Auf der Burg wird Geschichte wieder lebendig

Von: Toni Dörflinger
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Burgritter Kochen
Burgritter Kochen

Stolberg. Ein kleines Jubiläum feierten jetzt die „Stolberger Burgritter”. Schließlich hatten sie bereits zum zehnten Mal ihr Lager im Außenbereich der Burg aufgeschlagen. Was 2003 mit einigen wenigen Zelten und Verkaufsständen begann, hat sich inzwischen zu einem Camp beachtlicher Größe entwickelt.

Ein Lager, das inzwischen nicht nur von den Aktiven des Mittelaltervereines alleine, sondern auch von befreundeten Gruppen aus Aachen, Köln und Grevenbroich mitgestaltet wird. Dementsprechend hat sich die Veranstaltung längst bis auf den an der Katzhecke liegenden alten Friedhof ausgedehnt, dessen Rasenfläche das „Buchen-Banner”, die „Coelner Schar” und die „Communis Pristina” in Beschlag genommen hatten. Sie sorgten dafür, dass mit einem Pranger und etlichen Folterinstrumenten der Justizvollzug gleichsam symbolisch zu seinem Recht kam.

Die Lager- und Marktleitung hatte Ralf Herff, alias Graf Gerhard III. von Berg, übernommen. Würdevoll mit Schwert und Streitaxt ausgestattet, eilte er von Stand zu Stand und sorgte dafür, dass alles mit rechten Dingen zuging. Mit rechten Dingen sollte es schließlich auch beim Schwertkampf zugehen, dem sich am ersten Veranstaltungstag 18 kampferfahrene Männer stellten. Dass auch dieser in sieben Runden unterteilte Wettbewerb einem strengen Regelwerk unterliegt, bestätigte Chris Schauer aus Köln, der als Kampfrichter sprich Marschall fungierte.

„Für uns sind die Richtlinien maßgebend, die als Zeit der Schwerter bezeichnet werden”, versicherte Schauer, der nach einem einstündigen, unblutigen Wettkampf, bei dem ordentlich die Schwerter klirrten, den 39-jährigen Roger Martin, alias Sir Roger of Gladsmuir, zum Sieger kürt. Martin, der mit Ausnahme des Vorjahres bereits zum fünften Mal in Folge den begehrten Stolberger Titel errang, hatte im Finale seinen aus Köln stammenden Gegner Nico Leopold nach Punkten bezwungen.

Doch nicht nur Zelte in Rund- oder Viereckform prägten die Szenerie des von den Burgrittern veranstalteten Mittelalterlagers, das man nicht nur auf den alten Friedhof, sondern auch den Faches-Thumesnil-Platz und den unteren Burghof ausgedehnt hatte. Schließlich gehörten auch etliche Verkaufsstände mit dazu.

Gruppen kommen immer wieder

Buden, an denen Getränke ausgeschenkt und Zutaten für die Herstellung von Likör verkauft wurden sowie beispielsweise Bogenbau, das Schreinern von Schmuckkassetten, die Herstellung von Kettenhemden und Seilwaren demonstriert wurde.

Dem Bogenbau hatte sich Robert Keidel aus Eschweiler verschrieben. Der 59-jährige Hobby-Archäologe, der als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Rheinland einen Beitrag zu der Rekonstruktion der alten Römertrasse „Via Belgica” leistet, demonstrierte den Besuchern eindrucksvoll sein Programm, das aus 30 Bögen unterschiedlicher Zeitepochen und Herstellungsweise besteht. „Mein Lieblingsmaterial ist Esche. Das grobporige Holz besitzt eine hohe Elastizität und Festigkeit”, erklärte er den aus Kornelimünster stammenden Besuchern Philippe Bothe und Martina Rombach.

Etliche der im Schatten der Burg lagernden Gruppen sind nicht zum ersten Mal Gäste des Ritterspektakels. Ungekrönter Spitzenreiter ist zweifelsohne die aus Recklinghausen und Wanne-Eikel stammende 15-köpfige Gruppe „Cursus Insanus”, die bereits zum neunten Mal auf der Burg lagert. Neben den Burgrittern führt inzwischen auch die Aachener „Templer Komthurey” das Kupferstädter Löwen-Wappen im Schild. Dass das nicht von ungefähr kommt, erklärt Günter Kleiber „Bruder Gunther” so: „Nachdem wir anfänglich die Hergenrather Eyneburg als Domizil hatten, haben wir inzwischen die Stolberger Burg zur unserer Hausburg gemacht.”

Dass in Verlaufe des Ritterspektakels auch Hochzeit gefeiert wurde, beweist die Vermählung der Burgritteraktiven Agnes und Ingo Sous. Sie waren zuvor in der Kirche St. Lucia von Pastor Hans-Rolf Funken getraut worden und verlegten anschließend ihre Feier auf den oberen Burghof.
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