Auf den Spuren von Hopfen und Malz

Von: Toni Dörflinger
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Nicht nur Theorie: Peter Sieprath (rechts) versorgt die Besucher mit allerlei Informationen zur Stolberger Braugeschichte. Auch eine Verköstigung des Stolberger Traditionsbiers darf auf dem Programm nicht fehlen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Hochzeit im „Burgdorf“: Auf zwei Routen quer durch die Altstadt waren kürzlich rund 65 Gäste der Stolberg-Touristik unterwegs. Während Klaudia-Penner Mohren und Christian Altena die Besucher mit den Besonderheiten von Altstadt und Burg vertraut machten, hatte sich Peter Sieprath der Geschichte und Entwicklung der Stolberger Brauhäuser gewidmet.

Begonnen hatte der zweistündige Rundgang auf dem oberen Burgdorf. Dort startete Sieprath einen Exkurs in die Historie des Brauwesens und machte „seine“ Besucher - rund 25 - mit den Zutaten und Rostoffen der Bierherstellung vertraut. Von der Burg aus wählte man anschließend den direkten Weg in der Klatterstraße um am alten Brauhaus Burgkeller einen Zwischenstopp einzulegen.

Wie Sieprath den Besuchern erklärte ist das Gebäude im 18. Jahrhundert entstanden und wurde in der Vergangenheit als Brauerei und Gaststätte genutzt. Eine Besonderheit ist der unter dem alten Bau liegende Wassergraben, der einst wie Sieprath versicherte, dem Kühlen der Bierfässer gedient hat: unterhalb des Brauhauses hat der alte Kanal dann die Räder der Arnoldsmühle und des Kupferhofes Enkerei mit Antriebsenergie versorgt. Bierfässer wurden aber auch laut dem Experten in dem gegenüber liegendem Burgstollen gekühlt, dessen unterste Ebene für diesen Zweck geeignet, vermutlich im 18. oder 19. Jahrhundert entstanden ist.

Einen weiteren Zwischenstopp legte man im Innenhof des Torburgmuseums am Luciaweg ein, wo Peter Sieprath die Besucher mit echt Ketschenburger Bier zu einer Verköstigung einlud: Bekanntlich hat Dr. Rüdiger Fröschen 2008 die Braurechte erworben und das Stolberger Traditionsbier im unterfränkischen Schweinfurt wieder herstellen lasen. Zum Biergenuss passte auch, dass man auf dem an der Vogelsangstraße liegenden „Pley“ die Stolberger Nationalhymne, das Vogelsängerlied anstimmte.

Schließlich wird das Anfang des 20. Jahrhundert von Ernst Grüber verfasste und von Peter Bonaventura komponierte Lied einer bierseligen Stimmung zu geschrieben. In der dreistrophigen Weise nehmen sich die als Vogelsänger bezeichneten Altstadtbewohner angereichert mit Witz und Ironie ein klein wenig selbst auf die Schippe. Auf ein weiteres Brauhaus machte Sieprath die Besucher in der Straße „In der Schart“ aufmerksam.

Denn ebenso wie der Burgkeller verfügte auch das dortige aus dem 17. Jahrhundert stammende Brauhaus einst über einen unter dem Gebäude liegenden Wassergraben, der nicht nur die benachbarte Scharter Mühle mit Antriebsenergie versorgte, sondern von den Betreibern der kleinen Braustätte für das Kühlen der Bierfässer genutzt wurde. Der Graben ist dort heute als Teilbereich noch zu sehen und wurde bei der Altstadtsanierung Mitte der 1980er Jahre wieder frei gelegt.

Die rund zweistündige Tour endete an der alten Ketschenburg-Brauerei auf dem Willy-Brandt-Platz. Dort gab Sieprath spannende Einblicke in die Geschichte der Brauerei, die von 1817 bis 1985 das Stolberger Traditionsbier hergestellt hatte. Damit war aber noch lange nicht Schluss. Im Anschluss an die Ketschenburg-Brauerei stattete man nämlich der Gaststätte „The Savoy“ einen Besuch ab, um dort bei einer aus Kartoffelsalat, Bock-und Blutwurst sowie Sülze bestehenden „Brauhausplatte“ das Gehörte und Gesehene im wahrsten Sinne des Wortes zu vertiefen.

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