„Art Tour“ schraubt Anspruch weiter hoch

Von: Dirk Müller
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Im Skulpturengarten und Atelierhaus am Hammerberg genießen die Besucher die beschauliche Atmosphäre und die Kunst von Birgit Engelen, Willi Lemke, Doris Ott und Franz-Josef Kochs. Foto: D. Müller
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Die Ausstellung mit Werken von Gary Wieland und Andreas Herrmann im Zinkhütter Hof ist ein eindrucksvoller Vorbote der Kunstausfahrt. Foto: D. Müller

Stolberg. Mit Werken von mehr als 80 Künstlern an 17 Ausstellungsorten hatte die „Art Tour de Stolberg“ Jahr mehr zu bieten denn je. Daher war es ein durchaus angebrachter „Service“ für die Kunstfreunde, dass drei Stationen bereits am Samstag besucht werden konnten.

Im Skulpturengarten und Atelierhaus am Hammerberg begann das künstlerische Frühlingserwachen, die Skulpturen-Ausstellung von Professor Wolfgang Binding wurde im historischen Rathaus eröffnet, und im Museum Zinkhütter Hof war ein Vorbote der „Art Tour“ zu erleben, wie er eindrucksvoller kaum hätte sein können. Schon vor dem Museum machten zwei Oldtimer Lust auf die Kunstausfahrt am folgenden Sonntag.

Nachdem die zahlreichen Gäste der Vernissage das „Oldsmobile“ und den „Buick“ passiert hatten, wartete im Innern des Museums außerdem ein „Ford Mustang“. Die rollenden amerikanischen Träume vergegenwärtigten, dass Gary Wieland in der Autostadt Detroit aufwuchs. Im Zinkhütter Hof zeigt Wieland einzigartige Werke. Er malt mit Eisenoxid – sprich Rost – und Acrylfarben, seine Motiv ist Metallschrott.

Äußerst detailreich widmet Wieland sich Farben und Strukturen, entdeckt im industriellen Abfall organische Formen, Leben in der Vergänglichkeit, ganze Landschaften, die archaisch und futuristisch zugleich sind. Wielands großformatige Werke sind ein Teil der Ausstellung „Heavy Metal“, die noch bis Mittwoch, 14. Mai, zu sehen ist.

Den zweiten Part der Gemeinschaftsausstellung hat Andreas Herrmann eingenommen. Der Profifotograf zeigt eine große Vielzahl von Exponaten. Es sind faszinierende Ansichten und industrielle Panoramen, die Hermann mit Gefühl für Perspektive und besondere Details fotografisch kunstvoll in Szene setzt. Malerei und Fotografien wie geschaffen für eine Ausstellung im Stolberger Museum für Industriegeschichte.

Doch damit nicht genug: Die Kupferstädter „Metall-Industrie-Kapitäne“ Dr. Urban Meurer (Bleihütte) und Dirk Harten (Schwermetall) unterhielten die Besucher mit einem originellen Zwiegespräch, der in Kalifornien geborene Musiker Rob Griffith begleitete die Vernissage, und im Museums-Bistro klang die Ausstellungseröffnung mit ein schmackhaften „American Dinner“ aus.

225 Exponate in Zweifall

So „rund“ und stimmig wie diese Vernissage verlief dann am Sonntag auch die gesamte „Art Tour de Stolberg“, an der wieder viele Kunstfreunde von Nah und Fern teilnahmen. Für Jürgen Geddert aus Düsseldorf und seine Frau Christina Aschmoneit-Geddert etwa begann die fünfte Auflage der Kunstausfahrt pünktlich um 11 Uhr in Zweifall.

Sie bestaunten 225 Exponate von Gerda Zuleger-Mertens, Professor Hans-Wolfgang Menges „Spell“ und ihrem Gastkünstler Frank Buchna in der „Kunstwerkstatt“. „Die Art Tour fängt wirklich gut an, besonders begeistert bin ich von der Photogramm-Installation im ehemaligen Schwimmbad“, sagte Geddert. Den Anspruch, alle 17 Ausstellungsorte zu besuchen, hatte das Paar nicht, sich aber dennoch viel vorgenommen.

Vier Stationen in Breinig

„Wir wollen auf jeden Fall in die Altstadt fahren, uns in der Burg-Galerie die Kunst aus der Euregio und die Ateliers im Kupferhof Rose anschauen“, beschrieb Aschmoneit-Geddert. Der Weg führte das Paar über Breinig, wo vier Stationen lockten.

Am späten Mittag konnte man den beiden Kunstliebhabern zudem in der Galerie der autonomen Künstler im Steinweg begegnen, in dem auch „Haus Patio“ mit einer großen Gruppe Dürener Künstler ein frequentierter Anziehungspunkt war. In der Steinweg-Galerie im Burg-Center zeigten sich die Aachener Elisabeth und Gerhard Peters sehr angetan von ihrer ersten „Art Tour de Stolberg“: „Die Kunstausfahrt ist absolut eindrucksvoll. Wir hätten so etwas in einer Stadt dieser Größe gar nicht vermutet“, meinte Gerhard Peters.

Seine Frau Elisabeth schwärmte indes von den Werken und dem speziellen Ambiente im Europäischen Kunsthof in Büsbach: „Einfach toll“, sagte sie. Einige Zeit später hatten die Peters sieben Kunstorte gesehen, und ihr Fazit fiel eindeutig aus. „Wir können die Stolberger Kunstausfahrt nur weiter empfehlen“, erklärte Gerhard Peters und notierte sich derweil im Geiste den letzten Sonntag im August, wenn erneut der Kunstspaziergang „Kunst auf dem Weg“ rund um die historische Altstadt stattfindet.

„Es hat uns heute so gut gefallen, dass wir da bestimmt wieder in Stolberg unterwegs sein werden“, versicherte Elisabeth Peters. Mit seinem wohlwollenden Urteil war das Paar freilich nicht alleine: Ob im Schatten der großen Skulpturen an der Bleihütte Binsfeldhammer, im Atelier von Karin Lynen oder in der Villa des Zinkhütter Hofs – begeisterte Besucher der „Art Tour“ waren am Sonntag aller Orten in der Kupferstadt anzutreffen.

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