Aseag nur bedingt wintertauglich

Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Frau S. und die anderen Fahrgäste staunten am vergangenen Montagmorgen nicht schlecht. Der S-Bus, der ebenfalls auf der Strecke der Linie 8 vom Mühlener Bahnhof Stolberg nach Eschweiler fährt, blieb auf Höhe der Waldschule Eschweiler stehen und fuhr nicht mehr weiter.

Sie hatte ihn an diesem Tag nur ausnahmsweise genommen, weil die Linie 8 bereits abgefahren war. Frau S. berichtet, dass der Fahrer über Funk von der Zentrale die Anweisung bekommen habe, die Passagiere aussteigen zu lassen und die Fahrt nicht weiter fortzusetzen. Der angegebene Grund: Der Bus sei für die Wetterlage nicht ausreichend bereift.

Spärlicher Schneefall

Nun lag am frühen Montag nicht eben ein halber Meter Schnee, sondern allenfalls ein dünner Film der weißen Pracht auf den Fahrbahnen. Ein zu bewältigendes Problem für die Aseag, die für die Wintersaison sogar einen eigenen Räumwagen unterhält und solche Fälle lösen können sollte. Falsch gedacht. Frau S. musste, wie die anderen Fahrgäste, deren Ziel nicht gerade die Gesamtschule war, den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Sie arbeitet schichtweise als Krankenschwester im Eschweiler Krankenhaus, wo ihre Kollegin über eine Stunde vergeblich auf ihre Ablösung wartete. „Nach einem solchen Erlebnis kann man nicht mehr guten Gewissens in einen Bus steigen“, fügt der Vater von Frau S. an, der uns von dem Vorfall berichtete.

Das Erlebnis von Frau S. mag ein Einzelfall sein, das Problem mit der Bereifung der Aseag-Busse ist keiner. Seit Jahren gerät das Unternehmen immer wieder in die Kritik, weil die Busse bei größerem Schneeaufkommen steckenbleiben und teilweise enorme Verzögerungen verursachen. Grund dafür sind nicht nur Frau Holles Flocken, sondern die Ganzjahresreifen auf den Antriebsachsen der Busse. Diese entsprechen laut Auskunft der Polizei auch der Vorschrift, welche aber matschiger ist als mancher Schnee auf der Straße und voller Schlupflöcher. Und die Reifen führen so – wie am vergangenen Montag – zu Komplikationen für Passagiere und Fahrer. Auch wenn die Aseag immer wieder betonte, stets auf Profilen mit fünf statt der vorgeschriebenen vier Millimeter Mindestrillentiefe zu fahren, haben die Busse offenbar selbst bereits bei bescheidenem Schneefall ihre Mühe.

Gerne hätte unsere Zeitung von der Aseag erfahren, weshalb bei einem Bus, mit dem viele Kinder zur Schule und wieder nach Hause fahren, derartige Probleme entstehen können. Und weshalb es nicht möglich war, die Passagiere mit einem Ersatzbus bis an ihren Zielort zu bringen. Allerdings war das Unternehmen nach mehrfacher telefonischer und letztlich auch schriftlicher Nachfrage offenbar nicht in der Lage, binnen drei ganzer Werkstage Einzelheiten zu dem Vorfall zu nennen oder dazu Stellung zu beziehen. Zuletzt wurde gar behauptet, dass eventuell ein anderes Busunternehmen für die S-Busfahrten zuständig sein könnte. Auf Nachfrage bei der Waldschule bestätigte diese jedoch, dass nur Busse der Aseag an der Haltestelle der Schule hielten.

Kosten werden gescheut

Für Frau S. und für die Schüler der Gesamtschule bleibt nur zu hoffen, dass größere Schneefälle in der nächsten Zeit ausbleiben. Oder dass bei der Aseag die Erkenntnis durchdringt, dass Winterreifen für den Winter vielleicht doch die bessere Wahl sein könnten – trotz höherer Kosten. Sie waren nämlich bislang als Grund genannt worden, warum dies noch nicht geschehen ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert