Stolberg - Art-Tour: Kunstfreunde trotzen dem widrigen Wetter

Art-Tour: Kunstfreunde trotzen dem widrigen Wetter

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Im Museumsquartier Zinkhütter
Im Museumsquartier Zinkhütter Hof begann die 3. Kunstausfahrt bereits am Freitagabend mit der gut besuchten Vernissage der Doppelausstellung „Informelle Malerei - Viorel Chirea trifft Tudor Tudan”, bei der viele Kunstfreunde Lust auf die „Art Tour de Stolberg” bekommen konnten.

Stolberg. Mit Werken von rund 30 Künstlern an 12 Stationen lockte am Sonntag die dritte Auflage der „Art Tour de Stolberg” die Besucher zu einer ausgedehnten Kunstausfahrt im Gebiet der Kupferstadt.

Als um 11 Uhr Ateliers und Galerien der Kupferstadt zur freien Schau öffneten, vermiesten der graue Himmel und die Nässe jedoch nur manchem Kunstfreund die „Art Tour”, viele andere erwiesen sich als kunstinteressiert und wetterfest gleichermaßen.

„Ich bin regelrecht überrascht, wie viele Menschen trotz des schlechten Wetters die Kunstausfahrt begehen, und das kontinuierlich; die Galerie ist den ganzen Tag über gut besucht”, freute sich Ludwig Pitz, der in einem der Breiniger Kunst(h)orte Malerei von Dorothee Vermaten, Helge Schneider und Udo Lindenberg zeigte. Nur wenige Meter entfernt wollte Petra Rink ebenfalls nicht klagen: „Natürlich ist der Unterschied zwischen freundlichem Wetter, das unternehmungslustig stimmt, und dem heutigen Grau-in-Grau merklich; es sind weniger Menschen unterwegs als bei der letzten Kunstausfahrt”, so die Schmuckdesignerin. „Dennoch finden immer noch genug Leute, die dann auch wirklich interessiert sind, die Wege in die Ateliers und Galerien, so dass ich die dritte Art Tour als gelungen betrachte.”

Rink zeigte neben ihrem eigenen individuellen Schmuck auch Streetart von „Lake13”. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Lars Kesseler, der an einer Mauer in Rinks Breiniger Garten am Lagerfeuer live ein Graffiti-Kunstwerk entstehen ließ - selbstverständlich völlig legal. Positiv begann die Kunstausfahrt auch in dem neuen „Showroom” der Steinweg-Galerie im Burg-Center, in dem bis voraussichtlich September die dem abstrakten Expressionismus zuzuordnenden Werke von Antonio Máro gezeigt werden. „Bereits um 10.45 Uhr klopfte der erste Besucher an unsere Scheibe”, beschrieb Galeristin Christa Oedekoven. „In der Folge war die Zahl der Gäste dann eher übersichtlich, bis wir nach der Mittagszeit wieder frequentierter besucht wurden”.

Dem Vergleich zu den ersten Kunstausfahrten halte diese Auflage zwar nicht stand, was aber kein Grund sei, sich entmutigen zu lassen, meinte auch Karl-Heinz Oedekoven, Mitinitiator der „Art Tour de Stolberg”: „Wir sehen heute, dass eine Menge Kunstfreunde der Art Tour bei Wind und Wetter treu bleibt, alleine dafür hat sich der Aufwand schon gelohnt. Außerdem scheint bei der vierten Kunstausfahrt im nächsten Jahr ja doch wieder die Sonne.” Pech hatte Birgit Engelen, in deren Skulpturengarten und Atelierhaus am Hammerberg einer der neun Gastkünstler schon im Vorfeld ausgefallen war: Peter Sandlöbes hatte einen Autounfall, so dass seine Floralart nicht bei der Kunstausfahrt zu sehen war.

Wegen zu starker Nässe musste auch Odine Lang darauf verzichten, eine große Freiluft-Installation im Skulpturengarten zu zeigen, da sie mit Papier arbeitet. Für eine kleinere filigrane Variante einer Installation von Lang fand sich allerdings ein geschützter Platz in einer Nische. Dem „Frühlingserwachen”, das eigentlich bereits am Samstag bei Engelen beginnen sollte, fehlte eindeutig der Frühling, doch die Kunstsaison am Hammerberg wurde trotzdem würdig eröffnet. Statt im entspannenden Ambiente des Skulpturengartens einen kleinen „Kunsturlaub” zu genießen, verweilten die meisten Gäste dort nur kurz und widmeten sich dann den überdachten Möglichkeiten.

Gut gelaunt machten die Besucher aus der Not eine Tugend: In dem geräumigen und beheizten Zelt im Garten oder am gemütlich bullernden Ofen im Atelierhaus rückte man zusammen, verband Kunstbetrachtung mit Kommunikation und genoss die Station der „Art Tour de Stolberg”. Im Museum Zinkhütter Hof konnte man dies schon am Freitagabend, als die Ausstellung „Informelle Malerei - Viorel Chirea trifft Tudor Tudan” eröffnet wurde. Viele Interessierte nahmen im Museumsquartier die Gelegenheit war, den ersten Kunst(h)ort der Art Tour quasi vorab zu erkunden.

Es folgt „Kunst auf dem Weg”

Sie betrachteten den archetypischen Ausdruck der systematischen Ölmalerei Tudans. In erdfarbenen Tönen gehalten öffnet der Künstler mit Motiven wie „Figur” und „Reihe” oder „Feld”, die sich in variiert in mehreren Bildern wiederfinden, mentale Räume. Die im Zinkhütter Hof gezeigten Exponate Chireas hingegen spielen mit ästhetischen Elementen der Anschauung, entsprechen in ihrer Spontanität und dem ihnen innewohnenden Gestischen der Stilrichtung „Informelle Kunst”.

Informativ war auch die Präsenz der weiteren beteiligten Ateliers und Galerien in Vicht und insbesondere in der Altstadt. Sie wird wieder besonders im Mittelpunkt des Interesses stehen, wenn der letzte Sonntag im August wieder gekennzeichnet ist von der publikumswirksamen Aktion „Kunst auf dem Weg”.
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