Auf den Spuren von Klitschko und Maske

Von: Sabrina Hüttermann
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Ein erfolgreiches Gespann: Max Keller (r.) und sein Trainer Achim John. Foto: S. Hüttermann

Stolberg. Boxen ist ein Sport, der polarisiert. Man lebt für diesen Sport oder verachtet ihn und stempelt ihn ab als eine inhaltslose Disziplin für brutale Schläger. Umso besser, dass es junge Talente wie Max Keller aus Stolberg gibt, die das Gegenteil des Letzteren beweisen.

Der 17-jährige hat Anfang Mai in Wolfsburg die Deutschen Meisterschaften der Jugend im Boxen gewonnen und besucht die elfte Klasse des Goethe Gymnasiums. Max, der sich alleine mit seiner Körpergröße von 1,97 Meter Respekt verschafft, wehrt sich vehement gegen die Vorurteile, die das Boxen mit sich bringen: „Boxen als Sport hat viel mit Selbstbeherrschung und Disziplin zu tun, es hat sehr viel komplexere Bewegungsabläufen als die meisten anderen Sportarten.”

Dass Boxen eine nicht immer populäre Sportart ist, weiß auch sein Trainer und Manager des Eilendorfer „Tai Kien Boxen”-Vereins, Josef Gottfried: „Viele verwechseln den Profisport mit dem Amateurboxen, das wir betreiben. Uns geht es vor allem darum, die vielfältigen Bewegungsdefizite der heutigen Jugend zu beheben und ihre Koordination zu fördern.”

Dazu versuchen sie auch mit Werbeaktionen in Schulen und Veranstaltungen wie dem Mittelrhein-Pokal in diesem Juli für das Boxen zu begeistern.

Auch Max´ Familie stand dem Hobby ihres Sohnes anfangs skeptisch gegenüber. „Wie viele dachten auch sie, Boxen sei ein brutaler Sport, und meine Mutter hat sich zu Beginn auch nicht mit eingebracht”, erinnert sich Max. Eine hohe Verletzungsgefahr besteht im Amateurboxen tatsächlich nicht. Vorschriften wie Mundschutz und Helm werden im Training und bei Wettkämpfen immer eingehalten. „Nach meinem Sieg bei den Meisterschaften haben sich meine Eltern auch riesig gefreut, Mittlerweile verstehen sie den Sport sehr gut und fibern immer mir”, so der 17-Jährige.

Noch mehr gefreut hat sich wahrscheinlich nur sein Trainer. „Der Junge wird noch mal Europameister - ich habe noch nie ein solches Talent im Boxen gesehen”, schwärmt Achim John. Er muss es schließlich wissen. In dreißig Jahren Boxsport und unzähligen Titeln ist Max für seinen Trainer John ein „Rohdiamant”.

Dabei übt der Stolberger den Faustkampf erst seit knapp zweieinhalb Jahren aus. „Angefangen habe ich mit Judo, was ich sechs Jahre lang gemacht habe. Dann habe ich mich im Fußball versucht - da war ich aber relativ talentfrei”, grinst Max und betritt den Ring in seinem Heimatverein in Eilendorf.

Für ihn ist Mannschaftssport kein Thema. Er mag es, sich im Ring auf sportlicher Ebene zu messen - Mann gegen Mann. „Wenn man alleine im Ring steht, bekommt man seine Fehler direkt mit”, erklärt Max, während er sich warm macht. Er habe viel durch den Sport gelernt und sei selbstbewusster geworden. Vor allem mag Max am Boxen, dass es keine Obergrenze an Leistung gibt. Dafür trainiert er auch sechs Mal pro Woche.

Abitur am Goethe-Gymnasium

Auf die Frage ob die Schule da nicht zu kurz komme, antwortet er überlegt: „Die Schule kommt natürlich an erster Stelle. Das Boxen lässt sich nicht in Noten festhalten und ist nichts Sicheres für die Zukunft.” Deshalb möchte Max auch sein Abitur am Goethe-Gymnasium machen.

„Natürlich würde ich gerne in den Profi-Boxsport wechseln, aber bis dahin ist noch ein weiter Weg zu beschreiten”, meint er sachlich. Euphorischer fällt die Perspektive seines Trainers aus. Achim John ist überzeugt: „Max kann es ganz nach oben schaffen, auf Augenhöhe mit Idolen wie Wladimir Klitschko oder Henri Maske.”
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