staatsanwalt zugeordnet, sondern die Jugendstaatsanwälte sind nun für sogenannte Sozialräume zuständig.

Aus diesem Grund besuchte Hanno Gläsker, der Jugendstaatsanwalt für Stolberg und Eschweiler, die Kupferstadt. „Es ist mir wichtig, mir ein Bild von dem Lebensraum der jungen Menschen machen zu können”, erklärte Gläsker. Ebenso hilfreich für seine Arbeit sei es, die entsprechenden Ansprechpartner vor Ort kennenzulernen.

So begann sein Besuch im Stolberger Rathaus, wo ihm der Leiter des Jugendamts Willi Seyffarth den Fachbereich vorstellte und Gläsker mit der Kupferstädter Kooperation von Jugendhilfe, Schulen, Sozialarbeitern und mobiler Jugendarbeit vertraut machte.

Immer selber Ansprechpartner

„Der neue Sozialbezug des Jugendstaatsanwalts macht für uns alle das Arbeiten einfacher”, beschrieb Seyffarth. Dieser Meinung konnten Winfried Priem und Martin Künzer von der Jugendgerichtshilfe vorbehaltlos anschließen. Beide begleiteten Gläsker auf der „Kennenlern-Tour” durch Stolberg. „Wir haben jetzt immer denselben Ansprechpartner. Es ist leichter, miteinander zu kommunizieren und den Kontakt zu halten”, betonte Künzer.

Auch der Gastgeber an der nächsten Station befürwortete die persönliche Zusammenarbeit, die durch die Sozialraumbindung des Jugendstaatsanwalts möglich geworden ist. „Ein gut funktionierendes enges Netz der Beteiligten ist wichtig, um Jugendliche in die richtigen Bahnen zu lenken”, sagte Jörg Klein, Leiter der Hauptschule an der Kogelshäuser Straße. Klein und der Schul-Sozialarbeiter Markus Storck versprechen sich „kurze Wege, die ein effizientes Arbeiten” ermöglichen sollen. Gläsker bestätigte diesen Anspruch: „Natürlich können wir uns telefonisch oder per E-Mail schneller verständigen, als durch das hin und her schicken von Akten.”

Eine schnelle Bearbeitung von Delikten Jugendlicher komme auch dem pädagogischen Gedanken des Jugendstrafrechts entgegen. „Junge Straftäter sollen selbstverständlich die Konsequenzen von falschen Handlungen spüren, aber die Aspekte Sühne und Rache spielen keine Rolle”, erläuterte Gläsker.

Erzieherische Wirkung

Das Jugendstrafrecht solle ausschließlich erzieherisch wirken und einen positiven Entwicklungsweg der jungen Menschen fördern. Die gute Zusammenarbeit aller daran beteiligten Stellen werde dies begünstigen. Weitere Stationen Gläskers Besuch in der Kupferstadt waren die Jugendwerkstatt der Jugendberufshilfe sowie der Jugendbus der mobilen Jugendarbeit.
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