Aachen/Stolberg - Auch die angebliche Verlobte bedroht?

Auch die angebliche Verlobte bedroht?

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Stolberg. Der Mord in Stolberg-Gressenich beschäftigte am Montag weiterhin die Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht.

Weil Goran M. aus Stolberg in rasender Eifersucht an einem Sommerabend im August 2016 den neuen Freund seiner Ex-Freundin brutal mit einem Messer getötet haben soll, steht der 21-Jährige wegen Totschlags vor Gericht.

Als ungewöhnlich waren am Montag die Aussagen von Zeuginnen zu bewerten, die am Verhandlungstag zuvor draußen außerhalb des Verfahrens mit der Verlobten des Angeklagten gesprochen hatten. Denn obwohl Goran M. sich anscheinend überhaupt nicht von seiner 26-jährigen Ex-Beziehung in Gressenich lösen konnte und immer wieder vor deren Wohnung und in dem Mehrfamilienhaus Terror veranstaltet hatte, gab er an, sich bereits im August mit einer weiteren Frau verlobt zu haben.

Die Zeugin hatte aufgrund des Verlöbnisses am Tag zuvor die Aussage verweigert, Verlobten und Ehepartnern steht das Aussageverweigerungsrecht zu. Doch im Gespräch mit anderen Zuschauerinnen aus dem Familienumfeld des Opfers, einem erst 27 Jahre jungen Mann aus Geilenkirchen, offenbarte die Verlobte, dass auch sie von dem Angeklagten und seiner Familie unter Druck gesetzt wurde Und im Übrigen auch nichts von dem Stalken des Angeklagten gegenüber seiner Ex-Freundin gewusst habe. Doch auch ihr selber gegenüber sei er höchst eifersüchtig aufgetreten.

Die Zeuginnen berichteten, jetzt sei die Verlobte durchaus bereit zu einer Aussage, sie wurde erneut für den kommenden Montag, 13. Februar, geladen.

Goran M. war mit Gewalt durch die geschlossenen Rollladen im Erdgeschoss der Wohnung in Gressenich eingedrungen, Jan R., der neue Freund, und die Ex-Freundin des Täters hatten sich nach oben zu einer Wohnung im zweiten Stock geflüchtet, hier hofften sie, dass die Nachbarn, die sie gut kannten, sie in höchster Gefahr hereinließen. Aber die Tür blieb zu, auch deshalb, weil der Angeklagte den Vater zweier Kinder bereits vorher bei einer anderen Gelegenheit mit einem Hammer bedroht hatte. Der machte trotz lauter Hilferufe aus Angst die Türe nicht auf, so dass der wild gewordene Angreifer Goran M. den neuen Freund seiner Ex auf der Treppe stellen konnte.

Erschütternd sodann der Bericht des Rechtsmediziners. Es habe wahrscheinlich ein Gerangel gegeben, denn auch der Angreifer hatte wenige Blessuren. Doch die Stiche mit dem Messer aus der Küchenschublade in der Erdgeschosswohnung überlebte der 27-Jährige nicht. Der Angreifer habe, führte Rechtsmediziner Dr. Karl-Heinz Schiwy-Bochat aus, von der Seite einen Stich in die Achsel des Opfers geführt. Da sei „es weich, es gibt dort kaum Widerstand“, erklärte der Mediziner. Und die Waffe traf die Hauptarterie des Armes, aus der dann in den kommenden Minuten so viel Blut floss, dass Jan R. vor Ort verstarb.

Die Mutter des als lebensfroh und ausgestattet mit einem guten Sinn für Humor beschriebenen jungen Mannes berichtete der Kammer am Montag, welche Katastrophe über die Familie durch die Tat hereingebrochen war. Das Opfer hat noch eine ältere und eine jüngere Schwester, sie alle leiden wie auch die Eltern, die als Nebenkläger im Saal sitzen, furchtbar unter der Tat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert