Auf der Sonnenseite sind derzeit nur die Pfarren im Norden

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Die Unterschiede könnten derzeit kaum größer sein: „Wir verspüren eine positive Aufbruchstimmung”, freut sich Helmut Gottfried, Verwaltungsmitarbeiter der neuen Großpfarre St. Lucia im Stolberger Norden.

Ganz anders ergeht es da Ulrich Lühring, der mit seiner Breiniger Pfarre St. Barbara der neuen Gemeinschaft der Gemeinden Stolberg-Süd angehört: „Wir hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und wir haben uns für die Cholera entschieden.”

Die Strukturen der katholischen Kirche im Stadtgebiet verändern sich erheblich. Das macht sich auch im Bereich der Kindertagesstätten deutlich bemerkbar.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen im Norden und Süden kaum miteinander zu vergleichen. Lediglich die Absicht, die bestehenden Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft zu behalten, ist den Beteiligten momentan gemein.

Für die Pfarre St. Lucia mit ihrem Pastor Hans-Rolf Funken ist der Übergang ins neue Jahr mit einem überschaubaren Aufwand verbunden. Weil die nördlichen Gemeinden „eingepfarrt” worden sind und St. Lucia als (Groß-)Pfarre bestehen bleibt, kann diese auch Trägerin der Kitas an der Birkengangstraße (Clara Fey) und der Sebastianusstraße (Atsch) bleiben bzw. sein. Die Verwaltung um Helmut Gottfried wickelt den Übergang ab, für die Mitarbeiterinnen und Nutzer ändert sich aber nichts.

Im Süden hingegen ist der Einschnitt tief. Ab dem 1. Januar 2010 dürfen die Pfarren, da sie nicht an einer Fusion beteiligt sind, kein Personal mehr beschäftigen - was im Übrigen nicht nur für die Kindertagesstätten gilt.

Das Bistum hat es so gewollt und allen Gemeinschaften der Gemeinden zwei Alternativen angeboten. Entweder werden die Kindertageseinrichtungen von der noch zu gründenden Trägergesellschaft für die Region Aachen Stadt und Land übernommen. Oder aber die Pfarren gründen einen Kirchengemeindeverband, der als Träger für alle Kitas im betreffenden Einzugsgebiet auftritt.

Pastor Ulrich Lühring hatte gegenüber unserer Zeitung schon im Frühjahr klargestellt, dass er „seine” Kita keinesfalls aus seinem Verantwortungsbereich entlassen wolle. Das gilt auch für die Kollegen Norbert Bolz und Jürgen Urth, die die Kitas in Mausbach (St. Markus) und Büsbach (St. Hubertus) ebenfalls halten wollen.

Kein Thema ist offenbar mehr die Trennung von der Kindertagesstätte in der Dell, die in der Pfarre St. Hubertus angesichts steigender Kosten und Ansprüche durch das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) noch zu Beginn des Jahres kontrovers diskutiert worden war.

Zum 1. Januar wird es also im Süden einen Kirchengemeindeverband (KGV) geben, der als Arbeitgeber des Kirchenpersonals ebenso auftritt wie als Träger der drei Kitas mit ihren derzeit zehn Gruppen. Das ist, so berichtet Ulrich Lühring, mit sehr viel Arbeit und jeder Menge Probleme verbunden. „Die neuen Kirchenvorstände müssen sich ganz schnell gründen”, fordert Lühring.

Satzung muss genehmigt werden

Die Satzung des KGV muss von den Gremien noch genehmigt und für ganz praktische Dinge wie ein Konto und ein Siegel gesorgt werden. „Normalerweise stehen in den Pfarren vor Weihnachten andere Dinge auf dem Programm, aber das Bistum kann das ja nicht wissen”, geizt der Breiniger Pastor nicht mit Ironie.

Die alleine aber hilft nicht weiter, und so wird mit Hochdruck an den Vorbereitungen für den Trägerübergang gearbeitet. Ein Blick in den Kalender zeigt, dass wegen der Feiertage eigentlich nur noch bis zum 23. Dezember Zeit bleibt, alle grundlegenden Angelegenheiten zu regeln. Erst danach wohl werden sich auch die Verantwortlichen in den Pfarren des Stolberger Südens auf ein besinnliches Fest freuen können.
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