Stolberg - Aseag schickt zusätzliche Busse zum Ritzefeld-Gymnasium

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Aseag schickt zusätzliche Busse zum Ritzefeld-Gymnasium

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
Öffentliche Verkehrsmittel Stolberg
Wer das Ritzefeld-Gymnasium besucht und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, muss in der Regel einen Bus oder die Bahn vom Mühlener Bahnhof aus bekommen. Das ist manchmal ganz schön knapp. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Es ist kurz vor 15 Uhr am Mühlener Bahnhof in der Stolberger Innenstadt. Wo vor einigen Minuten außer den Busfahrern in ihren leeren Bussen kaum jemand war, bevölkern plötzlich zahlreiche junge Menschen mit Rucksäcken und Schultaschen den schmucklosen Bushof und den dazugehörigen Bahnsteig.

Um 14.55 Uhr ist am Ritzefeld-Gymnasium die siebte Schulstunde vorbei. Nun beeilen sich die Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Ortsteilen Stolbergs, noch rechtzeitig den Bus nach Hause zu erwischen. Gerade die Linie 8, Abfahrt um 15 Uhr, steuern viele an.

Doch ob sie, auch wenn sie den Bus gerade noch erwischt haben, pünktlich zu Hause ankommen, steht noch nicht fest: In Vicht müssen die Mausbacher, Gressenicher und Werther einen Anschluss-Bus erwischen, die Linie 42. Das Problem: Die Busse warten nicht aufeinander. Doch die Aseag hat nun Abhilfe versprochen.

Warten ist nicht Sinn der Sache

„Das heißt, dass die Schüler in Vicht eine halbe Stunde auf den nächsten Bus warten müssen“, sagt Anja Drummen, stellvertretende Klassenpflegschaftsvorsitzende der Klasse 5a am Ritzefeld-Gymnasium. Es sei das Ziel der Schulleitung gewesen, durch Schulschluss bereits nach der 7. Stunde die Schüler etwas in ihrem Alltag zu entlasten.

„Wenn die Kinder dann aber in Stolberg oder in Vicht herumlungern und auf den Bus warten müssen, kann das nicht Sinn der Sache sein.“ Anja Drummen hatte sich daraufhin, auch im Namen anderer Eltern von Ritzefeld-Schülern, in einem Schreiben an die Aseag und an die Schulleitung des Ritzefeld-Gymnasiums gewandt – und auch Vorschläge unterbreitet, wie man das Problem lösen könnte: Neben einem zusätzlichen Bus gegen 15 Uhr und einer Bus“verschiebung“ von der 6. auf die 7. Stunde bringt Anja Drummen den simplen Vorschlag: Der 42er-Bus muss in Vicht einfach auf die Linie 8 warten.

Sowohl Schule als auch Aseag haben eine gute Woche später auf die Post der Elternvertreterin reagiert: „Ich habe mich gleich mit der Aseag in Verbindung gesetzt“, erklärt Gabi Knoth, stellvertretende Schuldirektorin, die sich auch um das Thema Schülertransport kümmert. Dass die Verbindung über die Linie 8 und Linie 42 schwierig sei, sei kein ganz neues Phänomen.

Bereits vor zwei Jahren habe sich schon einmal ein Teil der Elternschaft über genau diese Verbindung beschwert. Die Schulleitung wisse auch von Eltern aus bestimmten Stolberger Ortsteilen, die mittlerweile ganz darauf verzichten, ihre Kinder mit dem Bus fahren zu lassen, sondern lieber einen privaten Fahrdienst organisieren. „Das ist natürlich auch nicht in unserem Sinne, auch wenn ich den Unmut der Eltern gut verstehen kann. Leider haben wir als Ritzefeld-Gymnasium aufgrund der Nähe zum Mühlener Bahnhof aber keine eigenen Schulbusse“, sagt sie. Man sei also auf die regulären Linienbusse angewiesen.

„Das Problem mit der Linie 8 und Linie 42 ist uns bekannt“, sagt Paul Heesel, Pressesprecher der Aseag, auf Anfrage unserer Zeitung. Nach der Kontaktaufnahme durch die Eltern und die Schulleitung habe man die Fahrpläne überprüft. Heesel: „Eigentlich sollte es der Bus Nr. 8 schaffen, die Nr. 42 in Vicht zu erwischen.“

Die Baustelle ist schuld

Durch die aktuelle Großbaustelle in der Stolberger Innenstadt seien die Fahrzeuge aber langsamer unterwegs als normalerweise. Sprich: Die Busse müssen, gemeinsam mit anderen Verkehrsteilnehmern, vom Mühlener Bahnhof aus das momentane Nadelöhr Bastinsweiher passieren. Und das geht offenbar nicht mit dem im Fahrplan der Aseag vorgesehenen Tempo.

Darum verpassen die Schüler also häufig ihren Anschluss in Vicht. „Wir werden ab dem kommenden Montag einen zusätzlichen Bus ab Vicht fahren lassen“, verspricht Heesel. Die Linie 42 wird dann nicht nur um 15.12 Uhr ab „Vicht Brücke“ abfahren, sondern auch noch einmal um 15.25 Uhr. „Diesen Bus sollten dann die Schüler aus Mausbach, Werth und Gressenich bekommen können“, sagt Heesel.

Wie auch unsere Zeitung hat die Schulleitung des Ritzefeld-Gymnasiums am Mittwochnachmittag von den Plänen der Aseag telefonisch erfahren: Mit der Lösung ist man an der Schule durchaus einverstanden: „Das hat uns natürlich sehr gefreut“, sagt Gabi Knoth am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie habe auch gleich die Elternvertreter informiert und die aktuellen Pläne auf der Homepage der Schule eingetragen.

Enge Absprachen mit den Schulen

Grundsätzlich, so erklärt die Aseag, befinde man sich bei den Fahrplänen in enger Abstimmung mit den Schulen. Das ist allein deshalb unabdingbar, weil die Schülerinnen und Schüler in der gesamten Städteregion einen Großteil der Aseag-Kunden ausmachen, nicht nur in Stolberg (siehe Infobox). Zum einen werde regelmäßig vor Beginn eines neuen Schuljahres mit den jeweiligen Einrichtungen der Bedarf abgeklärt und entsprechend angepasst.

Doch auch im Jahresverlauf und unter Umständen sogar ganz kurzfristig versucht der Verkehrsbetrieb entsprechend zu reagieren. „Wir geben uns Mühe, tagesaktuell auf Bedürfnisse der einzelnen Schulen einzugehen“, sagt Heesel. Das könne zum Beispiel der Fall sein, wenn die Schule nachmittags ausfalle, oder wenn sich durch Baustellen im Straßenverkehr etwas ändere.

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