Auf den Spuren der Jakobusmuschel durch Breinig

Von: Johannes Mohren
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Ein Stein auf dem Jakobsweg: André Hülser, Pfarrer Ulrich Lühring und „Sündenbock” André Hennecken (v.l.) wollen Breinig in Zukunft zu einer beliebten Station auf dem Jakobsweg machen. Foto: J. Mohren

Stolberg-Breinig. Es ist viel mehr als nur ein einfacher Weg. Für viele ist es ein Weg zu sich selbst, ein Weg auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ein Weg, der bereits seit Jahrhunderten Menschen fasziniert, sie in seinen Bann zieht.

Zunächst macht er, verästelt in viele kleine Routen, Station in ganz Europa, ehe er sich in den Pyrenäen zu einem großen Strom vereint. Einem Strom auf den Spuren der Jakobsmuschel durch Pamplona, Burgos und Lon nach Santiago de Compostela, einem Hauptziel christlicher Pilgerfahrt an der Grabesstätte des Apostels Jakobus.

„Leider wissen in Breinig viel zu wenige Menschen, dass der Jakobsweg auch durch unser Dorf führt”, berichtet Pfarrer Ulrich Lühring. Das zu ändern, hat sich eine Initiative zum Ziel gesetzt. „Der Jakobsweg soll in Breinig von nun an präsenter sein, wir wollen zeigen, dass wir als Gemeinde mit den Pilgern harmonieren”, betont André Hülser.

Er ist Vorsitzender der Breiniger Werbegemeinschaft und hat gemeinsam mit den Breiniger Karnevalisten der KG Sündenböcke eine Anregung von Annette Leclou, der Besitzerin des Breiniger Restaurants „Zur Treppe”, in die Tat umgesetzt.

Zeichen der Gastfreundschaft

Eine Idee, die allen Breinigern und Besuchern aus der Umgebung die Lage Breinigs am Jakobsweg vor Augen führen, vor allen Dingen aber den Jakobspilger die Verbundenheit des Dorfes zeigen soll: Als Zeichen der Gastfreundlichkeit und Möglichkeit der Einkehr ziert seit einigen Tagen eine Bodenplatte den Bürgersteig vor der Gaststätte gegenüber der Breiniger Pfarrkirche.

Auf dem Stein, den „Sündenbock” André Hennecken gestaltete, ist die Jakobsmuschel, das Erkennungszeichen der Jakobspilger zu sehen und natürlich die Entfernung bis zum Ziel der Reise, der großen Kathedrale von Santiago de Compostela.

„Dann sind es nämlich nur noch 2516 Kilometer”, schmunzelt Hülser, für den die Einsegnung des Steins gleichzeitig den Startschuss in das Städteregionsprojekt „Unser Dorf hat Zukunft” bedeutet, an dem sich Breinig im nächsten Jahr beteiligt.

2516 Kilometer, eine lange, kräftezehrende Strecke, die jedoch auch schon einige Breiniger auf sich genommen haben. „In den letzten Jahren gibt es eine große Begeisterung rund um den Camino de Santiago”, weiß Lühring.

Die Pilgerzahlen schnellten in die Höhe, aus wenigen Hunderten Anfang der 70er Jahre sind inzwischen mehrere Tausende geworden. „Und darunter ist auch immer mal wieder ein Breiniger”, erzählt der Pfarrer, „Breiniger, die sich freuen würden, Jakobspilger auf ihrem Weg durch Breinig zu beherbergen.”

Deshalb soll die Bodentafel auch keinesfalls der letzte Schritt sein, Infotafeln mit Telefonnummern von Herbergen und eine Stempelstation für das Pilgerbuch sind ebenfalls angedacht.

Breiniger Pilgerreise 2012

Eine größere Gruppe von Breinigern wird 2012 in der Jakobusstadt zu Gast sein, wenn sich eine Reisegruppe mit dem Bus auf den Weg gen Süden macht, um die letzten 130 Kilometer zu Fuß zu bewältigen.

„Der Andrang war enorm. Die Fahrt ist bereits jetzt, fast zwei Jahre vorher, restlos ausgebucht, eine lange Warteliste inklusive”, kann auch Lühring nur staunen. Dann werden wohl viele Breiniger Haustüren für ein paar Tage verschlossen bleiben und die Pilger werden über den Anrufbeantworter frohen Mutes mitteilen: „Ich bin dann mal weg!”
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