Stolberg - Atemschutz-Geräte: Feuerwehr braucht regelmäßige Lehrgänge

Atemschutz-Geräte: Feuerwehr braucht regelmäßige Lehrgänge

Von: Vivien Nogaj
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Der Löschtrupp Zweifall der Feuerwehr Stolberg hat jetzt das Atemschutz-Notfalltraining absolviert. Für den Ernstfall müssen die freiwilligen Helfer bestens trainiert sein. Foto: V. NogaJ
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Klaus Brammertz, Leiter des Atemschutz-Lehrganges. Foto: V. NogaJ

Stolberg. Bei einem Löscheinsatz ist für die Sicherheit der Feuerwehrleute besonders eines wichtig: der Atemschutz. Er garantiert, dass die Einsatzkräfte mit ausreichend Luft versorgt und vor giftigen Rauchgasen geschützt werden. Damit sie für den Ernstfall gut trainiert sind, hat die Löschgruppe Zweifall der Feuerwehr Stolberg jetzt ein Atemschutz-Notfalltraining absolviert.

Wenn ein Notruf eingeht, muss es schnell gehen. Innerhalb einer Minute verlassen die Feuerwehrmänner den Betrieb, wenige Mitnuten später sind sie an der Brandstelle. Um ein Feuer erfolgreich zu löschen und Menschen zu retten, kommt es neben der Schnelligkeit aber auch auf die eigene Sicherheit an, weiß Michael Konrads von der Feuerwehr Stolberg.

Ein wichtiger Faktor ist hierbei der Atemschutz: „Es gibt kaum einen Löscheinsatz, der ohne diese Atemschutzgeräte stattfindet“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, dass die korrekte Bedienung und das Verhalten bei Notfällen regelmäßig trainiert wird. Zu der notwendigen Ausrüstung der Feuerwehrleute gehören neben der Schutzkleidung Bewegungslosmelder, Schutzmaske und Atemschutzgerät. Bei einem Einsatz gelangt die Luft aus der Flasche über die Maske zu den Helfern und versorgt sie mit Luft. Dabei gibt es eine Menge zu beachten, weiß Oberbrandmeister Klaus Brammertz, Atemschutzleiter der Feuerwehr denn der Inhalt der Flaschen ist begrenzt: „Eine Flasche fasst knapp sieben Liter komprimierte Luft – umgerechnet sind das 1800 Liter, die veratmet werden können.“

Was erst einmal viel klingt, ist in einem anstrengenden Einsatz aber schnell verbraucht: „Bei leichter Anstrengung atmen wir etwa 30 bis 40 Liter Luft pro Minute ab, bei Schwerstarbeit sind kurzzeitig bis zu hundert Liter möglich“, sagt Brammertz. Deshalb wird genau überwacht, wie viel Luft nach gewisser Zeit noch vorhanden ist.

„Für den Rückweg vom Brandherd in das Freie wird die doppelte Menge berechnet, die die Helfer für den Hinweg verbrauchen“, erklärt Pressesprecher Konrads. Das hat mit Sicherheit zu tun. Denn ins Schwitzen kommen die Einsatzkräfte schnell: Allein die Schutzkleidung wiegt etwa 18 Kilogramm, dazu kommt das Gewicht der Flasche – und die Hitze des Feuers. „Das ist eine körperliche Schwerstarbeit, unter der die Einsatzkräfte arbeiten“, sagt Konrads. Das, was die Feuerwehrleute jetzt in der Trockenübung lernen, müssen sie Männer später im Schlaf beherrschen – und in Situationen umsetzen, in denen die Panik greift. „Ein denkbares Szenario wäre etwa der Ausfall eines Atemschutzgerätes“, erklärt Konrads.

Technische Defekte gebe es zwar selten, weil die Sicherheit heutzutage sehr gut sei, aber eine einstürzende Decke könnte beispielsweise die Flasche vom Rücken reißen – und den Helfer in Atemnot versetzen. Dann muss die Versorgung mit Atemluft durch einen Kollegen gewährleistet werden, was höchste Konzentration erfordert – und ein ruhiges Händchen: Denn der Luftschlauch des intakten Gerätes muss abwechselnd an die Atemmaske des jeweils anderen angeschlossen werden.

Gar nicht mal so einfach, wie sich beim Training zeigt: Nach den ersten Handgriffen färben sich die Köpfe der Feuerwehrmänner unter den Schutzhelmen rot. „Luftknappheit ist ein bedrohliches Gefühl“, sagt Brammertz. Und dennoch: Ein Abnehmen der Maske würde im Ernstfall höchste Lebensgefahr bedeuten: „Vier bis fünf Atemzüge in einem stark verrauchten Raum führen zum Tod“, erklärt er. Deshalb sei das Training, am besten unter möglichst realen Bedingungen, so wichtig. Je öfter geübt wird, desto sicherer werden die Helfer. Einmal im Jahr findet das Training deshalb für alle Feuerwehrleute verbindlich statt. „Am Ende des Tages“, ist sich Konrads sicher, „werden die Teilnehmer des Seminars nur noch ins Bett fallen.“ So ein Training ist anstrengend. Vom Ernstfall ganz zu schweigen.

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