Auf der Rathausstraße hat sich viel verändert

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. Der Straßenraum der Rathausstraße präsentiert sich um 1940 herum im Vergleich zu heute leer und übersichtlich. Lediglich zwei Radfahrer sind auf der Fahrbahn unterwegs. Am rechten Fahrbahnrand ist das Gleis der Straßenbahn abgebildet.

Ihr Betrieb wurde 1959 eingestellt. Danach sorgten nur noch Busse für den öffentlichen Nahverkehr. Links, an der Einmündung zur Steinfeldstraße, ist ein eingeschossiges Bruchsteingebäude abgelichtet, das eine schöne Eckverklammerung besitzt. Eine Mauer begrenzt den Gehweg. Der Bau war dem Westflügel des Kupferhofes Grünenthal vorgelagert. Über seine Funktion und Nutzung ist nichts bekannt. Vermutlich hat es als Remise gedient.

Auf der selben Seite liegt oberhalb das 1922 errichtete Gebäude der Deutschen Bank. In der Bildmitte wird das Rathaus vom Großen Turm und dem Palas der Burg überragt. Das Rathaus ist 1838 entstanden und wurde in der Folgezeit kontinuierlich erweitert.

Die Burg präsentiert sich im zeitgenössischen Bild. Um 1889 hatte Moritz Kraus der Burg einen Großen Turm hinzugefügt, dessen oberste Plattform von einem Zinnenkranz bekrönt wurde. Zuvor hatte an gleicher Stelle ein halb so hoher Geschützturm gelegen, den Kraus für die Errichtung seines Turmes nutzte. Die rechte Seite des historischen Vergleichsfotos wird von einer geschlossen Häuserzeile gebildet, deren Erdgeschosse Ladenlokale unterschiedlicher Nutzung und Ausrichtung enthalten.

Im Vergleich zu den 1940er Jahren hat sich in diesem Bereich der Rathausstraße viel verändert. Das links liegende Bruchsteingebäude, ein Teil des Kupferhofes Grünenthal, wurde abgerissen und die dadurch entstandene Freifläche bebaut. Den Anfang an dieser Stelle machte 1960 das Gebäude der Deutschen Post, das anfänglich nur die Paketpost beherbergte und heute die Hauptpost der Kupferstadt Stolberg darstellt.

1986 folgte dort das von der Firma Grünenthal errichtete dreigeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude, das anfänglich im Erdgeschoss eine örtliche Bank enthielt und heute als Café genutzt wird.

Das Rathaus wurde in den 1970er Jahren umgebaut. Erhalten blieb der im frühen 19. Jahrhundert erstellte Mittelbau. Er wurde restauriert und bildet heute mit dem 1977 fertiggestellten Neubau eine spannende Synthese. Nur der Blick auf den Palas der Burg wird heute durch den Rathausturm verdeckt.

Auch die Burg hat zwischenzeitlich eine Veränderung erfahren. So wurden Mitte der 1950er Jahre die von Kraus errichteten Zinnen des Großen Turmes entfernt. Veränderungen hat auch die rechte Seite erfahren. Im oberen Bereich, unterhalb des Rathauses, wurde 1959/60 für die Sparkasse ein großes Bankgebäude errichtet, das in der Folgezeit kontinuierlich ausgebaut wurde. Zuvor hatte dort das evangelische Gemeindehaus gelegen, das 1967 in der Frankentalstraße in einem Neubau angesiedelt wurde.

Eine Umformung hat auch die Rathausstraße erfahren. Nach Kriegsende wurde die Pflasterung entfernt und durch einen Asphaltbelag ersetzt. Neu hergerichtet wurden auch die Gehwege. Sie erhielten einen Plattenbelag und wurden am Rand mit Parkstreifen ausgestattet.

Heute ist die Rathausstraße stark befahren und wird rege vom Individual- und Busverkehr in Anspruch genommen.

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