Auch in Stolberg herrscht große Bestürzung

Von: eis
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Die Schützen in Deutschland leiden unter Vorurteilen, dabei genießt Jugendschutz bei ihnen einen hohen Stellenwert. Foto: ddp

Stolberg. Große Betroffenheit herrscht auch in Stolberg über das Attentat eines Amokschützen in Winnenden bei Stuttgart. So auch bei den Schützen der Kupferstadt. Denn wie sich herausgestellt hat, stammte die Tatwaffe aus der Sammlung des Vaters des Amokläufers, der ebenfalls Mitglied in einer Schützenbruderschaft ist.

„Ich möchte nicht in seiner Haut stecken”, beteuert Franz Carl, Schießmeister der St. Hubertus Schützenbruderschaft Dorff.

„Die Waffe war nicht so sicher verwahrt wie es vorgeschrieben ist.” Das sei bei den Dorffer Schützen ganz anders. Es sei im gesamten Grenzlandschützenbund Aachen Land-Süd eher unüblich, mit Kleinkaliberwaffen zu schießen.

Lediglich zwei Vereine hätten überhaupt eine Schießanlage für solche Waffen, alle anderen verwenden Luftdruckwaffen.

Trotzdem steht die Sicherheit immer im Vordergrund, wie der ambitionierte Schütze betont: „Die Waffen unserer Bruderschaft sind stets in Tresorschränken verschlossen. Dabei ist das für Luftdruckwaffen gar nicht vorgeschrieben.”

Auch die Breiniger St. Sebastianus Schützenbruderschaft legt auf derartige Sicherheitsvorkehrungen großen Wert. Auch dort werden die Luftgewehre in speziellen Waffenschränken aufbewahrt.

Besonders bei der Ausbildung der Jungschützen wird streng auf die Sicherheit und den verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe geachtet.

Dort dürfen die ganz jungen Schützen ersteinmal gar nicht mit einer Luftdruckwaffe schießen, wie Schießmeister Rolf Sattler erklärt: „Am Laptop wird gezeigt, wo ein Schuss denn tatsächlich das Ziel treffen würde. Es wird sehr deutlich auf die Gefahren hingewiesen.”

Nie dürfen Jugendliche, aber auch Erwachsene, ohne Aufsicht schießen. „Jugendliche stehen unter besonderem Schutz. Wenn einem von ihnen etwas passieren würde, könnten wir das nicht verantworten”, weiß Rolf Sattler.

Generell benötigen Sportschützen keinen Waffenschein. „Jugendliche dürfen gar keine Waffen besitzen oder ohne Aufsicht führen. Die Jugendlichen schießen mit den Gewehren des Vereins. Manche auch mit denen ihrer Eltern.” Aber immer stehe die Sicherheit an erster Stelle.

Traurig finden beide Schützen, dass der Schießsport nun wieder in Verruf gerät: „Nach Erfurt damals hatten wir mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Danach ist das Waffengesetz auch sehr verschärft worden.” Bisher sei es aber noch ruhig, da das Geschehene noch sehr frisch sei.

Auch Sattler fürchtet, dass wieder schwere Zeiten für die Schützenbruderschaften anbrechen. „Es wurde ja in der Vergangenheit schon viel Kritik geübt. Dabei gab es aus Regierungskreisen in letzter Zeit Ansätze, das Waffengesetzt wieder zu lockern.”

Nun aber ist die Diskussion über legalen Waffenbesitz neu entfacht. Und das trifft auch die Schützen, die sich vorschriftsmäßig verhalten.
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